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Ehemaliger Bundesbankpräsident Axel Weber geht zur Schweizer Bank UBS

 ·  Axel Weber wird UBS-Verwaltungsratsvorsitzender. Nach F.A.Z.-Informationen hat er auch mit der Deutschen Bank über eine Nachfolge Ackermanns gesprochen, aber nie ein Angebot erhalten.

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Der ehemalige Präsident der Bundesbank, Axel Weber, wird Verwaltungsratspräsident der Schweizer Großbank UBS. In ihrer Mitteilung erläutert die UBS, er strebe ein langfristiges Engagement an. Weber wurde in der Öffentlichkeit seit längerem auch als ein Kandidat für die Nachfolge Josef Ackermanns an der Spitze des Vorstands der Deutschen Bank genannt. Nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hat Weber, der als Favorit Ackermanns galt, Gespräche mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Börsig und dem Nominierungskomitee des Aufsichtsrats geführt, aber nie ein Angebot der Deutschen Bank erhalten.

Hierfür dürfte auch die starke Ablehnung Webers durch die übrigen Vorstandsmitglieder der Deutschen Bank eine Rolle gespielt haben. Wie zu hören ist, hat sich der Vorstand der Bank (außer Ackermann) in einem Schreiben an Börsig längst dafür ausgesprochen, den Investmentbanker Anshu Jain zum Nachfolger Ackermanns zu ernennen. Die Existenz eines solchen Schreibens wird indessen von der Bank dementiert.

Der Weg Webers in das Präsidentenamt der UBS erfolgt in zwei Schritten. Zunächst soll die Generalversammlung im Mai 2012 den Bundesbankpräsidenten der Jahre 2004 bis Ende April 2011 in den Verwaltungsrat wählen. Er wird dort für ein Jahr als vollamtlicher Vizepräsident amtieren und danach Kaspar Villiger im Präsidentenamt ablösen. Schweizer Verwaltungsräte haben ähnliche Funktionen wie Aufsichtsräte in Deutschland, sie können aber mehr Kompetenzen erhalten.

Der Wechsel Webers zur UBS dürfte aus aufsichtsrechtlicher Sicht unbedenklich sein. Die Bundesbank muss einen solchen Wechsel innerhalb der ersten beiden Jahre nach dem Ausscheiden Webers genehmigen. Aus der Bundesbank war zu hören, es sei eine „glückliche Fügung“, dass Weber ins Ausland wechsle.

Freundschaftlicher Draht zum Nationalbankpräsidenten

Der 70 Jahre alte Villiger wurde im Zuge der Krisenbewältigung in der Bank im April 2009 zur UBS geholt. Als ehemaliger Schweizer Finanzminister sollte er vor allem einen guten Draht in die Politik halten, nachdem die Bank im Herbst 2008 Staatshilfe benötigte und für schlechte Wertpapiere eine Bad Bank eingerichtet werden musste. Zuletzt stand Villiger aber vermehrt in der Kritik, weil er hohe Bankerlöhne verteidigte. Weber wird sich demgegenüber vor allem mit der Bankenregulierung auf internationaler und nationaler Ebene auseinandersetzen müssen. In der Schweiz verfügt er über einen guten, ja freundschaftlichen Draht zu Nationalbankpräsident Philipp Hildebrand.

Zugleich entsteht die pikante Situation, dass die größte Schweizer Bank von zwei Deutschen geführt wird. Vorstandsvorsitzender ist der frühere, aus Ostdeutschland stammende Credit-Suisse-Chef Oswald Grübel, der im November 68 Jahre alt wird. Das Übergangsjahr als Vizepräsident begründet ein Sprecher der Bank denn auch bezeichnenderweise damit, in dieser Zeit könne sich Weber „mit der neuen Aufgabe vertraut machen“. Wie Villiger will der seit Februar 2009 amtierende Grübel nur für eine begrenzte Zeit zur Verfügung stehen. Allerdings hat er bisher kein Datum für sein Ausscheiden aus der Bank genannt. Nach offiziellen Angaben steht in Grübels Vertrag eine beiderseitige Kündigungsfrist von sechs Monaten. Dies nährte am Freitag Spekulationen, dass das in der Schweiz heikle „deutsche Doppel“ von begrenzter Dauer ist, obwohl Weber in der Mitteilung der UBS schreibt, er freue sich auf die Zusammenarbeit mit Grübel.

Ein enger Führungskreis der UBS traf sich in New York

An der Börse sorgte der von Analysten begrüßte personelle Paukenschlag für einen sichtbaren Kursanstieg der UBS-Aktie. Zeitgleich mit der Personalentscheidung teilte die UBS mit, dass Weber bei seiner Wahl in den Verwaltungsrat ein Antrittsgeld von zwei Millionen Franken (1,6 Millionen Euro) und 200.000 für ein Jahr gesperrte UBS-Aktien erhält. Ein Sprecher der Bank begründete dies auf Anfrage mit der „Unmenge von Angeboten“, die der derzeitige Gastprofessor an der Universität Chicago erhalten habe. Im Anschluss daran bezieht Weber in seinem ersten UBS-Jahr 1,5 Millionen Franken plus 150.000 für vier Jahre blockierte Aktien. Als Verwaltungsratspräsident kann er 2 Millionen Franken und 200.000 UBS-Aktien im Jahr erwarten. Dies entspricht der Regelung für seinen Vorgänger Villiger.

Weber und Villiger haben sich dem Vernehmen nach erstmals am 10. Mai dieses Jahres in Zürich zu einem längeren Gespräch getroffen, in dem Villiger unter anderem die Frage seiner Nachfolge ansprach. Mitte Juni traf sich ein enger Führungskreis der UBS zu einer Tagung in New York. Weber kam nach New York, um sich der Führung der Bank vorzustellen. Unter anderem kam es zu Gesprächen mit dem Nominierungskomitee des Verwaltungsrats. Am 30. Juni wurde der Eintritt Webers in die UBS formal beschlossen. Informiert waren zu diesem Zeitpunkt zwischen 10 und 15 Personen.

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Jahrgang 1948, Korrespondent für Politik und Wirtschaft in der Schweiz.

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