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Ferdinand Piëch im VW-Prozess Nichts gehört, nichts gesehen, nichts gewusst

09.01.2008 ·  Was wusste der frühere VW-Vorstandschef Ferdinand Piëch von Lustreisen und Sonderboni für Betriebsräte? Gar nichts, beteuerte der am Mittwoch vor Gericht. Es könne zwar sein, dass Volkert ihn darauf angesprochen habe, dass er besser bezahlt werden wolle, konkrete Zusagen habe er aber nicht gemacht.

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Der mächtige VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch hat eine Mitwisserschaft in der VW-Affäre um Untreue und Lustreisen auf Firmenkosten bestritten. Piëch sagte am Mittwoch als Zeuge vor dem Landgericht Braunschweig, er habe zu seiner Zeit als Vorstandschef „zu keinem Zeitpunkt“ Kenntnis von einem Missbrauch von „Vertrauensspesen“ durch Betriebsräte gehabt.

Er habe auch keine Einzelheiten über die Reisen von Betriebsräten gekannt. „Ich habe mich nicht damit befasst“, so Piëch. Er habe zudem nichts von Sonderbonuszahlungen an den angeklagten früheren Betriebsratschef Klaus Volkert gewusst. Von der brasilianischen Geliebten Volkerts, die von VW-Honorarzahlungen erhielt, habe er nur durch Gerüchte erfahren, denen er nicht nachgegangen sei.

Keine konkreten Zusagen, keine Zuständigkeit

Es könne jedoch sein, dass ihn Volkert darauf angesprochen habe, dass er besser bezahlt werden wolle. Konkrete Zusagen an Volkert habe er aber zu keinem Zeitpunkt gemacht, sagte Piëch. Dies sei auch nicht in seinen Zuständigkeitsbereich gefallen. Für die Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat sei der damalige Personalvorstand Peter Hartz zuständig gewesen.

Video: Was wusste Piëch?

Hartz hatte bei seiner Zeugenaussage Piëch entlastet und eigene Schuld eingestanden. Volkert ist wegen Anstiftung zur Untreue angeklagt. Er soll Hartz dazu angestiftet haben, ihm Sonderboni in Höhe von rund zwei Millionen Euro zu zahlen. In Braunschweig muss sich neben Volkert auch der frühere Personalmanager Klaus-Joachim Gebauer verantworten. Dieser ist wegen Untreue angeklagt.

Eine Mitwisserschaft des Managements über Lustreisen und Dienste von Prostituierten, die Betriebsräte auf VW-Kosten in Anspruch nahmen, könnte das Strafmaß für Volkert und Gebauer verringern. Piëch war von 1993 bis 2002 Vorstandschef von Volkswagen.

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Von Heike Göbel

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