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Easyjet : „Wir werden die führende Kurzstrecken-Airline in Tegel“

  • Aktualisiert am

Easyjet hat für 40 Millionen Euro Teile von Air Berlin übernommen. Bild: Reuters

Durch die Übernahme von Teilen von Air Berlin ist der Gewinn von Easyjet eingebrochen. Trotzdem nimmt die scheidende Vorstandschefin Deutschland ins Visier.

          Orange statt Rot: Der britische Billigflieger Easyjet will im Januar den Platz der insolventen Air Berlin am Berliner Flughafen Tegel einnehmen und dort erste Flüge anbieten. „Wir sind dann die führende Kurzstrecken-Airline in Schönefeld und Tegel“, sagte Vorstandschefin Carolyn McCall. Welche Ziele jeweils von welchem Berliner Flughafen angeflogen werden, ließ das Unternehmen noch offen.

          Easyjet hat für 40 Millionen Euro Teile von Air Berlin übernommen. Dieses Engagement am Berliner Flughafen Tegel werde in dem im September 2018 zu Ende gehenden Geschäftsjahr unter dem Strich auf einen Verlust von 60 Millionen Pfund hinauslaufen, erklärte Easyjet. Die Einmalbelastungen etwa für das Umlackierungen von Flugzeugen oder das Training von Crews bezifferte das Unternehmen auf 100 Millionen Pfund (rund 112 Millionen Euro).

          Ab 2019 aber werde sich das Geschäft auszahlen, sagte McCall. Die Transaktion soll im Dezember abgeschlossen werden. Die Briten leasen im Rahmen des Anteilskaufs von Air Berlin bis zu 25 A320-Flugzeuge und erwerben Start- und Landerechte. Es sollen rund 1000 Stellen in Berlin ausgeschrieben werden.

          Easyjet setzt auf Wachstum. Die Air-Berlin-Übernahme nicht eingerechnet, steigt die Kapazität im gerade begonnenen Geschäftsjahr um sechs Prozent, wie der Lufthansa-Rivale ankündigte. Nach einem zuletzt schwierigen Geschäft mit hartem Preiswettkampf und höheren Kosten wegen des schwachen Pfund sieht Easyjet ermutigende Zeichen bei Buchungen und Preisen.

          Der Umsatz pro Sitzplatz dürfte im ersten Halbjahr unter anderem wegen der aus dem Markt verschwundenen Anbieter – neben Air Berlin die insolvente britische Monarch – im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich steigen. Im vergangenen Geschäftsjahr (Stichtag 30. September) fiel der Gewinn bei Easyjet um 30 Prozent auf 305 Millionen Pfund. Der Umsatz zog um acht Prozent auf 5,05 Milliarden Pfund an.

          Vorstandschefin McCall verlässt Easyjet nach mehr als sieben Jahren am Jahresende und wechselt zur Fernsehsendergruppe ITV. Nachfolger wird der bisherige Tui-Manager Johan Lundgren. Man solle gehen, wenn es am schönsten sei, sagte McCall.

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