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Engere Fusionsgespräche Commerzbank und Dresdner kommen sich näher

12.06.2008 ·  In die Fusionsgespräche zwischen Commerzbank und Dresdner Bank kommt offenbar Bewegung. Die Banken lassen sich in die Bilanzen gucken. Dabei geht es unter anderem darum, den Wert der nicht an der Börse notierten Dresdner Bank und ihrer Investmentbank Dresdner Kleinwort zu bestimmen.

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In die Fusionsgespräche zwischen Commerzbank und Dresdner Bank kommt offenbar Bewegung. Wie die Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag aus dem Umfeld der Institute erfuhr, haben Vertreter beider Häuser mit einer detaillierteren Prüfung der Bilanzen begonnen. Die Geldhäuser sprechen seit Wochen über ein gemeinsames Vorgehen im anstehenden Übernahmepoker in der deutschen Bankenbranche. So treten sie Finanzkreisen zufolge zusammen als Interessenten für die Postbank auf, die möglicherweise noch im Sommer verkauft wird. Ein Dreierbündnis gilt trotz der Komplexität als realistisch.

„Der Prozess nimmt allmählich Fahrt auf“, sagte ein Insider. Die Commerzbank bekomme tiefere Einblicke in bestimmte Unterlagen der Allianz-Tochter Dresdner Bank, diese wiederum erhalte Zugang zu Daten der Commerzbank. „Beim Sondieren der einzelnen Optionen wird nun genauer hingeschaut“, sagte eine andere mit dem Vorgang vertraute Person. Allerdings sei es zu früh, von einer Vorentscheidung zu einer Fusion zu sprechen. Auch eine Kombination beider Häuser mit der Postbank
werde für möglich gehalten.

„Der Wille ist da“

Es gehe unter anderem darum, den Wert der nicht an der Börse notierten Dresdner Bank und ihrer Investmentbank Dresdner Kleinwort zu bestimmen, hieß es in den Kreisen. Unter anderem solle auch herausgefunden werden, welche Kreditrisiken in den Bilanzen der Banken schlummerten und wie hoch der Ertrag pro Kunde sei. „Der Wille ist auf allen Seiten da, bald zu Ergebnissen zu kommen“, sagte ein Eingeweihter.

Zuvor hatte das „Handelsblatt“ berichtet, Commerzbank und Dresdner hätten mit der sogenannten Due Dilligence - also einer detaillierten Buchprüfung - begonnen. Allianz, Commerzbank und Dresdner Bank lehnten einen Kommentar ab. Allianz-Chef Michael Diekmann hatte vor ein paar Wochen erstmals öffentlich von Sondierungsgesprächen zwischen Allianz und anderen Instituten gesprochen. Auch Commerzbank-Finanzchef Eric Strutz betonte unlängst, sein Haus befinde sich in Gesprächen. Im Zentrum der erwarteten Konsolidierung stehen Dresdner Bank und Postbank. Die Allianz drängt auf eine schnelle Entscheidung zur Dresdner Bank, das Institut hat wegen der Finanzkrise mit Belastungen von 2,5 Milliarden Euro zu kämpfen. Dafür ist maßgeblich die Tochter Dresdner Kleinwort verantwortlich. Die Münchener wollen daher das Privat- und Firmenkundengeschäft als eigene Gesellschaft im Konzern abspalten, um einen möglichen Verkauf des Bereichs zu vereinfachen.

Fusion im Jahr 2000 gescheitert

Allerdings dürfte hier das letzte Wort noch nicht gesprochen sein. Die Allianz sei nicht auf einen Verkauf des Privat- und Firmenkundengeschäfts festgelegt, hieß es in den Kreisen. „Es kann auch das gesamte Institut einschließlich Dresdner Kleinwort verkauft werden, wenn ein gutes Angebot vorliegt“, sagte ein Insider. Jedoch ist fraglich, ob die Commerzbank erneut ins Investmentbanking einsteigen will. Die zweitgrößte deutsche Bank hatte dieses Geschäft erst vor wenigen Jahren stark
zurückgefahren.

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Von Heike Göbel

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