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Energie Amerika macht europäisches Benzin teuer

07.04.2006 ·  Wenige Tage vor Beginn der Osterreisewelle hat der Benzinpreis in Deutschland ein neues Jahreshoch erreicht. Der Grund: Die Vereinigten Staaten kaufen Benzin aus den europäischen Raffinerien.

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Wenige Tage vor Beginn der Osterreisewelle hat der Benzinpreis in Deutschland ein neues Jahreshoch erreicht: Super kostete nach zwei Preiserhöhungen 1,32 Euro pro Liter im Bundesschnitt, wie der Hamburger Energie-Informationsdienst (EID) mitteilte. Bisher lag das Jahreshoch bei 1,31 Euro am 30. März. Wie schon in den vergangenen Jahren fließen nach Untersuchungen des EID große Benzinmengen aus Europa in die Vereinigten Staaten, weil dort nicht genug Raffineriekapazität vorhanden ist.

Diesel kostet den Angaben zufolge zur Zeit rund 1,13 Euro im Bundesschnitt, damit wurde das Preisniveau von Ende März erneut erreicht. Der Preis für Heizöl fiel um einen Euro auf 62 Euro pro 100 Liter. Der Rohölpreis fiel am Freitag an der New Yorker Rohstoffbörse um 36 Cent auf 67,58 Dollar. Der Rekordpreis von 70,85 Dollar war am 30. August 2005 erzielt worden, nachdem der Tropensturm „Katrina“ Ölförderanlagen im Golf von Mexiko heimgesucht hatte.

Benzin-Höchstpreise könnten erreicht werden

Nach Untersuchungen des EID haben Benzin-Exporte in die Vereinigten Staaten offenbar schon eingesetzt. „Während der Rohölpreis seit Anfang März nur um 7 Prozent gestiegen ist, kletterte der Preis für Eurosuper in Rotterdam in der gleichen Zeit um 23 Prozent“, heißt es in der neuesten Ausgabe. Diesel sei nur 5 bis 6 Prozent teurer geworden.

Die Hamburger Ölfachleute halten es für „nicht unwahrscheinlich“, daß vor allem als Folge des amerikanischen Importbedarfs die bisherigen Benzin-Höchstpreise in Deutschland von 1,46 Euro für den Liter Super (erreicht September 2005) im Sommer getestet werden. Ein Esso-Sprecher erinnerte daran, daß die Benzinpreise in Deutschland den Produktpreisen in Rotterdam noch nicht vollständig gefolgt seien.

Amerika braucht schwefelarme Kraftstoffe

Als Grund für die Nachfrage aus den Vereinigten Staaten erinnern deutsche Ölexperten an strengere Umweltanforderungen, die dieses Jahr in den Vereinigten Staaten in Kraft treten. Schon bisher wurden vor allem sehr schwefelarme Kraftstoffsorten aus Europa in die Vereinigten Staaten verschifft, weil dort in vielen Raffinerien die teuren Entschwefelungsanlagen fehlen.

In Europa fließen diese Benzinmengen vor allem aus Raffinerien an den Küsten Englands, Irlands oder der Kanalküste, die schnell mit Tankern von der amerikanischen Ostküste zu erreichen sind. Dennoch steigen durch diese abgezogenen Mengen die Preise auch in Deutschland, da der große europäische Benzinmarkt in Rotterdam den Preis hier zu Lande bestimmt.

Driving Season macht in Europa das Benzin teuer

In den Vereinigten Staaten waren am Mittwoch Daten über niedrige Lagerbestände von Benzin bekannt geworden. In wenigen Wochen setzt in den Vereinigten Staaten die sogenannte Driving Season ein, in der die Bürger bei Ausflügen und Urlauben große Strecken im Auto zurücklegen und so den Benzinverbrauch in die Höhe treiben.

Am Rohölmarkt sind die Sorgen wegen der Iran-Krise nach wie vor nicht besänftigt. Außerdem ist die Förderung im unruhegeschüttelten Nigeria immer noch um rund ein Viertel eingeschränkt. Auch der Konflikt in Venezuela zwischen dem Staat und ausländischen Ölmultis beruhigt die Preise nicht.

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Von Heike Göbel

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