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Elektronik-Konzern Sony verringert Verlust durch 007

Sony arbeitet sich langsam in Richtung schwarzer Zahlen vor. Im jüngsten Quartal gab es dennoch wieder einen Verlust. Aber James Bond hält die Japaner auf Kurs zum ersten Jahresgewinn seit langer Zeit. Wettbewerber Fujitsu muss tausende Jobs streichen.

© 2012 Sony Pictures Releasing GmbH Durch den neuen Bond-Film „Skyfall“ nahm Sony viel Geld ein

Der japanische Elektronik-Riese Sony sieht dank harter Sanierungsanstrengungen Licht am Ende des Tunnels - schafft es aber noch nicht aus den roten Zahlen heraus. In dem Ende Dezember abgeschlossenen dritten Geschäftsquartal gab es wieder einen Verlust von 10,7 Milliarden Yen (87 Mio Euro), wie Sony am Donnerstag mitteilte. Sony sieht sich aber weiterhin auf Kurs, im gesamten Geschäftsjahr einen Gewinn von 20 Milliarden Yen einzufahren und damit die Kette von Verlusten zu durchbrechen.

Der Konkurrent Fujitsu kündigte unterdessen nach hohen Verlusten den Abbau von rund 5000 Stellen an. Wie stark die etwa 5500 Jobs in Deutschland betroffen sein werden, ist noch offen. Es sei nicht auszuschließen, dass der Umbau das Werk in Augsburg trifft, wo Server, Laptops und PCs gebaut werden, sagte der Chef der Europa-Tochter Fujitsu Technology Solutions (FTS), Rod Vawdrey, der dpa.

In Augsburg sind etwa 1700 Mitarbeiter beschäftigt, in München 1300 und am ehemaligen Siemens-Nixdorf-Standort Paderborn 750. Fujitsu hat sein globales Server-Geschäft bei FTS in Deutschland angesiedelt. Das Werk Augsburg ist die einzige Fabrik in Europa, die noch Computer (Laptops, PCs und Server) herstellt. Der PC-Branche macht zu schaffen, dass Verbraucher lieber zur Smartphones und Tablets greifen.

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Der Quartalsverlust bei Sony war zwar deutlich geringer als das Minus von 159 Milliarden Yen ein Jahr zuvor. Aber von der Nachrichtenagentur Bloomberg befragte Analysten hatten einen Gewinn erwartet, und einige Konkurrenten wie Panasonic präsentierten dank des schwachen Yen zuletzt stärkere Verbesserungen. Der Quartalsumsatz stieg um 6,9 Prozent auf 1,95 Billionen Yen. Sony will in einem Quartal die erste Bilanz mit schwarzen Zahlen seit fünf Jahren präsentieren.

Nach neun Monaten liegt der Konzern noch um rund 51 Milliarden Yen im Minus. Im vergangenen Geschäftsjahr hatte Sony einen Rekordverlust von 456,7 Milliarden Yen eingefahren. Sony macht wie anderen japanischen Elektronik-Konzernen die Flaute im Geschäft mit TV-Geräten zu schaffen. Zudem hatte der Yen in den vergangenen Jahren deutlich an Wert gewonnen und das schlägt sich negativ auf die Auslandseinnahmen nieder. Der neue Konzernchef Kazuo Hirai will Sony mit einem rigiden Sparkurs und Innovationen wieder zu schwarzen Zahlen führen. In operativer Rechnung erwirtschaftete Sony zwischen Oktober und Dezember einen Gewinn von 46,4 Milliarden Yen nach einem Fehlbetrag von 91,7 Milliarden Yen im Vorjahr.

Fujitsu predicts 1-billion-dollar net loss © dpa Vergrößern Fujitsu muss tausende Jobs streichen

Im Kerngeschäft mit Unterhaltungselektronik machten sich die Sanierungsbemühungen besonders bemerkbar: Der Umsatz sackte im Jahresvergleich zwar um 18 Prozent auf 323,8 Milliarden Yen ab, aber der operative Verlust verringerte von 89,9 auf 8 Milliarden Yen. Im Spiele-Geschäft verlor Sony angesichts schlechterer Verkäufe seiner Playstation-Konsolen 15 Prozent Umsatz, das operative Ergebnis brach von 33,8 auf 4,6 Milliarden Yen ein. Zugleich federte die neue mobile Konsole PSP Vita den Rückgang etwas ab. Bei Smartphones und Computern verlor Sony weiter Geld, während der Umsatz sich auf 318,8 Milliarden Yen verdoppelte. Im Filmgeschäft ließ unter anderem der neue James-Bond-Film „Skyfall“ die Kassen klingeln: Der operative Gewinn schoss von 0,7 auf 25 Milliarden Yen hoch.

Auch mit Musik verdient Sony Geld. Den größten Beitrag zum operativen Ergebnis leistete aber abermals das Finanzgeschäft mit 34,2 Milliarden Yen. Im vergangenen Quartal hat der wieder etwas schwächere Yen etwas Druck von den zuletzt schwer leidenden japanischen Elektronik-Herstellern genommen. So verbuchte Panasonic einen überraschenden Gewinn von 61 Milliarden Yen und Sharp den ersten operativen Gewinn seit mehr als einem Jahr. Auch Nintendo schaffte es dank dem günstigeren Yen-Kurs wieder in die schwarzen Zahlen. Zugleich weisen Beobachter darauf hin, dass die eine gefürchtete japanische Elektronik-Industrie strukturell weiterhin schwächer aufgestellt ist als ihre südkoreanischen Rivalen wie Samsung und sehr stark vom Währungskurs abhängt.

Quelle: FAZ.NET/dpa

 
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