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Energiekosten 182 Versorger heben die Gaspreise an

21.03.2008 ·  Den Kunden steht eine neue Preiswelle bevor. Im Durchschnitt wird Gas 6,7 Prozent teurer, hat das Verbraucherportal Verivox für die F.A.Z. ausgerechnet. Die gute Nachricht: Die Verbraucher können leichter den Anbieter wechseln. Mit Preistabelle.

Von Holger Schmidt
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Auf die deutschen Verbraucher kommt im April und Mai abermals eine Welle von Gaspreiserhöhungen zu. Mindestens 182 Gasversorger in Deutschland heben ihre Preise im April und Mai um durchschnittlich 6,7 Prozent an, hat das Verbraucherportal Verivox für die F.A.Z. errechnet. Besonders hart trifft es die Haushalte in Sachsen: Die Stadtwerke Reichenbach heben ihren günstigsten Tarif um 14,1 Prozent an. Für einen Durchschnittshaushalt mit 20.000 Kilowattstunden Verbrauch steigt dann die Jahresrechnung um 186 Euro auf rund 1500 Euro.

Wer sein Gas von der Freitaler Strom + Gas GmbH bezieht, muss von April an sogar fast 1630 Euro im Jahr zahlen. Ähnlich teuer sind neben den Stadtwerken in Pasewalk und Weißwasser nur noch die Stadtwerke Weißenbach in Bayern: Wenn der Gaspreis zum 1. April wie angekündigt um 13 Prozent steigt, berechnen die Stadtwerke ihren Haushaltskunden mehr als 1600 Euro im Jahr. Viele Haushalte können die Preiserhöhungen ihres Versorgers nur noch schwer vorab erkennen, da die Versorger nur höhere Tarife der Grundversorgung sechs Wochen im Voraus bekanntgeben müssen. Die meisten Haushalte haben aber inzwischen andere Tarife, für die Preiserhöhungen sehr kurzfristig bekanntgegeben werden können. Daher ist in den kommenden Wochen mit weiteren Preiserhöhungen zu rechnen.

Grund für erhöhte Gaspreise ist der Ölmarkt

„Die Aufmerksamkeit der Verbraucher ist zunehmend gefordert, da die große Preiswelle, über die alle Versorger informieren, ausbleibt. So muss jeder Verbraucher selbst prüfen, wann und wie sein lokaler Versorger die Preise erhöht“, sagte Peter Reese von Verivox. Für immer mehr Verbraucher gibt es aber die Möglichkeit, den Gasversorger zu wechseln. „In den Markt kommt Bewegung. Je mehr Kunden wechseln, desto mehr günstigere Angebote wird es auch zukünftig geben“, sagte Reese. Neben E wie Einfach und Eprimo, den Tochtergesellschaften der Energiekonzerne Eon und RWE, dem niederländischen Anbieter Nuon und jungen Anbietern wie Flexgas machen auch immer mehr Stadtwerke den angestammten Versorgern Konkurrenz.

Der Grund für die neue Preiswelle ist auf dem Ölmarkt zu finden. Der Ölpreis hat Mitte Oktober 2007 die 80-Dollar-Marke überschritten und ist zeitweise sogar auf 110 Dollar je 159-Liter-Fass gestiegen. Der Gaspreis folgt mit etwa sechs Monaten Verzögerung dem Ölpreis, was sich jetzt in steigenden Preisen niederschlägt. Diese Koppelung macht das Gas unnötig teuer, kritisiert Claudia Kemfert, Energieexpertin am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung. „Die Konzerne kassieren durch die Kopplung des Gas- an den Ölpreis, die nicht mehr zeitgemäß ist, in ganz großem Stil ab.

Im Sommer ist mit weiteren Preiserhöhungen zu rechnen

Gas müsste viel billiger sein: Das Angebot ist so groß, dass der Preis bei einem Handel an der Börse 40 Prozent niedriger liegen könnte“, sagte Kemfert in einem Interview. Da der Ölpreis um die 100-Dollar-Marke pendelt, ist im Sommer mit weiteren Preiserhöhungen zu rechnen. Seit 2005 sind die Gaspreise in Deutschland schon um knapp 40 Prozent gestiegen, was viele Haushalte stark belastet und schon zu einer sozialpolitischen Diskussion um eine neue „Energiearmut“ geführt hat.

Die Diskussion wird weitergehen, denn der wichtigste Lieferant der deutschen Importeure, der russische Gaskonzern Gasprom, hat eine weitere Preiserhöhung angekündigt. Wegen der Dollar-Schwäche will Russland von Deutschland und anderen europäischen Staaten in diesem Jahr für 1000 Kubikmeter Gas bis zu 400 Dollar verlangen, hat Gasprom-Chef Alexej Miller verlauten lassen. Ursprünglich hatte Gasprom von einem Durchschnittspreis von rund 310 Dollar für 2008 gesprochen. Da Gas in Dollar bezahlt wird, hatte Gasprom schon im Dezember die Prognose auf rund 380 Dollar angehoben.

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