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Energie Deutschland bleibt Windkraft-Standort Nummer eins

24.01.2005 ·  Die Windenergie wächst weiter, wenn auch langsamer. Die Branche setzt vor allem auf das Ausland - und auf Windmühlen auf hoher See.

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Trotz eines Rückgangs beim Bau neuer Anlagen sind in Deutschland auch 2004 mehr Windräder aufgestellt worden als in allen anderen Ländern der Welt. Der Bundesverband Windenergie (BWE) warnte aber vor Verzögerungen beim Bau von Windparks auf hoher See, ohne die der geplante Anteil von 15 Prozent Windstrom nicht erreicht werden könne.

„Es sind 2004 mehr Anlagen als in irgendeinem anderen Land aufgestellt worden“, sagte BWE-Präsident Peter Ahmels am Montag in Berlin. Insgesamt seien gut 1200 Windräder mit mehr als 2000 Megawatt installiert worden. Die Leistung sei damit um knapp 14 Prozent gesteigert worden, der Zuwachs habe aber wie erwartet deutlich niedriger gelegen als in den vergangenen Jahren.

Indien als wichtiger Absatzmarkt

Für 2005 wird dem BWE zufolge ein Zuwachs von 10 Prozent erwartet. Derzeit würden knapp 6 Prozent des deutschen Stroms aus Windanlagen gewonnen. Ein deutliches Wachstum werde jetzt von Windparks auf hoher See erwartet, wobei aber die Genehmigung vor allem der Stromleitungen durch das Wattenmeer Probleme mache. Der BWE bestritt zudem, daß der Ausbau der Stromnetze für die Windkraft und die Bereitstellung von Ersatz-Energie zu windschwachen Zeiten zu deutlich höheren Kosten führe, als bisher angenommen.

Das schwächere Geschäft mit Windrädern im Inland werde aber durch den Ausbau der Windkraft in anderen Ländern ausgeglichen, sagte Norbert Giese vom Verband des Deutschen Maschinen- und Anlagenbaus (VDMA). Besonders Spanien baue bereits pro Einwohner gerechnet mehr Anlagen als Deutschland. Im Ausland bleibe etwa Indien ein konstant wichtiger Absatzmarkt. 2004 werde der Umsatz der Branche daher bei etwas über drei Milliarden Euro ungefähr auf Vorjahresniveau bleiben. Zu schaffen machten den Unternehmen die steigenden Stahlpreise.

Streit über die Förderung

Giese wies auf Planungen der Bundesregierung hin, daß bis 2006 in deutschen Gewässern mindestens drei Hochsee-Anlagen mit 500 Megawatt Leistung gebaut werden sollten. Es gebe zwar acht bis zehn Genehmigungen, aber bislang keine für den Kabel-Anschluß. „Wir müssen uns anstrengen, das Ziel nicht zu verfehlen“, sagte Giese.

Der BWE betonte, die Kosten für den Netzausbau für die Windkraft betrügen 1,15 Milliarden Euro bis 2015. Dies gehe auch aus der bislang unveröffentlichten Studie der Deutschen Energie Agentur (Dena) hervor. Von Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement genannte Zahlen von Kosten von 5,4 Milliarden Euro sei ein Umsatzvolumen, daß sich aus den garantierten Einspeisevergütungen über das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) ergäben. Dabei sei aber der Wert des Stroms nicht berücksichtigt. Zudem würden bis 2015 gleich bleibende Preise für Strom aus Gas und Kohle unterstellt. Zwischen Wirtschafts- und Umweltministerium hat es wiederholt Streit über die Förderung erneuerbarer Energien gegeben.

Kosten werden auf Verbraucher umgelegt

Die Kosten für die Förderung von Ökostrom aus Wind, Sonne oder Wasser werden auf alle Verbraucher umgelegt. Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne) zufolge entspricht dies etwa einen Euro pro Monat und Drei-Personen-Haushalt betragen.

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