21.07.2010 · Der amerikanische Computer- und Elektronikkonzern zeigt sich unbeeindruckt von der öffentlichkeitswirksamen Kontroverse um Empfangsprobleme beim neuen iPhone. Das iPad ist aus dem Stand zu einer wichtigen Säule des Geschäfts geworden.
Von Roland Lindner, New YorkApple legte deutlich bessere Quartalszahlen als erwartet vor und sagte, die Negativschlagzeilen hätten bislang keine Spuren im Geschäft mit dem iPhone hinterlassen. Dies unterstrich das sonst für Tiefstapelei in seinen Ausblicken bekannte Unternehmen mit einer optimistischen Prognose für die nächsten drei Monate. In dem Quartalsbericht waren auch zum ersten Mal Zahlen für den im April eingeführten Tablet-Computer iPad enthalten, von dem Apple knapp 3,3 Millionen Stück verkaufte. Der Aktienkurs von Apple, der in den vergangenen Wochen wegen der iPhone-Affäre etwas unter Druck geraten war, legte am Mittwoch im Handelsverlauf um 4 Prozent auf mehr als 261 Dollar zu.
Im Bericht für das am 26. Juni zu Ende gegangene dritte Quartal des Geschäftsjahres 2009/2010 konnte sich die Kontroverse um das neue iPhone noch kaum niederschlagen. Das Gerät kam am 24. Juni und damit kurz vor Ende des Berichtsquartals auf den Markt. Bald nach dem Verkaufsstart häuften sich Beschwerden von Nutzern, die einen Verlust des Empfangssignals beim iPhone 4 reklamierten. Apple geriet zunehmend in Erklärungsnot, und am vergangenen Freitag kündigte Vorstandsvorsitzender Steve Jobs bei einer Pressekonferenz an, allen Nutzern eine Gratis-Schutzhülle für das iPhone 4 zu geben, die das Empfangsproblem löst.
Auch die Computersparte läuft
Der für das Tagesgeschäft zuständige Chief Operating Officer Tim Cook sagte nun bei einer Telefonkonferenz auf die Frage nach Auswirkungen der Affäre, die Nachfrage nach dem iPhone 4 sei stark geblieben, und Apple komme kaum mit der Produktion nach: „Im Moment verkaufen wir jedes Teil, das wir herstellen können. Ich werde unentwegt von Leuten angerufen, die mehr Ware wollen.“ Apple hat im vergangenen Quartal 8,4 Millionen iPhones verkauft und damit 61 Prozent mehr als im Vorjahr. Von dem Gesamtvolumen entfielen 1,7 Millionen Stück auf das iPhone 4. Mit einem Umsatz von 5,3 Milliarden Dollar ist das iPhone die stärkste Säule im Geschäft von Apple.
Aus dem Stand ist auch das im April eingeführte iPad zu einem wichtigen Umsatzbringer für Apple geworden: Apple hat 3,3 Millionen iPads verkauft und damit einen Umsatz von 2,2 Milliarden Dollar erzielt. Auch beim iPad kommt Apple mit der Belieferung nicht nach. Das Marktforschungsinstitut iSuppli erhöhte gerade seine Prognose für den iPad-Absatz im Kalenderjahr 2010 von 7,1 Millionen auf 12,9 Millionen. Tim Cook wies Vermutungen zurück, Apple schaffe eine künstliche Verknappung beim iPad oder anderen Geräten, um die Produkte begehrter zu machen. Nach den Worten von Cook zeichnet sich bislang auch keinerlei Kannibalisierung des Geschäfts mit Macintosh-Computern ab, die in der Branche für möglich gehalten wurde.
Tatsächlich gab es in der Computersparte von Apple keinerlei Abschwächung: Das Unternehmen steigerte die Verkaufszahlen von Macintosh-Computern um 33 Prozent auf 3,5 Millionen, die gleiche Wachstumsrate gab es im vorangegangenen Quartal. Der Umsatz mit Computern lag bei 4,4 Milliarden Dollar. Beim iPod musste Apple dagegen einen Absatzrückgang um 8 Prozent auf 9,4 Millionen hinnehmen. Der Umsatz legte aber um 4 Prozent auf 1,5 Milliarden Dollar zu, weil sich das Geschäft hin zu dem teureren Modell iPod Touch verlagerte.
Im Gesamtkonzern baute Apple den Umsatz um 61 Prozent auf 15,7 Milliarden Dollar aus, Analysten hatten im Schnitt mit 14,8 Milliarden Dollar gerechnet. Der Nettogewinn legte um 78 Prozent auf 3,3 Milliarden Dollar zu, das Ergebnis je Aktie von 3,51 Cent war um 40 Cent besser als erwartet. Für das kommende Quartal sagte Apple einen Umsatz von 18 Milliarden Dollar voraus und lag damit über den durchschnittlichen Analystenprognosen von 17 Milliarden Dollar.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.376,20 | −1,29% |
| Dow Jones | 12.474,10 | −0,85% |
| EUR/USD | 1,2413 | −0,61% |
| Rohöl Brent Crude | 104,12 $ | −2,55% |
| Gold | 1.579,50 $ | 0,00% |
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