Home
http://www.faz.net/-gqi-75su1
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
easyfolio

Feuer durch Batterien Behörden untersagen „Dreamliner“-Flüge

Der „Dreamliner“ wird für Boeing zum Albtraum. Die Behörden in Amerika, Japan und Europa untersagen Flüge. Als Grund für die Probleme werden die eingebauten Batterien genannt. Eine Lösung dürfte nicht einfach werden.

© dpa Vergrößern Hier hebt kein „Dreamliner“ mehr ab: Die amerikanische FAA will alle Maschinen untersuchen

Boeings Vorzeigeflieger „Dreamliner“ muss nach einer Reihe von Pannen in den Vereinigten Staaten vorerst am Boden bleiben. Die Luftfahrtbehörde FAA hat diese Anordnung für die in den Vereinigten Staaten registrierten Maschinen am späten Mittwoch in Washington erlassen. Als Grund nannte sie das Risiko eines Feuers durch die eingebauten Batterien. Direkt vorausgegangen war eine Notlandung eines „Dreamliners“ in Japan, nachdem eine Batterie geschmort hatte.

Die beiden japanischen Fluglinien All Nippon Airways und Japan Airlines hatten daraufhin für Mittwoch und Donnerstag alle Flüge mit dem Langstreckenjet gestrichen. Nun untersagten auch die europäische und die japanische Luftfahrtbehörde den Betrieb des Langstreckenflugzeugs bis auf Weiteres. In Europa hat bislang nur die polnische Fluggesellschaft LOT „Dreamliner“ in Betrieb. Den japanischen Fluggesellschaften wurde am Donnerstag eine entsprechende Anordnung erteilt. Demnach muss Boeings Vorzeigeflieger in Japan solange am Boden bleiben, bis die Sicherheit der Maschinen gewährleistet ist.

Mehr zum Thema

In der Vorwoche hatte eine Batterie eines am Boden stehenden „Dreamliners“ in Boston gebrannt. Bislang hat Boeing 50 „Dreamliner“ ausgeliefert, die Hälfte davon ging nach Japan. In den Vereinigten Staaten fliegt bislang nur United Airlines das Modell und ist entsprechend von der FAA-Anordnung betroffen. Die sechs Maschinen dürften erst dann wieder abheben, wenn die Fluggesellschaft gegenüber der Luftfahrtbehörde nachgewiesen habe, dass die Batterien sicher seien, erklärte die FAA.

Die FAA will nun mit Boeing und den Fluggesellschaften zusammenarbeiten, um schnellstmöglich eine Lösung für das Batterieproblem zu finden. Das könnte aber nicht ganz einfach werden: Das hochmoderne Flugzeug ist mehr noch als ältere Modelle auf Strom angewiesen. Viele hydraulische Systeme wurden durch Computersteuerungen ersetzt.

Die Flüge mit Boeings Vorzeigeflieger werden abgesagt © dpa Vergrößern Die Flüge mit Boeings Vorzeigeflieger werden abgesagt

Bei den Batterien handelt es sich nach FAA-Angaben um Lithium-Ionen-Akkus. Dieser Typ wird auch in Handys, Digitalkameras oder Notebooks eingesetzt, weil er auf kleinen Raum viel Strom speichern und lange halten kann. Jedoch gab es auch bei diesen Elektronikgeräten immer wieder Fälle brennender oder schmorender Batterien. Beim „Dreamliner“ würde den Gründen für die Brandgefahr bei den Batterien gerade nachgegangen, erklärte die FAA.

Sie hatte erst in der vergangenen Woche eine weitreichende Untersuchung vor allem der elektrischen und mechanischen Systeme gestartet, nachdem sich die Pannen gehäuft hatten. Die leichten Verbundwerkstoffe, aus denen der „Dreamliner“ besteht, machen dagegen bislang keine Probleme. Die FAA erklärte, andere Flugaufsichtsbehörden weltweit zu informieren, damit auch diese Maßnahmen ergreifen könnten.

