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Energie Wind- und Sonnenenergie verstärkt gefragt

22.02.2005 ·  Trotz einiger Rückschläge sind Wind- und Sonnenenergie weiter auf dem Vormarsch. Erneuerbare Energien decken inzwischen fast zehn Prozent des deutschen Stromverbrauchs. Die Branche setzt 11,5 Milliarden Euro um beschäftigt 130.000 Mitarbeiter.

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Trotz einiger Rückschläge sind Wind- und Sonnenenergie, aber auch Biomasse und -kraftstoffe weiter auf dem Vormarsch. Erneuerbare Energien decken inzwischen fast zehn Prozent des deutschen Stromverbrauchs, teilte das Bundesumweltministerium am Dienstag bei der Jahreskonferenz Erneuerbare Energie („EE05“) in Berlin mit. Bezogen auf den Gesamt-Energieverbrauch stieg der Anteil der „Erneuerbaren“ im Vorjahresvergleich von 3,1 auf 3,6 Prozent. Dabei legten sie 2004 im Wärme- und Heizungsbereich mit einem Anteil von 4,2 Prozent nach 4,1 Prozent im Vorjahr kaum und bei Treibstoffen mit einer Quote von 1,6 Prozent nach 0,9 Prozent stärker zu. Die Branche, die einen Gesamtumsatz von 11,5 Milliarden Euro erzielte, beschäftigt nach eigenen Angaben schon 130.000 Menschen.

Die zunehmende Produktion dieses Wachstumssektors ins Stromnetz rechtfertige keine höheren Strompreise für die Kunden, sagte der Präsident des Bundesverbandes Erneuerbare Energie (BEE), Johannes Lackmann. „Der Lärm um dieses Thema ist maßlos überzogen“, wies er Forderungen der Netzbetreiber und Äußerungen von Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) rund um die umstrittene Windenergie-Studie der Deutschen Energie-Agentur (dena) zurück. Sie soll am Donnerstag öffentlich vorgestellt werden.

Erstmals mehr Strom aus Windrädern als aus Wasserkraft

Auch für den Fall eines Bundestagswahlsieges der Union im Herbst 2006 wird nicht mit einer Abkehr von den Erneuerbaren Energien und einem Stopp des Atomausstiegs gerechnet. „Die ,Erneuerbaren´ sind ein zunehmender Bestandteil des Energiemix und nicht mehr wegzudenken“, sagte Rainer Hinrichs-Rahlwes vom Umweltministerium. Maßgeblich dafür sei, „daß es nicht nur um Klimaschutz geht, sondern auch um Arbeit und Beschäftigung“, fügte Carsten Körnig, Geschäftsführer der Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft (UVS) hinzu. Auch wolle eine große Mehrheit der Bürger am liebsten in Solarhäusern wohnen.

Die Erneuerbaren Energien lieferten 2004 rund 55,9 Terrawatt-Stunden (TWh) Strom und deckten so 9,3 Prozent des Stromverbrauchs nach 7,9 Prozent im Vorjahr, wie die Arbeitsgruppe Statistik Erneuerbare Energien ermittelte. „Erstmals produzierten Windräder trotz des geringeren Neubaus von Anlagen)mehr Strom als die Wasserkraft, und erstmals ist Deutschland Weltmeister beim Zubau von Fotovoltaik-Anlagen“, berichtete Frithjof Staiß, von der Arbeitsgruppe. Mit 300 Megawatt (MW) installierter Fotovoltaik- Leistung seien die Japaner (280 MW) diesmal abgehängt worden.

Rasantes Wachstum in der Solarbranche

Körnig forderte ein staatliches Programm zum Ausbau des Wärmemarktes. Das damit verbundene rasante Wachstum könnte die Zahl der Beschäftigten in der Solarbranche von jetzt 30.000 auf 100.000 erhöhen. Der Präsident des Bundesverbande WindEnergie (BWE), Peter Ahmels, nannte für seine Branche einen Umsatz von jetzt 4,7 Milliarden Euro mit 52.000 Beschäftigten. Neben der Verlagerung der Windräder auf See sollten die Exportanteile von 50 Prozent weiter gesteigert werden.

Insgesamt sparten die „Erneuerbaren“ bei Sprit-, Strom- und Wärmeerzeugung 70 Millionen Tonnen Kohlendioxid, zehn Millionen Tonnen mehr als in 2003 - „so viel, wie Energiewirtschaft und Industrie von 2002 bis 2012 einsparen sollen“.

Dem Gesamtanteil der „Erneuerbaren“ an der Primärenergie von 3,6 Prozent standen 2004 noch 36,4 Prozent Erdöl, 24,8 Prozent Kohle, 22,4 Prozent Gas und 12,6 Prozent Kernenergie gegenüber. Größte unter den erneuerbaren Energien war die Windkraft mit einem Anteil von 17,5 Prozent, gefolgt von der Wasserkraft mit 14,7 und dem Biodiesel mit 7,2 Prozent. Die Photovoltaik lag bei 0,3 Prozent, die Solarthermie bei 1,8 Prozent, Rapsöl und Ethanol bei 0,4 Prozent.

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