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Veröffentlicht: 28.03.2017, 12:33 Uhr

Neues Unternehmen Elon Musk verkabelt Gehirne und Computer

Großmaul-Unternehmer Elon Musk hat ein neues Vorhaben: Er will Computer direkt an das Gehirn anschließen. Das könnte sogar funktionieren.

© dpa Diese intelligente Kopfhaube hat gelähmten Patienten ermöglicht, auf Fragen mit „Ja“ und „Nein“ zu antworten.

Technik-Milliardär Elon Musk erforscht laut einem Zeitungsbericht in einer neuen Firma, wie das menschliche Gehirn direkt mit Computern vernetzt werden kann. Das „Wall Street Journal“ berichtet, der 45-Jährige sei an dem Unternehmen Neuralink beteiligt, das entsprechende Elektroden entwickeln will.

Musk, Chef des Elektroautobauers Tesla, hatte bereits bei einem Konferenz-Auftritt im vergangenen Jahr gesagt, dass er künstliches Nervengewebe zum Verbinden mit Computern für eine wichtige Zukunftstechnologie halte. Das könne Menschen helfen, mit der künftigen künstlichen Intelligenz mitzuhalten, vor deren möglichen Übermacht Musk mehrfach warnte. Musk sprach damals von einem „direkten Interface zur Hirnrinde“, insgesamt blieb er aber vage, und deshalb war unklar, ob es ein konkretes Projekt oder eine Technik-Fantasie ist.

Der Unternehmensname „Neuralink“ bezieht sich auf ein Gerät namens „Neural Lace“ („Nervenschnur“), das sich der britische Romanautor Iain Banks ausgedacht hat. In seinen Büchern wachsen Menschen Schnittstellen, mittels derer sie mit Computern kommunizieren können. In der Fiktion können sie sogar Sicherheitskopien ihres Gehirns machen; wenn der Körper stirbt, wird das Backup einfach anderswo installiert.

Gehirn-Computer-Schnittstellen werden an vielen Stellen erforscht

Solche Vorhaben sind derzeit nicht realistisch. Schnittstellen zwischen Gehirnen und Computern werden aber schon an vielen Stellen erforscht. Erst vor kurzem ist es Gehirn- und Computerwissenschaftlern um Daniela Rus vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) gelungen, das Denken von Gedanken einzufangen, bevor sie in irgendeiner Art geäußert wurden. Sie sind auch in der Lage, diese Gedankenwelt auf eine computergetriebene und sich selbst steuernde Maschine zu übertragen.

Im vergangenen Jahr hatten Wissenschaftler der Universität in Pittsburgh den durch einen schweren Autounfall vom Brustkorb abwärts gelähmten Nathan Copeland mit gezielten Spannungsimpulsen bestimmter Hirnbereiche einen künstlichen Roboterarm nur mit seinen Gedanken bewegen lassen. Die Impulse waren mittels der sogenannten intrakortikalen Mikrostimulation ausgesandt worden, einer Technik, bei der ins Hirn implantierte Mikroelektroden Neuronen elektrisch stimulieren.

45561400 © AP Vergrößern Elon Musk

Musk selbst interessiert sich nicht nur für Elektroautos, sondern ist auch an größeren Vorhaben beteiligt: Er leitet die private Weltraumfirma SpaceX. Er will auch Menschen zum Mars bringen und schlug das Transport-System Hyperloop vor – eine Art riesige magnetbetriebene Rohrpost, die Menschen und Waren mit über 1000 Kilometern pro Stunde befördern soll. Mehrere Unternehmen versuchen derzeit, Hyperloop-Trassen zu bauen.

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Das „Wall Street Journal“ sprach mit einem der Neuralink-Mitarbeiter, der sich als Mitglied des Gründerteams bezeichnete und eine Beteiligung von Musk an dem Projekt bestätigte. Die Firma sei aber noch in der „Embryo“-Phase, zitierte ihn das Blatt. Neuralink sei im vergangenen Juli in Kalifornien als Unternehmen zur Medizinforschung registriert worden. Nach Informationen der Zeitung sei auch über eine Investition mit dem Milliardär Peter Thiel gesprochen worden. Thiel, den Musk seit der gemeinsamen Gründung von Paypal kennt, ist einer der wenigen passionierten Unterstützer des amerikanischen Präsidenten Donald Trump im Silicon Valley.

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