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Dresdner, Commerz- und Postbank Ambitioniertes Bankentriumvirat

29.03.2008 ·  Die in der Bankbranche kursierenden Planspiele zur Schaffung eines Triumvirats aus Dresdner Bank, Commerzbank und Postbank werden von Fachleuten als machbar beurteilt. Der Haken: Ein enormer Stellenabbau wäre wohl die Folge, wie ein Bankmanager im Gespräch mit der F.A.Z. sagte.

Von Daniel Schäfer
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Die in der Bankbranche kursierenden Planspiele zur Schaffung eines Bankentriumvirats aus Dresdner Bank, Commerzbank und Postbank werden von Fachleuten als ambitioniert, aber machbar beurteilt. „Das wäre eine sinnvolle Lösung, die aber eine Herkulesaufgabe in der Integration der Plattformen und Vertriebswege nach sich ziehen würde“, sagt Walter Sinn von der Unternehmensberatung Boston Consulting.

Wie die F.A.Z. berichtet hat (siehe dazu auch: Gedankenspiele über Dreierallianz aus Dresdner Bank, Commerzbank und Postbank), diskutieren der Vorstandschef der Versicherung Allianz, Michael Diekmann, und seine Kollegen ein Szenario, das die deutsche Bankenlandschaft grundlegend verändern würde. Das Modell sieht vor, die Dresdner Bank als Sacheinlage in die Commerzbank einzubringen. Das neu formierte Institut würde mit der Allianz als Großaktionär eine Mehrheit an der demnächst zum Verkauf stehenden Deutschen Postbank erwerben. Weder die betroffenen Banken noch die Allianz wollten den Bericht am Freitag kommentieren.

„Das gäbe ein Blutbad in der Belegschaft“

Durch die Dreierallianz würde erstmals der erdrückenden Marktmacht der Genossenschaftsbanken und Sparkassen, die zwei Drittel des deutschen Privatkundengeschäfts vereinnahmen, ein nennenswerter Wettbewerber entgegengesetzt. Mit mehr als 26 Millionen Kunden würde die Bank private Wettbewerber wie die Deutsche Bank oder Unicredit weit hinter sich lassen. Den gut 14.000 Zweigstellen der Sparkassen könnte das Institut fast 2600 eigene Filialen sowie den Vertriebsweg über tausende Postfilialen und Allianz-Agenturen entgegensetzen.

Der Haken: Ein Triumvirat hätte einen hohen Integrationsaufwand und vermutlich einen enormen Stellenabbau zurfolge. „Das gäbe ein Blutbad in der Belegschaft“, sagt ein Bankmanager. Ein Kraftakt wäre es, eine einheitliche Informationstechnikplattform zu schaffen. Zudem wären der Auskauf der jeweiligen Versicherungspartner für die Allianz kostspielig. „Derart viele Interessen wird man schwerlich unter einen Hut bekommen“, zeigt sich Bankenanalyst Dieter Hein von Fairesearch daher skeptisch. Weitgehende Einigkeit herrscht darin, dass die Postbank im Mittelpunkt sämtlicher Planspiele stehen wird: „Der Verkauf der Postbank ist die Initialzündung, die zur überfälligen Konsolidierung der deutschen Bankenlandschaft führen wird“, sagt Sinn.

Quelle: F.A.Z., 29.03.2008, Nr. 74 / Seite 11
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