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Einsichten in Wolfsburg Die Zeit des Kuschelns ist vorbei

19.09.2007 ·  Nichts ist mehr wie es war in Wolfsburg. Einst haben in der Volkswagen-Stadt alle an einem Strang gezogen. Nicht selten folgte Zugeständnissen der Belegschaft die eine oder andere Lustreise des Betriebsrats. Damit ist es nun vorbei. Volkswagen wird ein ganz normales Unternehmen. Von Henning Peitsmeier.

Von Henning Peitsmeier
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Nichts ist mehr wie es einmal war in Wolfsburg. Einst haben in der Volkswagen-Stadt alle an einem Strang gezogen. Vorstand, Betriebsrat und Politiker haben Konflikte meist schnell ad acta legen können, und nicht selten folgte Zugeständnissen der Belegschaft die eine oder andere Lustreise des Betriebsrats.

Diese Zeit des Kuschelns ist in Wolfsburg schon seit dem Ende der Korruptionsaffäre vorbei. Aber noch immer ist VW anders als der Rest der Autowelt. Nirgendwo sonst haben Belegschaftsinteressen ein so starkes Gewicht, gibt es eine so starke Gewerkschaft mit einem derart hohen Organisationsgrad wie bei VW.

VW wird ein ganz normales Unternehmen

Die historischen Errungenschaften haben in Niedersachsen zu einem Tarifvertrag geführt, der das Autobauen ungleich teurer macht. Auch damit ist es unter Regie des neuen Großaktionärs Porsche wohl bald vorbei.

Porsche-Vorstandsvorsitzender Wendelin Wiedeking weiß, dass bei VW die Kosten gesenkt werden müssen, will der Massenhersteller für den Weltmarkt gerüstet sein. Und Wiedeking weiß auch, dass die Macht der VW-Arbeitnehmervertreter gebrochen werden muss, will er dieses Ziel erreichen. Deshalb beschränkt Porsche die Mitbestimmung in seiner neuen Holding.

Der VW-Betriebsrat hat das zu spät gemerkt. Ihm bliebe als letztes Mittel nur noch ein flächendeckender Streik. Aber verhindern wird er nicht, was langsam der Belegschaft dämmert: dass VW ein ganz normales Unternehmen werden wird.

Quelle: F.A.Z., 19.09.2007, Nr. 218 / Seite 20
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Jahrgang 1968, Wirtschaftskorrespondent in München.

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