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Europäische Umsatztabelle : Die Fußball-Giganten wachsen und wachsen

Abgehängt: In der Umsatz-Tabelle rennt der FC Bayern hinterher. Bild: dpa

In Europa steigen die Umsätze der Topklubs auf 6,6 Milliarden Euro. Der FC Bayern kann sich noch unter den Top-Fünf behaupten – und muss künftig stärkere Konkurrenz fürchten.

          Während an diesem Freitag die Fußball-Bundesliga erst in die Rückrunde der Saison startet, steht jetzt schon fest, dass neben Bayern München, Borussia Dortmund und Schalke 04 weiterhin kein anderer deutscher Klub zu den 20 umsatzstärksten Vereinen der Welt aufschließen konnte. Es wird sogar schwieriger, sich im Kampf um Marktanteile und Erlöse gegen die ausländische Konkurrenz, vor allem aus der englischen Premier League, zu behaupten. Und das, obwohl auch die Bundesliga stetig wächst. So fiel der sportlich und wirtschaftlich in der Vergangenheit zu instabile Hamburger SV mit einem Umsatz von zuletzt etwas mehr als 120 Millionen Euro im Jahr aus der Top-30-Rangliste heraus. Das hat spürbaren Einfluss auf die Möglichkeiten bei Spielereinkäufen.

          Michael Ashelm

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Einzig der Leuchtturm der Bundesliga, der FC Bayern, kann wie gewohnt an der Spitze der umsatzstärksten Fußball-Unternehmungen Europas mithalten (474 Millionen Euro), musste allerdings diesmal auf Platz fünf den FC Barcelona (560,8 Millionen) und Paris Saint-Germain (480,8 Millionen) vorbeiziehen lassen. Das ermittelte die Unternehmensberatung Deloitte für die Saison 2014/2015 in ihrem Report „Football Money League“.

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          Zum elften Mal nacheinander liegt der spanische Weltklub Real Madrid mit 577 Millionen Euro und einem Plus von 5 Prozent zum Vorjahr auf Platz eins der Umsatztabelle, gefolgt vom FC Barcelona und von Manchester United (519,5 Millionen). Damit sind erstmals drei Fußballklubs in Europa gleichzeitig über die Marke von einer halben Milliarde Euro gesprungen. Insgesamt steigerten die Top-20-Vereine ihre kumulierten Umsätze um rund 8 Prozent und erreichten mit 6,6 Milliarden Euro eine weitere Rekordmarke. Der FC Barcelona wuchs um 16 Prozent, angetrieben vor allem durch Einnahmen aufgrund des Gewinns der Champions League.

          Manchester United überrascht

          Der wirtschaftliche Aufstieg von Paris Saint-Germain hängt vor allem mit den qatarischen Besitzern zusammen, die dort seit 2011 mehr als 500 Millionen Euro investiert haben. Bei Deloitte geht man fest davon aus, dass der hochdrehende Spitzenfußball weiterhin ein Wachstumsmarkt ist und keine Blase, die demnächst platzt, so Karsten Hollasch, Leiter der Sportbusiness-Gruppe in Deutschland. „Es gibt keine Anzeichen, dass die Einnahmen aus TV-Verträgen, Ticketverkäufen und Sponsoring zurückgehen. Das gilt auch für die Bundesliga“, sagt er.

          Bild: F.A.Z.

          Beim FC Bayern ging der Umsatz leicht zurück, was damit zu tun hat, dass den Bayern Einnahmen aus dem Uefa-Supercup und der Klub-Weltmeisterschaft fehlten, an denen nur die jeweiligen Europapokalsieger teilnehmen. Zugleich verzeichnete der Münchner Klub, der derzeit seine Internationalisierung auf Auslandsmärkten für Merchandising und Sponsoring wie in Amerika und China stark anschiebt, einen Rekordgewinn von 23,8 Millionen Euro nach Steuern. Bei der Jahreshauptversammlung im November nannten die Bayern für die Saison 2014/2015 einen Umsatz von 523,7 Millionen Euro. Die Differenz zur Deloitte-Zahl (474 Millionen) kommt deshalb zustande, weil die Unternehmensberatung die jährlich stark schwankenden Transfererlöse der Vereine bei ihren Erhebungen nicht mitrechnet.

          Bemerkenswert ist die wirtschaftliche Stabilität von Manchester United. Der englische Klub legte beim Umsatz sogar leicht zu, obwohl er in der vergangenen Spielzeit nicht mal für die lukrative Champions League qualifiziert war. Grund dafür ist der kommerzielle Erfolg als Weltmarke mit vielen einträglichen Sponsorenverträgen. Deloitte rechnet damit, dass sich Manchester United beim nächsten Mal sehr wahrscheinlich vor Real Madrid und den FC Barcelona an die Umsatz-Spitze setzen wird. Und die weitere Zukunft in England steht auch schon fest: Von der kommenden Saison an gilt der neue Fernsehvertrag für die Premier League. Der wird bei den TV-Geldern 70 Prozent mehr als heute in die Kassen der Klubs spülen. Schon jetzt gehören 17 Vereine aus England zu den 30 umsatzstärksten der Welt; fünf kommen aus Italien, jeweils drei aus Deutschland und Spanien, je einer aus Frankreich und der Türkei. Diese Dominanz von der Insel wird sich mit dem neuen Fernsehgeld vergrößern.

          Quelle: F.A.Z.

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