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Finanzdienstleister Früherer MLP-Chef angeklagt

17.12.2004 ·  Zwei Jahre hat die Staatsanwaltschaft Mannheim gegen Bernhard Termühlen ermittelt, jetzt hat sie den ehemaligen MLP-Chef angeklagt. Die Aktie des Finanzdienstleisters brach zeitweise um mehr als fünf Prozent ein.

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Nach mehr als zwei Jahre andauernden Ermittlungen hat die Staatsanwaltschaft in Mannheim den ehemaligen Vorstandschef des Heidelberger Versicherungs- und Finanzmaklers MLP, Bernhard Termühlen, angeklagt.

Die Staatsanwaltschaft wirft Termühlen und zwei weiteren Managern vor, die Jahresabschlüsse des Konzerns und von zwei Tochterfirmen für 2001 bewußt falsch aufgestellt zu haben, wie die Ermittler am Freitag mitteilten. Außerdem habe der Abschluß über das erste Halbjahr 2002 unrichtige Angaben enthalten. Dem früheren kaufmännischen Leiter von MLP wird zudem Insiderhandel vorgeworfen. Das Unternehmen hält seine Bilanzen weiterhin für korrekt. Die MLP-Aktie brach nach der Mitteilung zeitweise um mehr als fünf Prozent auf 14,50 Euro ein.

Dramatischer Absturz der Aktie

Die Staatsanwaltschaft glaubt, ausreichend Beweise dafür zu haben, daß Termühlen und seine Manager die Jahresabschlüsse von MLP, MLP Lebensversicherung und MLP Finanzdienstleistungen für 2001 bewußt gefälscht haben, „um die Ertragslage und das Wachstum der Unternehmen in günstigerem Licht erscheinen zu lassen". Die Staatsanwaltschaft greift dabei die im Mai 2002 aufgekommenen Vorwürfe auf, die Termühlen weitestgehend zurückgewiesen hatte, die aber zu einem dramatischen Absturz der Aktie führten.

Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft hat MLP den Verkauf von Provisionsforderungen inkorrekt verbucht. Auch bei der Verbuchung des Verkaufserlöses für die an Uniqa verkaufte Österreich-Tochter sei es zu Unregelmäßigkeiten gekommen. Dem früheren kaufmännischen Leiter werfen die Ermittler vor, MLP-Aktien verkauft zu haben und damit Insiderhandel betrieben zu haben, weil er gewußt habe, daß das berichtete Wachstum nur auf dem Papier stand.

MLP erwartet keine finanzielle Belastung

Termühlen war im Herbst 2003 zurückgetreten und vom seit Anfang 2003 amtierenden Finanzchef Uwe Schroeder-Wildberg abgelöst worden. Dieser hatte die jetzt ins Visier der Ermittler geratenen Geschäftspraktiken gestoppt. Zuvor hatte der nun ebenfalls angeklagte kaufmännische Leiter zusammen mit Termühlen die Finanzen von MLP gesteuert.

MLP wies darauf hin, die in die Kritik geraten Bilanzen seien von drei unabhängigen Experten eingehend geprüft worden. Sie alle seien in ihren Gutachten zu dem Schluß gekommen, „daß die von der Staatsanwaltschaft Mannheim erhobenen Vorwürfe der unrichtigen Bilanzdarstellung unbegründet und die Bilanzen von MLP sachgerecht sind". MLP erwarte keine finanzielle Belastung aus den Folgen der Anklage gegen Termühlen.

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