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Veröffentlicht: 17.05.2014, 19:34 Uhr

F.A.S.-Gespräch Ryanair-Chef: Wir fliegen für 10 Euro nach Amerika

Michael O’Leary setzt im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung auf die nächste Krise. Dann will der Ryanair-Chef Schnäppchenpreise über den Atlantik anbieten.

© dpa Der Chef und sein Vogel: Michael O’Leary mit dem Modell eines Ryanair-Jets

Der europäische Marktführer unter den Billigairlines will künftig für zehn Euro Passagiere in die Vereinigten Staaten fliegen. „Wir werden dazu eine Schwestergesellschaft gründen und mit 15 bis 20 Flugzeugen starten. Vier bis fünf Jahre später sollen es 30 bis 40 werden“, sagte Ryanair-Chef Michael O’Leary gegenüber der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (Ausgabe vom 18. Mai). „8 bis 10 europäische Flughäfen könnten mit 10 bis 15 Zielen in den Vereinigten Staaten verbunden werden“. Der Flughafen Frankfurt-Hahn könne dabei ein Ziel in Deutschland sein.

Zehn Euro seien nur der Einstiegspreis. „Dazu kommen natürlich Gebühren für Koffer, für das Essen an Bord, für den Videofilm. Wir werden auch eine Business-Class einrichten, die mehr kosten wird.“ Die Langstreckenflüge würden aber frühestens in fünf Jahren starten, weil derzeit keine Flugzeuge am Markt verfügbar und noch zu teuer seien. „Wir müssen erst auf die nächste Krise warten, dann sinken die Preise wieder.“ Die nächste Krise komme bestimmt: „Drei Golfgesellschaften, die genau das gleiche Geschäftsmodell verfolgen, nämlich Passagiere über den Golf zu leiten – das kann nicht gutgehen. Eine wird überleben, die anderen werden scheitern“, sagte O’Leary der Sonntagszeitung weiter.

„Hahn bleibt unser wichtigster Flughafen“

Ende August werde Ryanair auch Tarife für Geschäftsreisende einführen. Die Kunden bekommen einen „Sitzplatz in den vorderen Reihen, damit sie später einsteigen und nach der Landung schneller aussteigen können. Kostenlos umbuchbare Tickets, bevorzugte Sicherheitskontrolle, Rabatte für Vielflieger“. Der Preis werde im Durchschnitt 78 Euro betragen. Ein normales Ticket koste derzeit im Schnitt 48 Euro. Für Familien würde aber Ende Juni ein spezielles Angebot eingeführt. Für Gepäck und den Sitz der Kinder könne es dann Erleichterungen und Rabatte geben.

O’Leary betonte der Zeitung zufolge, dass das verstärkte Ansteuern von großen Flughäfen zum Beispiel von Köln und Nürnberg keine Abkehr von Provinzflughäfen bedeute. „Hahn bleibt bei weitem unser wichtigster Flughafen in Deutschland.“ Finanzielle Unterstützung für den angeschlagenen Flughafen werde Ryanair aber nicht leisten. „Wenn wir mehr Gebühren zahlen, steigen die Ticketpreise, und dann fliegen weniger.“

Der Vorstandsvorsitzende, der die Fluglinie seit 1993 führt, räumte ein, dass viele seiner Vorschläge aus der Vergangenheit nicht ernst gemeint waren. Er hatte unter anderem behauptet, die Lufthansa kaufen, Stehplätze und eine Toilettengebühr einführen zu wollen. „Das war großartige PR für uns. Wir waren eine kleine Fluglinie, hatten nicht viel Geld für Werbung. Da müssen Sie viel Aufmerksamkeit erregen.“ Jetzt brauche er eine solche Kommunikationsstrategie nicht mehr.

Mehr dazu in der F.A.S. vom 18.05.2014. Am Vorabend schon in der F.A.Z.-App und im E-Paper.

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