Die bevorstehende Zerschlagung der Drogeriemarktkette Schlecker wird auch die Gründerfamilie finanziell stark belasten. Anton Schlecker und seine Angehörigen waren zuletzt offenbar nicht mehr zu einem Rettungsbeitrag bereit, wie Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz laut „ Spiegel“ sagte. Für die Marke Ihr Platz und die sogenannten XL-Filialen gibt es unterdessen nach einem Zeitungsbericht offenbar einen möglichen Käufer.
Die Gründerfamilie werde voraussichtlich einen großen Teil ihres Vermögens verlieren, sagte der Sprecher des Insolvenzverwalters, Alexander Güttler, der Nachrichtenagentur dapd. Anton Schlecker hatte das Unternehmen als eingetragener Kaufmann geführt und muss mit seinem gesamten Privatvermögen dafür einstehen. „Die Familie wird sehr genau auf Übertragungen untersucht“, sagte Güttler. Das Anwesen der Familie in Ehingen soll beispielsweise im Besitz von Anton Schleckers Frau Christa sein. Wie und wann es übertragen wurde, ist nicht bekannt.
Nach dem Aus für die Drogeriemarktkette Schlecker steht nun die Abwicklung der einzelnen Unternehmensteile an. Für die Marke Ihr Platz und die sogenannten XL-Filialen gibt es nach einem Zeitungsbericht vom Samstag einen Interessenten. Die Familie von Unternehmensgründer Anton Schlecker wird nach der Zerschlagung voraussichtlich einen großen Teil ihres Vermögens verlieren, wie der Sprecher von Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz, Alexander Güttler, der Nachrichtenagentur dapd sagte.
Die Firma LDG der Kinder Lars und Meike Schlecker wird ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen. Nach Informationen der „Wirtschaftswoche“ haben die beiden über das Logistikunternehmen ein Darlehen von insgesamt rund 70 Millionen Euro an die Drogeriekette vergeben. Da das Darlehen dem Vernehmen nach nicht an besondere Sicherheiten gebunden sei, könnten sie nur einen Bruchteil der Summe im Gläubigerverfahren zurückerhalten.
Geiwitz sagte dem „Spiegel“, noch kurz vor dem Beschluss über die Zerschlagung am Freitag habe er die Familie Schlecker gebeten, einen finanziellen Beitrag zu leisten. Anton Schlecker sei zwar offiziell vermögenslos. „Aber die Familie hat noch Vermögen, und ich habe gefragt, ob sie bereit sei, eine Verlustfinanzierung zu leisten.“ Es sei um sieben bis neun Millionen Euro für den Monat Juni gegangen. Doch die Familie „war entweder nicht bereit oder nicht in der Lage“, diese Summe zu zahlen.
Finanzinvestor will die Schlecker-XL-Filialen und „Ihr Platz“ übernehmen
Die Drogeriemarktkette Ihr Platz und die 342 Schlecker XL-Filialen werden möglicherweise vom Münchner Finanzinvestor Dubag übernommen, berichtete die „Neue Osnabrücker Zeitung“. Ihr Platz habe Dubag bereits gekauft, sagte Ihr-Platz-Insolvenzverwalter Werner Schneider. Der Übernahme müssten allerdings noch die Schlecker-Gläubiger und das zuständige Insolvenzgericht, das Amtsgericht Ulm, zustimmen. Daneben interessiere sich Dubag auch für die XL-Filialen.
Die Mitarbeiter der ehemaligen Schlecker-Filialen müssen dagegen mit der Entlassung rechnen. Auch der Konkurrent Rossmann machte den Mitarbeitern wenig Hoffnung auf Einstellung. Höchstens 50 bis 80 Märkte seien interessant für die Kette, sagte Firmenchef Dirk Roßmann. Politiker streiten jetzt über eine Transfergesellschaft.
Die Schlecker-Zerschlagung wird von der Interessenvertretung „Die Familienunternehmer“ unterstützt. „Die Kunden haben sich gegen einen Einzelhändler und sein Geschäftsmodell entschieden“, sagte Präsident Lutz Goebel. „Das muss die Politik als Marktentscheidung mündiger Verbraucher akzeptieren.“ Die von Verdi-Chef Frank Bsirske geforderte Transfergesellschaft würde nur Arbeitsplätze bei Schlecker-Wettbewerbern kosten, sagte Goebel.
Der Umsatz von Schlecker war zuletzt offenbar erheblich zurückgegangen. Zwischen März und April hätten sich die Erlöse halbiert, berichtete das Nachrichtenmagazin „Focus“ unter Berufung auf neue Daten der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Dabei seien Ende März nur gut 2.000 der vormals 5.400 Filialen geschlossen worden. Das Minus von 56 Prozent ging dem Bericht zufolge auf vorherige Ausverkaufs-Aktionen in den Märkten zurück.
Am Freitag hatte der Gläubigerausschuss die Zerschlagung von Schlecker beschlossen. Die Drogeriekette macht nach dem Ausverkauf von 2.800 Märkten dicht. Die Zahl der betroffenen Mitarbeiterinnen, die noch im Juni gekündigt werden sollen, ging bei der Insolvenzverwaltung auseinander. Geiwitz sprach von 13.762 Mitarbeiterinnen, in der offiziellen Mitteilung war von 13.200 die Rede. Geiwitz-Sprecher Güttler zufolge stammt die erste Zahl aus der letzten offiziellen Prüfung im Unternehmen. Die zweite Zahl stellt die im Juni vermutete Beschäftigtenzahl dar, die sich beispielsweise durch freiwillige Kündigungen immer weiter reduziert.
der böse Schlecker.....
Michael Meier (never1)
- 03.06.2012, 11:01 Uhr
@Wels u Frohnapfel: Bitte mehr Realitäzssinn statt
Alex Merck (AlexM3)
- 03.06.2012, 10:47 Uhr
Schlecker wurde vor allem von den Medien und den Gewerkschaften zerstört
Paul Banaschak (paul.banaschak)
- 03.06.2012, 08:41 Uhr
Leichenfledderei
Bernd Schmid (mimifrick)
- 03.06.2012, 08:11 Uhr
Almosen von Herrn Schlecker?
Roswitha Wels (Cinquecentos)
- 03.06.2012, 00:00 Uhr
