http://www.faz.net/-gqe-6z11a
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
F.A.Z.-Index -- --
DAX ® -- --
Dow Jones -- --
EUR/USD -- --

Veröffentlicht: 09.04.2012, 11:31 Uhr

Elektronikkonzern Sony will angeblich zehntausend Arbeitsplätze  streichen

Ende der Woche will der neue Sony-Chef Kazuo Hirai erläutern, wie er das Unternehmen aus den roten Zahlen holen will. Eine japanische Zeitung berichtet bereits von der geplanten Entlassung von etwa sechs Prozent der Belegschaft weltweit.

© REUTERS Kein Osterei: Kunden in einem Einkaufzentrum in Singapur hinter der Werbung für Sonys MP-3-Player „Rolly“

Der tief in den roten Zahlen steckende japanische Elektronikkonzern Sony plant einem Zeitungsbericht zufolge den Abbau von weltweit 10.000 Arbeitsplätzen. Das entspricht rund 6 Prozent der Gesamtbelegschaft, wie die gewöhnlich gut informierte japanische Wirtschaftszeitung „Nikkei“ an diesem Montag in ihrer Abendausgabe berichtete. Ein Sprecher des Konzerns wollte den Bericht nicht kommentieren.

Die Hälfte der Stellenstreichungen soll demnach durch die bereits bekanntgegebene Konsolidierung des Chemiegeschäfts sowie kleinerer und mittlerer LCD-Bereiche erfolgen. Der Playstation-Hersteller kämpft mit großen Problemen, vor allem im Geschäft mit Fernsehern. Für das am 31. März abgelaufene Geschäftsjahr rechnet Sony im vierten Jahr in Folge mit Verlusten.

Vernetzung ist kein neues Thema

Der neue Chef bei Sony, Kazuo Hirai, will an diesem Donnerstag in Tokio die neue Strategie für das einstige Vorzeigeunternehmen vorstellen. Er hatte die Führung des Konzerns offiziell am 1. April von Howard Stringer übernommen, der nach sieben Jahren an der Spitze fortan den Verwaltungsrat leitet. Der Pionierkonzern der Elektronikbranche, der unter anderen den Walkman erfand, hat mit starker Konkurrenz zu kämpfen, vor allem durch Samsung und Apple.

Hirai - Spitzname Kaz - machte sich zunächst einen Namen damit, die Computerspielsparte auf Profit zu trimmen. Als Sony sich im März vergangenen Jahres dann neu organisierte, übernahm Hirai die Sparte für Endverbraucher, die unter anderem für Fernseher, Foto, Video und Spiele zuständig ist. Er will jetzt den Investoren beweisen, dass sein neues Team auf dem richtigen Weg ist, Sony aus den Problemen zu führen. So will er die Angebote des Konzerns besser miteinander vernetzen, woran allerdings auch schon sein Vorgänger arbeitete.

Auch der Verkaufs- und administrative Bereich betroffen

Im vergangenen Monat kündigte das Unternehmen die Initiative „One Sony“ an, die künftig die Bereiche Spiele, Mobile und Digital Imaging zu den drei Säulen des Konzerns machen soll. Im März hatte Sony zudem den Verkauf seines Chemiegeschäfts an die staatliche Entwicklungsbank von Japan bekanntgegeben. Am 1. April legten Sony, Toshiba und Hitachi ihre kleinen und mittleren LCD-Geschäfte zusammen. Insgesamt sind von diesen beiden Entwicklungen nach Angaben des Unternehmens voraussichtlich 5000 Mitarbeiter - etwa 2000 durch die LCD-Fusion sowie weltweit 3000 durch den Chemiespartenverkauf - betroffen.

Doch Hirai scheint noch drastischere Schritte zu planen. Ging es bei früheren Umstrukturierungen vornehmlich um den Verkauf oder die Konsolidierung von Produktionsstandorten, so ist laut der „Nikkei“ diesmal auch der Verkaufs- und administrative Bereich des Unternehmens betroffen. Zwar sei noch nicht klar, wie viele weitere Stellen im In- und Ausland gestrichen werden sollen. Doch dürfte sich der geplante Stellenabbau über mehrere Bereichen sowohl im Mutterhaus wie auch bei Gruppenunternehmen erstrecken, hieß es.

Sony plane seine Konsolidierung durch das Abstoßen von Bereichen zu forcieren, die nur einen geringfügigen Beitrag leisteten, berichtete die Zeitung weiter. Zuletzt hatte Sony im Rahmen eines im Dezember 2008 verkündeten Restrukturierungsprogramms in Reaktion auf die globale Krise in Folge der Pleite der Bank Lehman 16.000 Stellen gestrichen und fünf seiner neun Fernseher-Produktionsstandorte geschlossen.

Quelle: dpa

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Automobilindustrie Tata soll Volkswagen beim Billigauto helfen

Seit Jahren feilt Europas größter Autokonzern an seinen Plänen für ein Budget Car. Es soll zwischen 6000 und 8000 Euro kosten. Nun holt sich VW einen externen Partner an Bord. Mehr Von Christian Müßgens und Patrick Welter

22.07.2016, 19:53 Uhr | Wirtschaft
Marktstart in Japan Pokémon Go erreicht das Mutterland

Rund zwei Wochen nachdem der Hype um das Spiel weltweit für große Aufregung gesorgt hat, startet das Computerspiel auch in Japan. Wie sich Pokémon Go auf den japanischen Markt auswirkt, bleibt abzuwarten. Das Land gilt traditionell als verrückt nach Videospielen. Mehr

22.07.2016, 15:16 Uhr | Wirtschaft
Weitere Nachrichten Zalando legt Latte für operativen Gewinn höher

Der Online-Modehändler Zalando hat die Gewinnprognose für das laufende Jahr erhöht, der IBM-Umsatz sinkt weiter und Yahoo rutscht wegen Tumblr-Abschreibungen tief in die roten Zahlen. Mehr

19.07.2016, 06:45 Uhr | Wirtschaft
2 Konzert Salgueiro Gabriel 2 Konzert Salgueiro Gabriel

2 Konzert Salgueiro Gabriel Mehr

22.07.2016, 14:20 Uhr | Aktuell
Nachfrageprobleme Boeing schreibt Milliarden Dollar ab

Der Jumbo-Jet verkauft sich schlecht. Boeing muss Milliarden abschreiben – auch wegen Problemen mit anderen Flugzeugen. Mehr

22.07.2016, 07:15 Uhr | Wirtschaft

Terror, virtuell und real

Von Carsten Knop

Innenminister Thomas de Maizière klagt über das „unerträgliche Ausmaß von gewaltverherrlichenden Spielen im Internet“. Viele vernünftige Menschen sehen das anders. Mehr 55

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden