Home
http://www.faz.net/-gqe-6z11a
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
CIO View

Elektronikkonzern Sony will angeblich zehntausend Arbeitsplätze  streichen

Ende der Woche will der neue Sony-Chef Kazuo Hirai erläutern, wie er das Unternehmen aus den roten Zahlen holen will. Eine japanische Zeitung berichtet bereits von der geplanten Entlassung von etwa sechs Prozent der Belegschaft weltweit.

© REUTERS Kein Osterei: Kunden in einem Einkaufzentrum in Singapur hinter der Werbung für Sonys MP-3-Player „Rolly“

Der tief in den roten Zahlen steckende japanische Elektronikkonzern Sony plant einem Zeitungsbericht zufolge den Abbau von weltweit 10.000 Arbeitsplätzen. Das entspricht rund 6 Prozent der Gesamtbelegschaft, wie die gewöhnlich gut informierte japanische Wirtschaftszeitung „Nikkei“ an diesem Montag in ihrer Abendausgabe berichtete. Ein Sprecher des Konzerns wollte den Bericht nicht kommentieren.

Die Hälfte der Stellenstreichungen soll demnach durch die bereits bekanntgegebene Konsolidierung des Chemiegeschäfts sowie kleinerer und mittlerer LCD-Bereiche erfolgen. Der Playstation-Hersteller kämpft mit großen Problemen, vor allem im Geschäft mit Fernsehern. Für das am 31. März abgelaufene Geschäftsjahr rechnet Sony im vierten Jahr in Folge mit Verlusten.

Vernetzung ist kein neues Thema

Der neue Chef bei Sony, Kazuo Hirai, will an diesem Donnerstag in Tokio die neue Strategie für das einstige Vorzeigeunternehmen vorstellen. Er hatte die Führung des Konzerns offiziell am 1. April von Howard Stringer übernommen, der nach sieben Jahren an der Spitze fortan den Verwaltungsrat leitet. Der Pionierkonzern der Elektronikbranche, der unter anderen den Walkman erfand, hat mit starker Konkurrenz zu kämpfen, vor allem durch Samsung und Apple.

Hirai - Spitzname Kaz - machte sich zunächst einen Namen damit, die Computerspielsparte auf Profit zu trimmen. Als Sony sich im März vergangenen Jahres dann neu organisierte, übernahm Hirai die Sparte für Endverbraucher, die unter anderem für Fernseher, Foto, Video und Spiele zuständig ist. Er will jetzt den Investoren beweisen, dass sein neues Team auf dem richtigen Weg ist, Sony aus den Problemen zu führen. So will er die Angebote des Konzerns besser miteinander vernetzen, woran allerdings auch schon sein Vorgänger arbeitete.

Auch der Verkaufs- und administrative Bereich betroffen

Im vergangenen Monat kündigte das Unternehmen die Initiative „One Sony“ an, die künftig die Bereiche Spiele, Mobile und Digital Imaging zu den drei Säulen des Konzerns machen soll. Im März hatte Sony zudem den Verkauf seines Chemiegeschäfts an die staatliche Entwicklungsbank von Japan bekanntgegeben. Am 1. April legten Sony, Toshiba und Hitachi ihre kleinen und mittleren LCD-Geschäfte zusammen. Insgesamt sind von diesen beiden Entwicklungen nach Angaben des Unternehmens voraussichtlich 5000 Mitarbeiter - etwa 2000 durch die LCD-Fusion sowie weltweit 3000 durch den Chemiespartenverkauf - betroffen.

Doch Hirai scheint noch drastischere Schritte zu planen. Ging es bei früheren Umstrukturierungen vornehmlich um den Verkauf oder die Konsolidierung von Produktionsstandorten, so ist laut der „Nikkei“ diesmal auch der Verkaufs- und administrative Bereich des Unternehmens betroffen. Zwar sei noch nicht klar, wie viele weitere Stellen im In- und Ausland gestrichen werden sollen. Doch dürfte sich der geplante Stellenabbau über mehrere Bereichen sowohl im Mutterhaus wie auch bei Gruppenunternehmen erstrecken, hieß es.

Sony plane seine Konsolidierung durch das Abstoßen von Bereichen zu forcieren, die nur einen geringfügigen Beitrag leisteten, berichtete die Zeitung weiter. Zuletzt hatte Sony im Rahmen eines im Dezember 2008 verkündeten Restrukturierungsprogramms in Reaktion auf die globale Krise in Folge der Pleite der Bank Lehman 16.000 Stellen gestrichen und fünf seiner neun Fernseher-Produktionsstandorte geschlossen.

Quelle: dpa

 
()
Permalink

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Kulturgutschutz WDR darf zwei Bilder nicht ausführen

Der WDR will etwa 50 Kunstwerke aus seinen Beständen bei Sotheby’s versteigern lassen. Doch zwei Bilder dürfen das Land vorerst nicht verlassen. Greift bei ihnen der Kulturgutschutz? Mehr

24.08.2015, 14:01 Uhr | Feuilleton
Tarifkonflikt bei der Post Verdi nicht zum Einlenken bereit

Die Gewerkschaft Verdi will ihre Streiks bei der Deutschen Post fortsetzen, bis der Konzern auf seine neuen Gesellschaften mit niedrigeren Löhnen verzichtet. Verdi-Chef Frank Bsirske wirft der Post vor, sie fahre mit ihrem Kurs den Laden vor die Wand. Die Gewerkschaft werde diesen Angriff auf das Lohnniveau nicht hinnehmen. Mehr

18.06.2015, 17:14 Uhr | Wirtschaft
Marktbericht China-Sorgen drücken Dax unter 10.000 Punkte

Enttäuschende Konjunkturdaten aus China haben den Dax am Dienstag deutlich ins Minus gedrückt. Die Börse in China erholte sich unterdessen. Mehr

01.09.2015, 10:08 Uhr | Finanzen
EnBW-Chef Frank Mastiaux Der Mann für die Wende

Herkulesaufgabe, Himmelfahrtskommando – so das Medienecho zu Frank Mastiaux. Der Mann an der Spitze des Energiekonzerns EnBW steht wie kaum ein anderer Vorstandschef Deutschlands unter Beobachtung. Er muss einen Konzern, der lange sehr gut vom Atomstrom lebte, zu einem grünen Konzern umbauen. Mehr

19.03.2015, 10:27 Uhr | Wirtschaft
Verunsicherte Märkte Aktienkurse in Asien unter Druck

An den Börsen in Asien herrscht Unsicherheit. Die Kurse in China fallen um mehr als 8 Prozent. Auch der japanische Nikkei-Index steht unter Druck und gibt um fast 4 Prozent nach. Mehr

24.08.2015, 04:42 Uhr | Finanzen

Veröffentlicht: 09.04.2012, 11:31 Uhr

Corbyns Zeitmaschine

Von Marcus Theurer, London

Weil bei vielen Briten der Boom nicht ankommt, verfängt die populistische Linksruck-Agenda des Sozialisten Corbyn. Seine Erfolg ist Resultat einer Politik, die zu viele Menschen abhängt. Mehr 15 7

Umfrage

Wolfgang Schäuble will das Betreuungsgeld nicht in die Kitas stecken. Was meinen Sie?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --
Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden

Grafik des Tages Die größte Funkausstellung aller Zeiten

An diesem Freitag öffnet die IFA in Berlin ihre Tore. So viele Aussteller wie noch nie sind angekündigt. Eine andere Zahl stagniert wohl. Mehr 0