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Früherer Stada-Mann : Oetker: Vorstände verschenkten Vermögen der Firma

  • Aktualisiert am

Der Stada-Sitz in Bad Vilbel Bild: dpa

Nach den großen Personal-Rochaden im Stada-Konzern kommt das Unternehmen weiterhin nicht zur Ruhe. Nun tritt der ehemalige Aufsichtsratschef gegen das Unternehmen nach.

          Carl Ferdinand Oetker, ausgeschiedener Aufsichtsratschef von Stada, rechnet mit dem Management des Pharma-Konzerns ab: „Einige Vorstände haben es als ihr Recht angesehen, Vermögen der Firma zu verschenken“, sagte Oetker der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Er gab zu, dass im Jahr 2015 ein Audi Q5 der Firma einfach so verschenkt wurde: „Ein ungeheuerlicher Vorgang.“ Außerdem wurden horrende Honorare an Berater bezahlt, ohne dass die eine Leistung erbracht hätten.

          Insgesamt ist dem Konzern laut F.A.S. dadurch ein Schaden über mehrere Millionen entstanden. Ohne konkrete Zahlen zu nennen, spricht Oetker im Interview mit der Sonntagszeitung von „signifikanten“ Summen. Der Betrag sei so hoch, dass er die Gewinn- und Verlustrechnung eines Milliarden-Konzerns beeinträchtigen könne, stellte er klar.

          In der F.A.S. wehrt sich Oetker gegen den Vorwurf, als Stada-Aufsichtsrat Geld verschwendet zu haben, weil der ehemalige Vorstandschef Retzlaff trotz all dieser Verfehlungen mit einem goldenen Handschlag verabschiedet wurde. Oetker wörtlich: „Die renommierte Kanzlei Freshfields, die uns beraten hat, hat uns zu einem Aufhebungsvertrag geraten. Die Erfolgswahrscheinlichkeit für eine fristlose Kündigung haben die Juristen unter 50 Prozent angesehen. In diesem Fall wäre die Trennung wahrscheinlich erheblich teurer geworden.“

          So habe die Abfindung für Retzlaff zwei Jahresgehälter betragen, wie im Corporate-Governance-Kodex empfohlen. „Wir haben allerdings fest geschrieben, dass man im Fall neuer Erkenntnisse Herrn Retzlaff finanziell zur Verantwortung ziehen kann. Er hat auch nicht die gesamte Summe bekommen; eine große Tranche ist weiterhin eingefroren“, sagte Oetker der F.A.S.

          Das komplette Interview mit Carl Ferdinand Oetker lesen Sie von 20 Uhr an im E-Paper der F.A.S.

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