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Fernverkehr Die Bahn bekommt neue Konkurrenz

 ·  Den Fernverkehr auf der Schiene hat die Bahn bislang nahezu allein bedient. Damit ist es bald vorbei: Ab Herbst will ein Kölner Unternehmen Züge von Köln nach Berlin und Hamburg schicken.

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© dpa Vergrößern In einem Waggon-Fenster spiegelt sich der Kölner Dom: Bald bekommt die Bahn ab Köln Konkurrenz - MSM hatte bereits im vergangenen August angekündigt, in den Fernverkehr einsteigen zu wollen. Damals war allerdings noch von Ende 2012 als Starttermin die Rede

Der Fernverkehr war lange Zeit ein Monopol der Deutschgen Bahn. Während im Regionalverkehr schon länger private Konkurrenz herrscht, hat die Deutsche Bahn den Fernverkehr bisher nahezu allein bedient. Eine Ausnahme bildet die Strecke Leipzig-Berlin-Rostock. Dort fahren seit zehn Jahren InterConnex-Züge der Ostseeland Verkehr GmbH, einer Tochter des französichen Veolia-Konzerns. Sie sind zwei Mal täglich mit Einstiegspreisen von 14 Euro zwischen Berlin und Leipzig und einmal täglich zwischen der Hauptstadt und Rostock/ Warnemünde unterwegs.

Das könnte bald anders aussehen: Das Kölner Unternehmen MSM will ab dem frühen Herbst ins Fernstrecken-Geschäft einsteigen. MSM-Chef Niko Maedge bestätigte das am Freitag. Die Kölner würden die Bahn auf einer ihrer Topstrecken angreifen.

Während MSM bisher Bahnreisen, zum Beispiel mit Party- oder Sonderzügen, organisierte, will es nun täglich zwei wichtige Verbindungen von Köln nach Berlin und Hamburg und zurück anbieten. Der Zug starte in Köln und werde in Hannover geteilt, ein Zugteil fahre dann weiter nach Berlin, der andere nach Hamburg.

Auf die Idee kam das Unternehmen aus einer längeren Marktbeobachtung heraus, die eine steigende Nachfrage erkannt hat. „Wir sehen da durchaus Potenzial, der Markt ist da“, sagte Maedge. Einen finanziellen Gewinn erwartet er im Anfangsstadium noch nicht: „In den ersten zwei bis drei Jahren müssen wir sehen, dass wir eine Null schreiben. Alles andere wäre unrealistisch.“

Was MSM bieten will

Der Einstiegspreis solle bei 19,90 Euro liegen, aber das Preissystem werde flexibel sein, ähnlich wie bei Billigfliegern: Bei stärker gefragten Zügen und kurzfristigen Buchungen sind die Fahrkarten teurer. „Das wäre wirtschaftlich sonst nicht machbar“, sagte Maedge. „Es werden aber auf jeden Fall attraktive Preise im zweistelligen Bereich sein.“

Die Züge sollten reservierungspflichtig sein. Spontane Zugfahrten mit der Bahn-Konkurrenz wären also schwierig. „Wir wollen eine Sitzplatzgarantie geben und komfortables Reisen ermöglichen“, sagte Maedge. „Bei uns wird es keine Stehplätze oder das Sitzen auf dem Gang geben“

Die Fahrtzeiten würden variieren, aber deutlich unter fünf Stunden liegen. In den Zügen werde MSM auch einen gastronomischen Service anbieten.

Die ersten Tickets gibt es ab Juni

MSM hatte bereits im vergangenen August angekündigt, in den Fernverkehr einsteigen zu wollen. Damals war allerdings noch von Ende 2012 als Starttermin die Rede. Jetzt gibt es schon erste Trassenzusagen von der Bahn-Tochter DB Netz, die für die Vergabe zuständig ist. MSM will etwa 30 Wagen und vier Loks anmieten und damit genug Reserven für Wartung und Reparatur bereithalten.

Der Vertrieb wird demnach gerade aufgebaut. Tickets sollen im Internet oder in Reisebüros gebucht werden können. Ab Juni soll das Angebot offensiv vermarktet werden.

Auf diese Topstrecke Hamburg-Köln hat es auch die Hamburg-Köln-Express GmbH (HKX) abgesehen, aber bisher den Termin immer wieder aufgeschoben.

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