Am Mittwoch musste ein Dreamliner in Japan wegen Rauchentwicklung in der Kabine notlanden. Boeing wird derzeit von einer Serie von Zwischenfällen bei seinen Prestigefliegern erschüttert. Artikel.Text Video starten $fazgets_pct
© reuters, Reuters Vergrößern Notlandung in Japan: Airlines streichen Dreamliner-Flüge

Amerikanische Experten sind zudem bereits unterwegs nach Japan, um den dortigen Pannenflieger unter die Lupe zu nehmen. In Deutschland betreibt bislang keine einzige Fluggesellschaft den „Dreamliner“. Air Berlin hat aber 15 Stück bestellt. Tui Travel will 13 Maschinen abnehmen. Insgesamt liegen Boeing rund 800 Bestellungen für die jeweils etwa 200 Millionen Dollar teuren Flieger vor. Die Aktie des Airbus-Rivalen fiel nachbörslich um weitere 2 Prozent.

Nach der Entscheidung der FAA nahm auch Air India seine sechs „Dreamliner“-Maschinen des amerikanischen Herstellers Boeing aus dem Flugplan. Air India-Chef Rohit Nandan sagte der Zeitung „Times Of India“ am Donnerstag: Im Einklang mit der FAA-Anweisung habe Air India entschieden, die Maschinen vorerst für Überprüfungen aus dem Verkehr ziehen.

Quelle: FAZ.NET/dpa

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Neue Drohung aus Moskau Luftraumsperre schadet nicht nur dem Westen 

Russland hat sich Überflüge von Verkehrsfliegern bislang gut bezahlen lassen. Die vom Kreml angedrohte Sperre des Luftraums würde daher nicht nur den Airlines und ihren Passagieren schaden. Mehr

08.09.2014, 12:46 Uhr | Wirtschaft
Nun soll Bluefin die verschollene Boeing finden

Bei der Suche nach Flug MH370 der Malaysia Airlines im Indischen Ozean setzen die Suchmannschaften auf einen U-Boot-Roboter: Bluefin-21 soll die Boeing per Sonar finden. Die Batterien der Blackbox des vermissten Flugzeugs sind vermutlich leer Mehr

14.04.2014, 14:28 Uhr | Gesellschaft
Flugverkehr Lufthansa-Piloten bestreiken Langstreckenflüge

Die Piloten der Lufthansa wollen am Dienstag abermals streiken. Bestreikt werden von 9 bis 17 Uhr die Langstreckenflüge ab Frankfurt. Mehr

15.09.2014, 09:22 Uhr | Wirtschaft
Schreckensbild an der Unglücksstelle von Flug MH17

Mit 298 Menschen an Bord ist eine Boeing 777 der Malaysia Airlines über der Ostukraine abgestürzt. Die Maschine war wahrscheinlich von einer Boden-Luft-Rakete getroffen wurde. Die Separatisten in der Ostukraine bestreiten eine Verantwortung für den Absturz. Mehr

19.07.2014, 08:29 Uhr | Politik
MH-17-Ermittler Ein Angriff vom Boden aus das wahrscheinlichste Szenario

Ohne Spezialwissen ließen sich die Schlüsse aus dem am Montag vorgestellten Bericht kaum ziehen. Nun leistet der niederländische Chefermittler Interpretationshilfe. Eine Boden-Luft-Rakete soll MH17 getroffen haben. Mehr

12.09.2014, 16:32 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 17.01.2013, 07:59 Uhr

Riskante Vermietung

Von Michael Psotta

Mit Wohnungen Geld zu verdienen, ist nicht so leicht wie es derzeit oft klingt - trotz des Immobilienaufschwungs. Dafür gibt es mehrere Gründe. Mehr 5 12


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Grafik des Tages Amazon vor Otto vor Zalando

Der Platzhirsch im deutschen Online-Handel heißt Amazon. Er setzt mehr um als seine unmittelbaren Verfolger zusammen. Mehr

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden