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EADS sucht Nachfolger Airbus-Chef Streiff gibt auf

09.10.2006 ·  Die Krise bei EADS hat einen neuen Höhepunkt erreicht. Den von Airbus-Chef Christian Streiff eingereichten Rücktritt hat die Konzernführungsspitze angenommen. Zwischen Streiff und dem EADS-Verwaltungsrat bestehe „kein Vertrauensverhältnis mehr“.

Von Christian Schubert, Paris
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Der Flugzeughersteller Airbus und seine Muttergesellschaft EADS suchen fieberhaft nach einem Nachfolger für Airbus-Chef Christian Streiff. Dies erfuhr die Frankfurter Allgemeine Zeitung aus Unternehmenskreisen. Zwischen Streiff und dem EADS-Verwaltungsrat bestehe kein Vertrauensverhältnis mehr, hieß es. Streiff hat in der vergangenen Woche bei EADS seinen Rücktritt eingereicht. Dieser ist inzwischen von der EADS-Führungsspitze angenommen, aber offiziell noch nicht angekündigt worden.

Als Gründe werden auf der Seite seiner Gegner ein wankelmütiges Verhalten, fehlendes diplomatisches Geschick bei der anstehenden Airbus-Sanierung und eine mangelnde Bereitschaft zur Integration in den EADS-Konzern genannt. Auch wird darüber spekuliert, daß Streiff nun zum französischen Autokonzern Peugeot-Citroen wechseln könnte, der einen neuen Chef sucht (Siehe auch: Christian Streiff: Abgang zum ungünstigsten Zeitpunkt). Streiff soll sich am vorvergangenen Wochenende mit der Familie Peugeot getroffen haben, was die Verärgerung bei EADS nur erhöhte. Ein Sprecher des französischen Autokonzerns sagte dazu am Sonntag, daß noch keine Entscheidung gefallen sei.

Rücktritt angeboten

Streiff hatte offenbar schon nach der EADS-Verwaltungsratssitzung am 29. September seinen Rücktritt angeboten, diesen dann aber wieder zurückgezogen. Im Laufe der vergangenen Woche schickte er dann ein Rücktrittsschreiben an die EADS-Führungskräfte. Streiff soll dabei die geplante engere Anbindung von Airbus an die Muttergesellschaft EADS kritisiert haben. EADS will diese Integration vollziehen, sobald der Verkauf der 20 Prozent hohen Airbus-Anteile des britischen Industrieaktionärs BAE Systems an EADS in den kommenden Tagen abgeschlossen ist. Mit der Anbindung soll verhindert werden, daß EADS so wie in der Vergangenheit von Fehlentwicklungen wie den Verspätungen der A380 überrascht wird.

Der neue Chef der Muttergesellschaft EADS, Thomas Enders, verspricht dem Standort Hamburg eine Zukunft. Ob aber auch der neue Großraumjet A380 weiter in der Hansestadt gebaut wird, bleibt offen.

Streiff hat den Chefposten bei Airbus erst im Juli von dem Deutschen Gustav Humbert übernommen. Er kam vom französischen Baustoffkonzern Saint Gobain. Die Personalquerelen in dem europäischen Luft-, Raumfahrt- und Verteidigungskonzern EADS setzen sich somit fort. Sie kommen zu einem ungünstigen Zeitpunkt, weil Streiff erst in der vergangenen Woche ankündigte, in den kommenden vier Monaten die Flugzeugproduktion an den sechzehn Airbus-Standorten so neu zu ordnen, daß das Unternehmen mit Boeing wieder konkurrenzfähig wird. Zudem erwarten die Kunden, daß der Flugzeughersteller die Verspätungen bei der A380 rasch aufholt. Bei Airbus wird darauf verwiesen, daß das Unternehmen aufgrund von hohen Auslieferungszahlen anderer Modelle weiter hohe Gewinne einfahre.

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