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Finanzdienstleister Dresdner Bank zeigt Interesse am Finanzdienstleister BHW

04.08.2005 ·  Nach Postbank und Commerzbank zeigen auch die Dresdner Bank und deren Mutterhaus Allianz Interesse an einem Erwerb des Finanzdienstleisters BHW. Die Deutsche Bank hält sich offenbar zurück.

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Nach Postbank und Commerzbank zeigen auch die Dresdner Bank und deren Mutterhaus Allianz Interesse an einem Erwerb des Finanzdienstleisters BHW. Dies erfuhr diese Zeitung aus Finanzkreisen. Ein Sprecher der Dresdner Bank verweigerte jeden Kommentar: "Zu Marktspekulationen nehmen wir grundsätzlich keine Stellung." Die Gewerkschaftsholding BGAG und der Deutsche Beamtenwirtschaftsbund wollen ihre BHW-Anteile von 39 und 37 Prozent in einem Bieterverfahren veräußern.

Dem Vernehmen nach haben sich Allianz und Dresdner Bank das Informations-Memorandum, das die mit dem Verkaufsprozeß beauftragte Investmentbank Goldman Sachs über die BHW-Gruppe zusammengestellt hat, zuschicken lassen. Ob sie nun auch den nächsten Schritt im Bieterverfahren mitgehen und ein erstes unverbindliches Angebot abgeben, scheint noch offen zu sein. Die Hamelner BHW Holding AG weckt wegen ihrer 4 Millionen Kunden und der breiten Vertriebsbasis mit gut 4000 Außendienstmitarbeitern das Interesse von Finanzhäusern im In- und Ausland; sie ist eine der letzten freien Finanzvertriebsorganisationen in Deutschland. Allerdings steht nicht nur die BHW, sondern auch die krisengeschüttelte Frankfurter Hypothekenbank AHBR zum Verkauf. An ihr sind die BGAG mit 50 Prozent und die BHW mit 40 Prozent beteiligt. Zwar wurde bereits vor Monaten ein separates Verfahren für den Verkauf der AHBR eingeleitet. Die BHW-Interessenten sind im Juli aber ausdrücklich aufgefordert worden, eine Lösung zu präsentieren, die auch die Abgabe der Hypothekenbank garantiert. Genau aus diesem Grund, so heißt es im Markt, hat sich BNP Paribas jetzt aus dem Bieterverfahren verabschiedet: Mit der AHBR wollte die französische Bank nichts zu tun haben. Auch Postbank und Commerzbank wollen die AHBR nicht haben. Daher will die Postbank ein loses Konsortium mit dem amerikanischen Finanzinvestor Cerberus schmieden. Cerberus, Lone Star und das Finanzinvestoren-Duo Christopher Flowers/George Soros sind die einzig verbliebenen ernsthaften Interessenten für AHBR.

Daß die Deutsche Bank ihren Hut beim BHW-Verkauf in den Ring wirft, wird im Markt nicht erwartet. Möglicherweise hängt diese Zurückhaltung mit der Überlegung zusammen, zu einem späteren Zeitpunkt ohnehin die Postbank zu übernehmen. Schließlich gilt die Postbank als Favorit im Rennen um BHW, denn sie würde unter allen deutschen Banken wohl am stärksten von der Vertriebsplattform der Hamelner profitieren. Außerdem würde die Postbank wohl nicht die BHW-Hauptverwaltung in Frage stellen. Damit hätte sie die Rückendeckung von Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU), der aus standort- und wahlpolitischen Gründen versucht, die Verkaufsentscheidung zu beeinflussen. Zu der zunächst von Wulff angestrebten "niedersächsischen Lösung" - also der Übernahme durch NordLB oder Talanx - wird es zwar nicht kommen. Aber im Hintergrund pocht Wulff offenbar darauf, daß jeglicher Käufer zu einer Art Beschäftigungsgarantie in Hameln verpflichtet wird. Auch der gewerkschaftseigene Verkäufer BGAG kann den Mitarbeiteraspekt nicht einfach außer acht lassen. Gleichwohl ist es am Ende wohl vor allem eine Frage des Kaufpreises, der (ohne AHBR) auf 1,5 bis 2,5 Milliarden Euro geschätzt wird.

Einen präzisen Zeitplan für den Fortgang des BHW-Bieterverfahrens gibt es bisher nicht. Vermutlich werden die Interessenten aufgefordert, bis Ende August ein unverbindliches Angebot oder zumindest eine konkrete Interessenbekundung vorzulegen. Aus dem Kreis dieser Bewerber sortiert Goldman Sachs mit den Verkäufern diejenigen aus, die als nicht qualifiziert genug gelten. Für eine einstellige Zahl ernstzunehmender Kandidaten wird anschließend der Datenraum geöffnet. Erst dann dürfen Interessenten einen tiefen Blick in die BHW-Bücher werfen. Nach früheren Angaben soll der Verkaufsprozeß bis zum Jahresende abgeschlossen sein. (rit.)

Quelle: F.A.Z., 05.08.2005, Nr. 180 / Seite 14
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