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Preis für Therapiemethode : Der Stotter-Arzt und seine App

Vor der Belegschaft ans Telefon gehen? Früher eine schlimme Vorstellung. Jetzt traut sich Alexander Wolff von Gudenberg sogar auf die große Bühne. Bild: dpa

Ein Arzt, der stottert? Alexander Wolff von Gudenberg machte die Schwäche zur Stärke und entwickelte eine Therapie. Diese können Patienten jetzt auch mithilfe einer preisgekrönten App machen.

          Rund 800.000 Menschen in Deutschland stottern. Alexander Wolff von Gudenberg (60) ist einer von ihnen. Während des Studiums machte ihm das so sehr zu schaffen, dass ihn die Vorstellung, als angehender Arzt einmal vor der versammelten Schwesternschaft ans Telefon gehen zu müssen, ins Ausland trieb.

          Sebastian Balzter

          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Er absolvierte das „praktische Jahr“ lieber in Südafrika. Seither versucht er, dem Stottern den Schrecken zu nehmen. Er hat mit seinem „Institut der Kasseler Stottertherapie“ eine Methode entwickelt, mit der die Patienten ihr Sprechen kontrollieren können; sie zählt zu den wenigen anerkannten Therapien.

          Bisher müssen die Patienten dafür nach Kassel kommen. Eine App soll die Behandlung künftig online möglich machen, jederzeit und überall. Für diese Neuentwicklung haben Gudenberg und seine Mitstreiter nun den von Eugen Münch, dem Gründer der Rhön-Kliniken, gestifteten Preis für innovative Gesundheitsversorgung bekommen.

          Die Jury, an der die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung beteiligt war, hob den Nutzen der Anwendung hervor. Und der Gründer, der sich damals nicht ans Telefon traute, wagt sich nun sogar auf den Broadway in New York: Ein Büro dort soll den Vertrieb der App in Amerika ankurbeln.

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