Home
http://www.faz.net/-gqi-6y4eo
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
easyfolio

Fernverkehr Die Bahn bekommt neue Konkurrenz

Den Fernverkehr auf der Schiene hat die Bahn bislang nahezu allein bedient. Damit ist es bald vorbei: Ab Herbst will ein Kölner Unternehmen Züge von Köln nach Berlin und Hamburg schicken.

© dpa Vergrößern In einem Waggon-Fenster spiegelt sich der Kölner Dom: Bald bekommt die Bahn ab Köln Konkurrenz - MSM hatte bereits im vergangenen August angekündigt, in den Fernverkehr einsteigen zu wollen. Damals war allerdings noch von Ende 2012 als Starttermin die Rede

Der Fernverkehr war lange Zeit ein Monopol der Deutschgen Bahn. Während im Regionalverkehr schon länger private Konkurrenz herrscht, hat die Deutsche Bahn den Fernverkehr bisher nahezu allein bedient. Eine Ausnahme bildet die Strecke Leipzig-Berlin-Rostock. Dort fahren seit zehn Jahren InterConnex-Züge der Ostseeland Verkehr GmbH, einer Tochter des französichen Veolia-Konzerns. Sie sind zwei Mal täglich mit Einstiegspreisen von 14 Euro zwischen Berlin und Leipzig und einmal täglich zwischen der Hauptstadt und Rostock/ Warnemünde unterwegs.

Das könnte bald anders aussehen: Das Kölner Unternehmen MSM will ab dem frühen Herbst ins Fernstrecken-Geschäft einsteigen. MSM-Chef Niko Maedge bestätigte das am Freitag. Die Kölner würden die Bahn auf einer ihrer Topstrecken angreifen.

Mehr zum Thema

Während MSM bisher Bahnreisen, zum Beispiel mit Party- oder Sonderzügen, organisierte, will es nun täglich zwei wichtige Verbindungen von Köln nach Berlin und Hamburg und zurück anbieten. Der Zug starte in Köln und werde in Hannover geteilt, ein Zugteil fahre dann weiter nach Berlin, der andere nach Hamburg.

Auf die Idee kam das Unternehmen aus einer längeren Marktbeobachtung heraus, die eine steigende Nachfrage erkannt hat. „Wir sehen da durchaus Potenzial, der Markt ist da“, sagte Maedge. Einen finanziellen Gewinn erwartet er im Anfangsstadium noch nicht: „In den ersten zwei bis drei Jahren müssen wir sehen, dass wir eine Null schreiben. Alles andere wäre unrealistisch.“

Was MSM bieten will

Der Einstiegspreis solle bei 19,90 Euro liegen, aber das Preissystem werde flexibel sein, ähnlich wie bei Billigfliegern: Bei stärker gefragten Zügen und kurzfristigen Buchungen sind die Fahrkarten teurer. „Das wäre wirtschaftlich sonst nicht machbar“, sagte Maedge. „Es werden aber auf jeden Fall attraktive Preise im zweistelligen Bereich sein.“

Die Züge sollten reservierungspflichtig sein. Spontane Zugfahrten mit der Bahn-Konkurrenz wären also schwierig. „Wir wollen eine Sitzplatzgarantie geben und komfortables Reisen ermöglichen“, sagte Maedge. „Bei uns wird es keine Stehplätze oder das Sitzen auf dem Gang geben“

Die Fahrtzeiten würden variieren, aber deutlich unter fünf Stunden liegen. In den Zügen werde MSM auch einen gastronomischen Service anbieten.

Die ersten Tickets gibt es ab Juni

MSM hatte bereits im vergangenen August angekündigt, in den Fernverkehr einsteigen zu wollen. Damals war allerdings noch von Ende 2012 als Starttermin die Rede. Jetzt gibt es schon erste Trassenzusagen von der Bahn-Tochter DB Netz, die für die Vergabe zuständig ist. MSM will etwa 30 Wagen und vier Loks anmieten und damit genug Reserven für Wartung und Reparatur bereithalten.

Der Vertrieb wird demnach gerade aufgebaut. Tickets sollen im Internet oder in Reisebüros gebucht werden können. Ab Juni soll das Angebot offensiv vermarktet werden.

Auf diese Topstrecke Hamburg-Köln hat es auch die Hamburg-Köln-Express GmbH (HKX) abgesehen, aber bisher den Termin immer wieder aufgeschoben.

Quelle: dpa

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Fahrpreisanhebung Bahnfahren wird nur teilweise teurer

Gute Nachricht: Bahnfahren im Fernverkehr wird nur in der 1. Klasse teurer. Zwar steigen einige Preise im Regionalverkehr. Doch das trifft nicht viele. Mehr

29.09.2014, 11:11 Uhr | Finanzen
Derby Köln gegen Gladbach elektrisiert

Das Lokal-Derby Köln gegen Gladbach steht traditionell unter einem besonderen Stern. Ähnlich wie beim Derby Schalke gegen Borussia Dortmund gilt ein Sieg gegen den Erzrivalen als besonders wertvoll. Die Polizei wird am Sonntag mit einem Großaufgebot in Köln sein. Das Kölner Stadion ist ausverkauft. Mehr

19.09.2014, 15:00 Uhr | Sport
Frankfurt - die wachsende Stadt Jede Menge los

Die Stadt ist voll, mitunter proppenvoll. Ob auf der Zeil, am Mainufer oder im Waldstadion: Es wimmelt von Menschen. Wohl dem, der sich auskennt und das Gebot des antizyklischen Handelns beherzigt. Mehr Von Matthias Trautsch, Rainer Schulze und Petra Kirchhoff

24.09.2014, 13:24 Uhr | Rhein-Main
Taxifahrer protestieren gegen Konkurrenz aus dem Netz

In Berlin, Paris und anderen europäischen Städten haben Berufsfahrer ihrem Ärger über die neue Konkurrenz aus dem Netz Luft gemacht. Mehr

11.06.2014, 23:24 Uhr | Aktuell
Kardinal Woelki Der vermeintliche Hardliner

Der Kardinal kehrt heim. Rainer Maria Woelki ist am Samstag als neuer Erzbischof von Köln eingeführt worden. Dort werden sich viele wundern. Berlin hat den Rheinländer verändert. Mehr Von Daniel Deckers, Berlin

18.09.2014, 17:47 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 02.03.2012, 14:53 Uhr

Die EZB steht dumm da

Von Philip Plickert

Die EZB kauft angeschlagenen Ländern wie Italien und Frankreich Zeit. Doch die Regierungen liefern nicht und die Konjunktur lahmt. So wächst der Druck auf die Notenbank, noch mehr zu tun. Mehr 29 50


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Grafik des Tages In Briefen steckt oft nur Werbung

Heute schon in den Briefkasten geschaut? Gefühlt steckt in 90 Prozent der Briefe nur Werbung. Doch was ist wirklich drin? Ein Blick in den Geschäftsbericht der Post zeigt: Briefe schreibt heute kaum noch einer privat. Mehr 1

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden