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Finanzkreise Bund angeblich vor Einstieg bei Hypo Real Estate

14.01.2009 ·  Der Bund steht angeblich vor dem Einstieg bei einer zweiten deutschen Großbank. Die angeschlagene Immobilienbank Hypo Real Estate benötigt Parlaments- und Finanzkreisen zufolge neue Milliardenhilfen vom Staat.

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Der Bund prüft nach der Beteiligung an der Commerzbank angeblich auch einen Einstieg beim angeschlagenen Finanzkonzern Hypo Real Estate (HRE). Nach Informationen aus Finanzkreisen ist aber noch keine Entscheidung gefallen. Es würden verschiedene Modelle geprüft, um die Interessen der Steuerzahler zu schützen.

Auf Nachfrage, ob ein Einstieg des Bundes bevorstehe, hieß es aus dem Finanzministerium recht vage: „aktuell nein“. Der Immobilienfinanzierer selbst wollte sich nicht zur Sache äußern. Auch der Soffin lehnte eine Stellungnahme ab. An der Börse gab die HRE-Aktie zunächst deutlich nach.

Hypo Real Estate hängt schon am Tropf staatlicher Milliardenhilfen

„Die Teilverstaatlichung der Hypo Real Estate steht im Grundsatz fest“, sagte demgegenüber ein mit der Angelegenheit vertrauter Banker. Es würden verschiedene Modelle geprüft, um die Interessen der Steuerzahler zu schützen. Beraten werde mit dem staatlichen Rettungsfonds Soffin zudem über eine Abspaltung des Staatsfinanzierers Depfa, dessen Refinanzierungsprobleme die Krise bei der Immobilienbank Ende 2008 ausgelöst hatten. Zu den Optionen soll auch eine Beteiligung von 25 Prozent plus eine Aktie wie im Fall der Commerzbank zählen.

Die HRE stand im Herbst als Folge der weltweiten Finanzkrise kurz vor der Pleite. Besonders dramatisch war die Lage bei der irischen Tochter Depfa-Bank. Bund und die privaten Banken retteten den Immobilien- und Staatsfinanzierer mit Krediten im Volumen von 50 Milliarden Euro. Zudem hat die HRE Staatsgarantien über 30 Milliarden Euro erhalten. Damit sollte auch ein Zusammenbruch des wichtigen deutschen Pfandbrief-Marktes verhindert werden, über den sich auch Kommunen finanzieren.

Die alte HRE-Führungsriege musste auf Druck der Aktionäre und der Politik gehen. Seitdem ist das Geschäft wegen der anhaltenden Verunsicherung auf den Märkten jedoch nicht wie erhofft angesprungen. Deshalb muss der neue HRE-Chef Axel Wieandt über neue Hilfen verhandeln. Mehrere Aktionäre klagen zudem auf Schadenersatz.

Frustrierte Aktionäre wollen Schadenersatz

Neben den operativen Problemen steht dem Konzern auch noch eine Reihe von Schadenersatzklagen ins Haus, mit denen sich frustrierte Aktionäre nach dem beispiellosen Kursrutsch des einstigen Dax-Wertes ihr Geld wiederholen wollen. Sie machen vor allem den früheren Chef Georg Funke verantwortlich, der aus ihrer Sicht zu spät auf die Probleme hingewiesen hat.

Einzelne Aktionäre haben nach Angaben von Rechtsanwalt Felix Weigend von der Kanzlei Rotter mit ihren HRE-Aktien mehr als eine Million Euro verloren. Die erste Sammelklage von rund 50 Aktionären mit einem Volumen von mehr als fünf Millionen Euro soll an diesem Donnerstag am Landgericht München eingereicht werden, eine weitere in ähnlicher Größenordnung soll folgen. Für die Klage rechnet sich Weigend trotz der Schieflage der HRE gute Chancen aus. „Von diesen zehn Millionen fällt die Hypo Real Estate jetzt auch nicht um.“

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Von Heike Göbel

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