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Energie Strompreise steigen deutlich

19.04.2005 ·  Die Preise an der Leipziger Strombörse EEX sind am Dienstag nur unwesentlich unter das Hoch der Vorwoche gefallen. Blieben die Preise hoch, müßten sich auch Haushalte auf Preiserhöhungen einstellen.

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Die Wirtschaft bangt vor einem neuen Kostenschub durch hohe Energiepreise. Grund sind steigende Terminmarktnotierungen an der Leipziger Strombörse EEX. Im Internet einsehbare Daten der EEX zeigen, daß die Preise für Strom mit Lieferung 2006 binnen vier Wochen um 10 Prozent gestiegen sind.

Am Dienstag lagen die Großhandelspreise mit Werten um 39,10 Euro je Megawattstunde knapp unter dem in der Vorwoche erreichten Hoch von 39,39 Euro. Da Energieversorger - unabhängig davon, ob der Strom über die EEX gehandelt wurde - nach Angaben der Strombranche wie der Industrie Terminpreise immer öfter als Referenzpreis für ihre Preisindizes nutzen, müßten Unternehmen mit Zusatzkosten rechnen, die jetzt Abschlüsse erneuerten. Blieben die Preise hoch, müßten sich auch Haushalte mittelfristig auf Erhöhungen einstellen.

Index für Mittelspannungskunden angezogen

Der Verband VIK, der die industriellen Nachfrager bündelt, hat errechnet, daß der Index für Mittelspannungskunden in der Industrie allein im April um 3,05 Prozent gegenüber März angezogen habe.

Grund dafür seien Intransparenzen an der Börse, ein oligopolistisches Verhalten der vier großen Energieerzeuger und der mangelnde Wettbewerb in der Branche, lauten die Vorwürfe des VIK. "Hinweise auf sinkende Strompreise, die die Bundesregierung voraussagt, sehen wir derzeit nicht."

Preissteigerungen für Kohle und andere Energieträger

Die Stromwirtschaft weist die Vorwürfe zurück. "Die allgemeine Verteuerung der Rohstoffkosten schlägt auch auf die Strompreise durch", sagte Eberhard Meller, Hauptgeschäftsführer des Verbands der Elektrizitätswirtschaft (VDEW). Auch wenn Kernkraft und Braunkohle große Teile des Rohstoffangebotes sicherten, schlügen die Preissteigerungen für Kohle und andere Energieträger auf die Erzeugungspreise durch.

"Es gibt keinen Hinweis darauf, daß die EEX-Preise nicht die Marktpreise abbildeten", sagte er. Der VIK weist darauf hin, daß an der EEX 2004 nur 11 Prozent des deutschen Stromumsatzes gehandelt worden seien. Er legt nahe, daß Preise wegen unvollständigen Angebots verzerrt worden sein könnten.

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Von Heike Göbel

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