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Einstieg bei BAIC Daimler will Chinageschäft mit Millionenbeteiligung ankurbeln

In China werden derzeit so viele Autos verkauft wie nirgendwo sonst auf der Welt. Deshalb will der Autobauer Daimler in diesem Markt jetzt aufholen. Sie kaufen sich bei ihrem chinesischen Partner BAIC ein - für 640 Millionen Euro.

© dpa Hand drauf: Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche mit dem Vorstandsvorsitzenden von BAIC Xu Heyi.

Der Autobauer Daimler will sein lahmendes China-Geschäft mit einer Millionen-Beteiligung ankurbeln. Die Schwaben kaufen sich wie erwartet bei ihrem chinesischen Partner BAIC ein. Für 640 Millionen Euro übernehmen sie einen Anteil von zwölf Prozent an der Pkw-Sparte der Chinesen.

Die Chefs der beiden Konzerne, die über ein Gemeinschaftsunternehmen miteinander verbunden sind und seit 2006 gemeinsam Autos bauen, unterzeichneten am Freitag in Stuttgart ein Abkommen. Daimler und BAIC zündeten nun „die nächste Stufe in unserer Zusammenarbeit“, um langfristig die Wachstumschancen in China zu nutzen, sagte Vorstandschef Dieter Zetsche.

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Im größten Pkw-Markt der Welt muss der Stuttgarter Oberklasse-Hersteller rasch zur Konkurrenz aufschließen, wenn er sich bis spätestens 2020 wieder an die Spitze des Premiumsegments setzen will. Wie Daimler am Freitag weiter mitteilte, gibt BAIC für die Beteiligung neue Aktien an seinen Partner aus. Die Pkw-Sparte soll in diesem oder im nächsten Jahr an die Börse gebracht werden. Die Schwaben setzen auf einen möglichen Kursanstieg, von dem sie dann profitieren könnten.

Der Vertrag zwischen den beiden Unternehmen sieht den Angaben zufolge außerdem vor, dass Daimler zwei Sitze im Verwaltungsgremium von BAIC Motor erhält. Am Joint Venture hält BAIC künftig 51 Prozent - bislang waren es 50 Prozent. Der Daimler-Konzern wiederum erhöht seinen Anteil an der gemeinsamen Vertriebsgesellschaft ebenfalls um einen Prozentpunkt auf 51 Prozent.

Zetsche sprach von einem deutlichen Ausbau der guten Beziehung zu BAIC und einem langfristigen Bekenntnis der Partner. Der Chef des chinesischen Autobauers, Xu Heyi, sagte, Daimlers Investition werde die Entwicklung von BAIC Motor und seiner Marke Beiqi deutlich voranbringen. „Gleichzeitig erhält die Geschäftsentwicklung von Mercedes-Benz in China weiteren Schwung.“

In China werden so viele Autos verkauft wie sonst nirgendwo

In der Volksrepublik werden so viele Autos verkauft wie nirgendwo sonst auf der Welt. Zudem sind die Renditen deutlich höher als in anderen Märkten. Erfolg auf dem größten Pkw-Markt der Welt ist deshalb maßgeblich, um sich im lukrativen Premiumsegment weltweit an die Spitze setzen zu können. Platzhirsch ist seit 2005 unangefochten BMW. Daimler will mit seiner Nobelmarke Mercedes bis 2020 die verlorene Führungsposition wieder zurückerobern. In China, wo bei der zahlungskräftigen chinesischen Kundschaft vor allem teure, deutsche Limousinen und Geländewagen gefragt sind, verkauft Audi mit weitem Abstand die meisten Oberklasse-Fahrzeuge. Mercedes schaffte dort zuletzt nur ein winziges Plus, weil sich die Schwaben mit Produktionspausen, Lieferproblemen und doppelten Vertriebsstrukturen selbst Steine in den Weg legten.

Nach Ansicht von Auto-Analyst Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler sucht Daimler „jetzt Wege, in China erfolgreich zu sein“. Der Einstieg bei BAIC sei „ein guter Schachzug“. Der Stuttgarter Konzern beteilige sich so am Marktwachstum in China und bekomme auch mehr Einfluss auf das eigene Geschäft. Es sei „nicht dumm“, sich an einem Partner zu beteiligen, mit dem man zusammen eine Produktion betreibt. Indirekt erhalte Daimler so mehr Einfluss.

Daimler und BAIC produzieren in ihrem Gemeinschaftsunternehmen BBAC seit 2006 Autos in Peking. Das erste dort gefertigte Modell war der Vorgänger der E-Klasse. 2008 lief als zweite Baureihe die C-Klasse an, seit 2010 wird eine - bei chinesischen Kunden beliebte - Langversion der E-Klasse gebaut. Experte Pieper verwies auf die guten Wachstumsperspektiven in China. Ein Investment bei einem Autobauer vor Ort sei deshalb sinnvoll. Daimler ist nach eigenen Angaben das erste ausländische Automobilunternehmen, das sich an einem chinesischen Hersteller beteiligt. Das Abkommen der beiden Konzerne muss noch von chinesischen Behörden genehmigt werden. Der Abschluss der Transaktion wird für Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres erwartet.

Quelle: Reuters

 
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