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Europa-Park Rust : Im Notfall machen die Macks alles selbst

Ein Wasserpark für die Kinder: Jürgen Mack und Roland Mack (Mitte) bereiten den Generationswechsel vor. Bild: Verena Müller

Mit 20 Rutschen und dem größten Wellenbad Deutschlands plant der Europa-Park Rust eine neue Wasserwelt. Für die Inhaberfamilie Mack eine gewaltige Herausforderung.

          Den Tag sehnt Roland Mack schon lange herbei. An diesem Donnerstag ist es endlich so weit, der Grundstein für die neue Wasserwelt wird gelegt, die sich die Familie Mack 150 Millionen Euro kosten lassen wird. In zwei Jahren, am besten zu seinem 70. Geburtstag am 12. Oktober 2019, sollte alles fertig sein, wünscht sich Roland Mack, der Inhaber des Europa-Parks Rust, der vor 42 Jahren seinen Vater überredete, einen kleinen Märchenpark in Rust zu übernehmen und als Demonstrationsgelände für die Fahrgeschäfte der Firma Mack zu nutzen.

          Susanne Preuß

          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

          Schon jetzt macht sich Roland Mack Gedanken, wer zur Eröffnung der Wasserwelt mit ihm dann auf die Rutsche gehen könnte – manche Persönlichkeit aus dem öffentlichen Leben wird an so ein Versprechen erinnert werden, auch manch einstige Gegner der Wasserwelt. Inzwischen aber herrscht gute Stimmung in der Region Rust, wo ohnehin der Europapark als Touristenmagnet und Arbeitgeber für 3700 Menschen geschätzt wird. Durch die Wasserwelt und das zugehörige Hotel kommen noch einmal 500 Arbeitsplätze hinzu.

          Der Anfang vor 42 Jahren

          Der neue Wasserpark, der noch keinen Namen trägt, verspricht ein Freizeitpark zu werden, der die Besucher in eine andere Welt entführt – und zwar keineswegs in eine Welt von Palmen, wie das in Spaßbädern gang und gäbe ist, sondern eher in eine Welt mit Birken und Tannen. Die Macks haben sich den Norden zum Vorbild genommen, überraschen die Besucher mit Trollen und gestalten die Einrichtungen im skandinavischen Stil, bis hin zum Wikingerdorf auf dem Gelände. Insgesamt stehen 46 Hektar Fläche zur Verfügung. Unter einem auffälligen Dachkonstrukt entsteht auf rund 20.000 Quadratmetern das größte Indoor-Wellenbad in Deutschland, mit Strömungskanal und Wildwasserbahn, Surfsimulator und 20 Rutschen. Gleichzeitig wird ein weiteres Hotel mit 1300 Betten entstehen. Schon im ersten Jahr erwarten die Macks für die Wasserwelt 600.000 Besucher. Zum Vergleich: Der Europa-Park hat im vergangenen Jahr 5,5 Millionen Gäste angezogen und zählt damit zu den bedeutendsten Touristenattraktionen in Deutschland.

          Ob die Eröffnung in zwei Jahren klappt, ist noch nicht gesichert. Zu häufig sind schon ungeahnte Hindernisse aufgetaucht, seit vor zwei Jahrzehnten die ersten Schritte getan wurden. „Als jetzt die Baugenehmigung da war, haben wir keinen Generalunternehmer gefunden“, berichtet Roland Mack, der davon völlig überrascht wurde. „Dabei ist das ein Leuchtturmprojekt. Vor ein paar Jahren wäre uns so etwas noch aus den Händen gerissen worden.“ Aber die Bauwirtschaft ist ausgelastet, muss sich nicht um Aufträge reißen.

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          Ein Projekt von 150 Millionen Euro überhaupt zu kalkulieren, um ein Angebot unterbreiten zu können, sei den Unternehmern schon viel zu aufwendig, berichtet Mack. Er reagiert auf dieses Problem, wie die Macks schon immer reagiert haben: mit Selbermachen. Ganz am Anfang, vor 42 Jahren, war es auch schon so. Da sprang der Betreiber des Märchenparks Rust kurzfristig ab, und die Macks mussten selbst ran. Dieses Muster taucht immer wieder in der Geschichte des Familienunternehmens auf, weshalb heute praktisch die komplette Wertschöpfung des Parks bei den Macks verbleibt, von der Entwicklung der Achterbahnen über den Betrieb der Themenhotels bis zum Verkauf von Würstchen auf dem Gelände. Immer wieder macht man auch ein Geschäft aus den so gewonnenen Kompetenzen. So berät beispielsweise ein Team von mittlerweile rund 20 Designern andere Parks in Gestaltungsfragen.

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