http://www.faz.net/-gqe-y213
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
F.A.Z.-Index -- --
DAX ® -- --
Dow Jones -- --
EUR/USD -- --

Veröffentlicht: 09.02.2011, 16:18 Uhr

Fernbusse Bahn fürchtet sich vor neuer Bus-Konkurrenz

Der Bus-Fernlinienverkehr ist in Deutschland seit den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts zum Schutz der Bahn untersagt. Die Regierung will das ändern. Künftig will sie Fernbus-Linien fast ohne Einschränkungen zulassen. Die Bahn fordert ein enges Regelwerk für die Konkurrenz und will eine Mautpflicht für Busse.

von
© Wonge Bergmann Touring-Fernbus am Frankfurter Busbahnhof: Die Busse fahren ins Ausland - im Inland ist das Netz bislang dagegen dünn

Busse soll für Reisen auf längeren Strecken bald verstärkt in Konkurrenz mit Bahn, Flugzeug und Auto treten. Die Bundesregierung will künftig Fernbus-Linien in Deutschland fast ohne Einschränkungen zulassen. Dies sieht ein Referentenentwurf von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) vor, der ein Vorhaben des Koalitionsvertrages umsetzt. Die Deutsche Bahn warnt indes vor einer unerwünschten Verlagerung des Verkehrs von der Schiene auf die Straße und fordert ein enges Regelwerk für die Bus-Konkurrenz.

Kerstin Schwenn Folgen:

Im Gesetzentwurf des Verkehrsministeriums heißt es bündig: „Der Fernbuslinienverkehr wird weitgehend liberalisiert.“ Busunternehmen sollen auf Antrag bei den Länderbehörden auf allen Strecken Fahrten anbieten können. Die Zahl der Haltestellen soll nicht vorgeschrieben werden. Verbindungen in dem Regionen sollen auch von mehreren Bus-Konkurrenten parallel befahren werden.

Mehr zum Thema

Der Bus-Fernlinienverkehr ist in Deutschland seit den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts zum Schutz der Bahn untersagt. Freigegeben wurden später nur Verbindungen nach (West-)Berlin sowie zu Flughäfen. Die Bahn, selbst derzeit größter Betreiber von Fernbuslinien in Deutschland, rechnet mit Niedrigpreis-Angeboten der neuen Konkurrenz. Sie selbst hat bereits mehrere Strecken bei Länderbehörden beantragt, will aber bis zur Aufnahme des Betriebs die Ausgestaltung des neuen Rechtsrahmens abwarten.

Geschützt werden sollen nach Ramsauers Entwurf auch künftig Regionalstrecken, die Bahnunternehmen mit öffentlichen Zuschüssen betreiben. Hierin könnte ein Hebel für eine spürbare Beschränkung der Liberalisierung liegen. Um abzugrenzen, wann eine „Kannibalisierung“ des Nahverkehrs droht, müssen die Busunternehmer nach Forderung der Deutschen Bahn ebenfalls einer Betriebs- und Fahrplanpflicht unterliegen. Zudem wünscht sie auch eine Mautpflicht für Busse auf Autobahnen, die Ramsauer aber bisher nicht plant. Die Bahn sieht in der Maut ein Instrument zur Wettbewerbsgleichheit mit der Schiene, auf der Trassenpreise entrichtet werden müssen.

Quelle: F.A.Z.

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Haltestellen Immer Ärger mit dem Fernbus

An vielen Fernbushaltestellen in Deutschland herrscht Chaos. Warum gibt es nur so wenige Städte mit einem richtigen Busbahnhof? Mehr Von Dyrk Scherff

24.07.2016, 16:43 Uhr | Finanzen
Wahlkampf in Amerika Hillary Clinton erklärt Tim Kaine zu ihrem Vize

Hillary Clinton hat Tim Kaine als ihren Kandidat für das Vizepräsidentenamt nominiert. Der Senator aus Virginia war früher Bürgermeister von Richmond und gilt als profilierter Politiker, der sich für eine Liberalisierung der Einwanderungsgesetze stark macht. Mehr

24.07.2016, 19:25 Uhr | Politik
Streit Bund an Bahn: Kein Gewinn um jeden Preis

Ergebniszahlen, Pünktlichkeit, W-Lan: Zwischen Bund und Deutscher Bahn kriselt es. Der Verkehrsminister fordert Verbesserungen. Bahn-Chef Grube spielt den Ball zurück. Mehr Von Kerstin Schwenn, Berlin

26.07.2016, 12:51 Uhr | Wirtschaft
Chicago Blitz verursacht Chaos in U-Bahn-Haltestelle

Ein Blitzeinschlag während eines heftigen Gewitters soll in Chicago eine U-Bahn-Haltestelle schwerbeschädigt haben. Der Einschlag sei im Zug zu spüren gewesen. Mehr

26.07.2016, 14:50 Uhr | Gesellschaft
Staatskonzern Deutsche Bahn steigert Halbjahresgewinn kräftig

Der Konzern hat seine Ergebnisse nach einer längeren Talfahrt stabilisiert. 2015 hatten die Lokführerstreiks und der starke Wettbewerb den Gewinn schrumpfen lassen. Mehr

27.07.2016, 11:28 Uhr | Wirtschaft

Hillary Clintons halbgare Agenda

Von Winand von Petersdorff, Washington

Der Unterschicht in Amerika geht es richtig übel. Vor allem Schwarze und hispanische Amerikaner haben kaum Chancen auf Aufstieg. Hillary Clinton gibt sich als Bürgerrechtsanwältin für die Schwachen. Reicht das? Mehr 17 21

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden