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Finanzkrise „Das Schlimmste kommt noch“

19.08.2008 ·  Neue Hiobsbotschaften aus Amerika haben die Hoffnung auf ein Ende der Finanzkrise zunichtegemacht. Der frühere IWF-Ökonom Rogoff prognostizierte den Kollaps einer großen amerikanischen Bank und warnte, die Finanzkrise sei noch lange nicht vorbei.

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Neue Hiobsbotschaften aus Amerika haben die aufflackernde Hoffnung auf ein Ende der Finanzkrise zunichtegemacht. Die angeschlagene Investmentbank Lehman Brothers muss offenbar zum Ausgleich von Milliardenverlusten große Geschäftsteile verkaufen. Der frühere IWF-Chefökonom Kenneth Rogoff prognostizierte am Dientag bereits den Kollaps einer großen amerikanischen Bank und warnte, bei der Finanzkrise stehe das Schlimmste noch bevor. Die Wall Street fürchtet eine Verstaatlichung der strauchelnden Hypothekengiganten Fannie Mae und Freddie Mac. Auch in Europa gerieten Bankaktien unter Druck.

Der ehemalige IWF-Ökonom Rogoff rechnet damit, dass bereits in den kommenden Monaten eine große amerikanische Bank der internationalen Finanzkrise zum Opfer fällt. „Die Vereinigten Staaten sind noch nicht über dem Berg“, sagte der Harvard-Professor am Dienstag bei einer Finanzkonferenz. „Ich würde sogar weiter gehen und sagen: das Schlimmste kommt noch.“ In den kommenden Monaten werde es nicht nur den Zusammenbruch einiger mittelgroßer Banken geben. „Es wird ein echter Klopper kommen, eine der großen Investmentbanken oder Großbanken.“

Fannie Mae und Freddie Mac steht Umbruch bevor

Weiter prognostizierte Rogoff, die amerikanischen Hypothekengiganten Fannie Mae und Freddie Mac existierten entgegen den Beteuerungen der amerikanischen Regierung in einigen Jahren nicht mehr in ihrer gegenwärtigen Form. Die Aktien der beiden Institute waren am Montag in New York um mehr als 20 Prozent eingebrochen, weil das angesehene Magazin „Barron's“ berichtete, der amerikanischen Regierung bleibe angesichts der Probleme voraussichtlich nur eine faktische Verstaatlichung übrig. Die Furcht vor den unabsehbaren Folgen der Finanzkrise für die amerikanischen Banken setzte am Dienstag auch in ganz Europa Bankaktien unter Druck. In Frankfurt fiel der Dax deshalb um 1,2 Prozent auf 6352 Punkte.

Die Investmentbank Lehman Brothers erwägt unterdessen, ihre Vermögensverwaltung zumindest teilweise zu verkaufen und will bis zur Vorlage der Geschäftszahlen Mitte September eine Einigung erzielen, wie die Nachrichtenagentur Reuters am Montag erfuhr. Hierzu habe die Bank bei verschiedenen potenziellen Käufern für die Sparte geworben. Lehman könnte sich etwa von dem Geschäftsbereich um die Tochter Neuberger Berman trennen, dessen Wert auf rund acht Milliarden Dollar geschätzt wird.

Lehmann Brothers droht abermals Verlust

Medienberichten zufolge hat Lehman bereits detaillierte Finanzinformationen über den Geschäftsbereich in Umlauf gebracht. Als Adressaten werden die Finanzinvestoren Carlyle Group, Hellman & Friedman, General Atlantic, Kohlberg, Kravis & Roberts, J.C. Flowers sowie Apollo Management genannt. Im Juni hatte Lehman mit 2,8 Milliarden Dollar erstmals in seiner Geschichte als börsennotiertes Unternehmen einen Verlust gemeldet. In Presseberichten war zuletzt auch von einem bevorstehenden Milliardenverlust im laufenden dritten Quartal die Rede.

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