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Energie Aus eins mach zwei: RAG wird aufgeteilt

18.05.2006 ·  RAG-Chef Werner Müller präzisiert den Weg seines Unternehmens an die Börse: Zunächst werde der Konzern zum Jahreswechsel in eine Stiftung eingebracht, danach in zwei Unternehmen aufgeteilt.

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Der Bergbau- und Chemiekonzern RAG sieht sich auf der Zielgeraden zur Börse. Mit einem Vorsteuerergebnis von knapp 1,4 Milliarden Euro habe der Konzern 2005 das beste operative Ergebnis seiner Geschichte erzielt, sagte Vorstandschef Werner Müller am Donnerstag während der Bilanzpressekonferenz in Essen. Mit dem am Mittwoch besiegelten Verkauf der Saar-Ferngas AG an RWE sei die Ausrichtung auf die Sparten Energie, Chemie und Immobilien weitgehend abgeschlossen.

Müller präzisierte den für das zweite Quartal 2007 geplanten Gang an die Börse. Zunächst werde die RAG planmäßig zum Jahreswechsel in eine Stiftung eingebracht. Danach werde der Konzern in zwei Unternehmen aufgeteilt: „In den neuen Industriekonzern, den ich mal Newco nennen möchte, und den Bergbaukonzern, der weiter den Namen RAG führen wird“, sagte Müller.

Kritik aus der Politik

Die Stiftung solle dann den Industriekonzern im zweiten Quartal 2007 in mehreren Tranchen an die Börse bringen, sagte Müller. Sämtliche Erlöse sollen der Stiftung mit dem Bergbauteil zufließen. „Dem Bergbau geht also keinerlei Haftungsmasse verloren.“ Müller reagierte damit auf mehrfach aus der Politik geäußerte Kritik, die langfristigen Risiken des Bergbaus könnten mit dem Börsengang der öffentlichen Hand aufgebürdet werden.

Landeswirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU) sagte am Donnerstag, die Landesregierung könne der Auflösung des Haftungsverbundes zwischen dem weißen und schwarzen Bereich nur zustimmen, wenn die ausstehenden zahlreichen Kohlefragen geklärt seien.

Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) hatte tags zuvor in einer Landtagssitzung die Unterstützung des Börsengangs zugesagt, aber auch ein Auslaufen der Steinkohlebeihilfen betont: „Ich will ausdrücklich sagen, die Landesregierung ist bereit, den Börsengang der RAG positiv zu begleiten. Wir wollen auch, daß es eine neue RAG gibt. Wir können aber nicht zulassen, daß dann die Vermögensbestandteile neu geordnet werden und im Rahmen dieses Börsengangs die öffentliche Hand auf den Ewigkeitskosten und den Personallasten sitzen bleibt.“ Man müsse deshalb in den nächsten Wochen und Monaten darüber reden, wie ein Konzept aussieht.

Nachsteuer-Ergebnis fast verdreifacht

Gleichzeitig mit der Neuausrichtung des Konzerns hat die RAG im abgelaufenen Geschäftsjahr erheblich Schwung aufgenommen, berichtete der Vorstandschef: Der Umsatz wurde um 19 Prozent auf 21,9 Milliarden Euro gesteigert und mit knapp 1,4 Milliarden Euro vor Zinsen und Steuern (Ebit) ein Rekordergebnis erreicht. Das Nachsteuer-Ergebnis wurde mit 292 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr (112 Millionen Euro) fast verdreifacht.

Müller kündigte an, daß die Verwaltung vor dem Börsengang weiter ausgedünnt werden soll. Zum Jahresbeginn 2007 sollen die Zwischenholdings des Kraftwerksbauers Steag AG, des Spezialchemieherstellers Degussa und der RAG Immobilien AG in einer neuen strategischen Zentrale gebündelt werden. Zudem soll das Gebäudemanagement mit etwa 1.000 Mitarbeitern ausgegliedert werden.

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