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Dyson & Co. : Wenn Exoten Elektroautos bauen

Der Kroate Mate Rimac vor seinem Elektroauto Concept One Bild: AFP

Staubsauger-Hersteller James Dyson hat ankündigt, ein Elektroauto zu bauen. Er ist nicht der erste branchenfremde Unternehmer, der das versucht.

          Der Staubsauger-Hersteller Dyson hat angekündigt, 2,3 Milliarden Euro in die Entwicklung eines eigenen Elektroautos zu stecken. Das Fahrzeug soll 2020 an den Start gehen. Das Unternehmen arbeitet schon seit zwei Jahrzehnten an Batterie-Technologie. In den vergangenen zwei Jahren hat Dyson ein Team von 400 Ingenieuren aufgebaut, die von Auto-Konzernen wie BMW, Aston Martin und Tesla kamen.

          Jenni Thier

          Redakteurin in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Gut eine Milliarde Euro will Gründer James Dyson in die Batterie investieren, den Rest ins Auto und sein Design. Bis diese Ausgaben amortisiert sind, dürften einige Jahre vergehen. Dyson will Festkörperbatterien entwickeln, die Lithium-Batterien überlegen sind. Sie haben eine höhere Energiedichte auf kleinerem Raum. 2015 hatte Dyson das amerikanische Start-up Sakti3 übernommen, das darauf spezialisiert ist. Auch Toyota arbeitet an dieser Technik.

          Ob Dyson damit Elektroauto-Vorreiter Tesla und seinem Gründer Elon Musk Konkurrenz machen kann, wird sich zeigen. In jedem Fall reiht sich Dyson in eine Reihe von Unternehmen und Unternehmern ein, die ein Elektroauto bauen wollen und ursprünglich nicht aus der Automobilbranche stammen.

          Elektroauto-Pioniere

          Neben Musk und nun Dyson gibt es noch andere Einzelkämpfer, die sich an das E-Auto-Abenteuer gewagt haben. Da ist zum Beispiel der 29 Jahre alte Kroate Mate Rimac, der mit gerade mal 19 Jahren einen alten BMW in ein Elektroauto umbaute und dann Blut leckte. Mittlerweile hat er mit Hilfe von Fachleuten sein Elektroauto Concept One entwickelt und lässt dieses von 250 Mitarbeitern in Zagreb herstellen. Vor sechs Jahren hat Rimac das Auto bei der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt vorgestellt. Bis Ende 2018 werden acht Stück gebaut, die alle schon verkauft sind – zum stolzen Preis von einer Million Euro pro Wagen.

          Auch in China gibt es einen findigen E-Auto-Unternehmer, der ein teures Modell produziert. William Li ist eigentlich Jurist und Soziologe, vor drei Jahren gründete er das Unternehmen Nio. Es gibt erst sechs Stück von dem gut eine Million Euro teuren Supersportwagen EP9. Anfang 2018 plant Li, ein Familien-Modell mit sieben Sitzen auszuliefern. Und noch ein paar Jahre später soll ein autonom fahrendes Elektroauto hinzukommen.

          Auch in Deutschland finden sich E-Auto-Bauer. Einer von ihnen ist Günther Schuh, eigentlich Maschinenbau-Professor in Aachen. Er hat zusammen mit Mitstreitern die Elektro-Transporter namens Streetscooter entwickelt, die ein unerwartet großer Erfolg geworden sind – vor allem dank der Deutschen Post. Die hat, nachdem sie zunächst einige tausend Fahrzeuge gekauft hatte, das 2014 gegründete Unternehmen übernommen und gerade bekanntgegeben, dass sie wegen der hohen Nachfrage eine zweite Fabrik für die Streetscooter im westfälischen Düren eröffnen will.

          Schuh hat ein neues Projekt gestartet: E.Go. Der Kleinwagen Life soll vier Sitzplätze haben und im kommenden Jahr in Serienproduktion gehen. Anders als andere setzt Schuh nicht so sehr auf Reichweite und hohe Geschwindigkeit, sondern auf einen niedrigen Preis. 15.900 Euro soll der Life kosten, eine Reichweite von 130 Kilometern und eine Höchstgeschwindigkeit von 100 Stundenkilometer erreichen. Die Hälfte der Tagesproduktion, die man bauen könnte, käme gerade täglich an Bestellungen rein, sagt Schuh. Das sollen knapp 10.000 sein. 2019 wollen Schuh und seine Kollegen ein E-Auto in Golf-Größe auf den Markt bringen, 2020 einen Kleinbus. Die Modelle entstehen in Zusammenarbeit mit Partnern aus der Autobranche, etwa Bosch (Batterie) oder ZF Friedrichshafen.

          Große Unternehmen haben dagegen ihre großen E-Auto-Ambitionen schon zurückschrauben müssen, darunter etwa Apple. Um das elektrische und selbstfahrende Apple Car, das in einem Geheimprojekt namens Titan entwickelt werden soll, gab und gibt es viele Gerüchte. Vor zwei Jahren soll es angeblich wegen Problemen in der Umsetzung eine strategische Änderung gegeben haben. Hunderte Mitarbeiter des 1000 Leute starken Auto-Teams seien entlassen worden, berichteten Insider. Statt auf Autos wolle sich das Unternehmen auf Betriebssysteme für Fahrzeuge konzentrieren.

          Quelle: FAZ.NET

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