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FAZ.NET-Spezial: Siemens-Affäre In Pierers Zeit flossen die schmutzigen Gelder

29.03.2007 ·  Gehörten die Schmiergeldzahlungen bei Siemens zum System? Das zu beweisen obliegt zwar der Justiz. Doch unabhängig davon gibt es eine unternehmerische Verantwortung. Der kann sich Aufsichtsratschef Pierer nicht entziehen.

Von Folker Dries
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Die Einschläge kommen immer näher. Erst waren es Führungskräfte der dritten und vierten Ebene, dann ehemalige Bereichsvorstände, später ein ehemaliger Zentralvorstand und nun ein amtierender Zentralvorstand. Die Staatsanwälte der Republik arbeiten sich im Siemens-Konzern scheinbar systematisch von unten nach oben.

Mit Johannes Feldmayer sitzt jetzt sogar ein Manager in Untersuchungshaft, der vor drei Jahren einer der beiden Topkandidaten für den Vorstandsvorsitz war. Hätte Feldmayer damals die Nachfolge von Heinrich von Pierer angetreten, säße jetzt der Kapitän eines großen deutschen Industriekonzerns hinter Gittern.

Unternehmerische Verantwortung

Doch wer glaubt schon, dass mit Feldmayer das Ende der Fahnenstange erreicht ist? Die kaum mehr überschaubaren Korruptions- und Untreuevorwürfe legen die Vermutung nahe, dass Schmiergeldzahlungen bei Siemens zum täglichen Geschäft, ja zum System gehörten.

Video: Siemens-Vorstand bleibt im Gefängnis

Das zu beweisen obliegt zwar der Justiz. Doch unabhängig davon gibt es eine unternehmerische Verantwortung. Und die hat bisher niemand übernommen. Es geht hier nicht um Vorstandschef Klaus Kleinfeld, sondern um den Aufsichtsratsvorsitzenden Heinrich von Pierer. In seiner Zeit als Vorstandsvorsitzender flossen all die schmutzigen Gelder, deren Verbleib die Justiz jetzt aufdeckt. Pierer will von all dem nichts gewusst haben. Doch selbst wenn dem so ist, kann er sich der Verantwortung dafür nicht entziehen.

Quelle: F.A.Z., 29.03.2007, Nr. 75 / Seite 11
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