Home
http://www.faz.net/-gqi-11xtf
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Drastischer Schrumpfkurs HSH Nordbank streicht jede vierte Stelle

17.02.2009 ·  Die HSH Nordbank fährt einen verschärften Schrumpfkurs: Bis 2012 will sie rund 1100 Vollzeitstellen streichen. Trotzdem benötigt die HSH 3 Milliarden Euro frisches Eigenkapital und Bürgschaften von 10 Milliarden Euro. Ob Hamburg und Schleswig-Holstein das zur Verfügung stellen, ist noch nicht entschieden.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (0)

Die HSH Nordbank will bis zum Jahr 2012 rund 1100 Vollzeitstellen streichen. Dies kündigte das Institut im Anschluss an eine Aufsichtsratssitzung an. Bislang war offiziell „nur“ von einem Abbau von 750 Arbeitsplätzen die Rede.

Der zusätzliche Rückgang auf 3250 Beschäftigte resultiert aus dem inzwischen verschärften Schrumpfkurs, den der Vorstand unter der Last eines Verlustes Milliardenverlustes im Jahr 2008 einleiten muss. Über den Abbau und den Verkauf von Geschäftsfeldern und Portfolien soll die Bilanzsumme der Bank von zuletzt 200 Milliarden Euro auf 115 Milliarden Euro zurückgedreht werden.

HSH benötigt 3 Milliarden Euro frisches Eigenkapital

„Durch dieses Bündel an Maßnahmen schaffen wir die notwendigen Voraussetzungen für die Kreditversorgung der norddeutschen Wirtschaft und wappnen uns gegen etwaige Risiken einer andauernden Konjunkturkrise“, erklärte HSH-Chef Dirk Jens Nonnenmacher.

Trotzdem benötigt die HSH 3 Milliarden Euro frisches Eigenkapital sowie Bürgschaften von 10 Milliarden Euro. Beides sollen Hamburg und Schleswig-Holstein zur Verfügung stellen. Ob sie das tun, wollen die beiden Großaktionäre am 24. Februar entscheiden. Über die Bürgschaften will die Bank die Risiken im Kredit- und Wertpapierbestand und damit auch die Eigenkapitalbindung reduzieren. Mit Hilfe eines Selbstbehaltes der Bank (Erstverlustpuffer) soll das Risiko der Garantiegeber und damit auch die Bürgschaftsgebühr in Grenzen gehalten werden. In Anteilseigenerkreisen geht man davon aus, dass die Bank frühestens 2011 wieder dividendenfähig wird.

Verlust vor Steuern und Restrukturierungskosten: Bis zu 2,8 Milliarden

Die HSH wies im vergangenen Jahr nach vorläufigen Zahlen einen Verlust vor Steuern und Restrukturierungskosten von bis zu 2,8 Milliarden Euro aus. Im Jahr zuvor hatte noch ein Plus von 285 Millionen Euro in den Büchern gestanden. Grund für das Minus waren Belastungen durch die Finanzkrise von insgesamt 2,5 Milliarden Euro. Der größte Teil davon stammte aus Abschreibungen auf das Kreditersatzgeschäft, weitere Verluste kamen aus dem Engagement in Island und bei der Pleite gegangenen amerikanischen Bank Lehman Brothers.

Außerdem musste die Bank ihre Risikovorsorge auf 1,4 Milliarden Euro drastisch erhöhen. Im Zuge ihrer Neuausrichtung verabschiedet sich die HSH von ihren Expansionsträumen und will zu einer norddeutschen Regionalbank schrumpfen.

Quelle: FAZ.NET/F.A.Z./rit./Reuters
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel

Böses Spiel

Von Holger Steltzner

Mit größter Selbstverständlichkeit und in unerträglichem Ausmaß zahlt die Elite Griechenlands keine Steuern und flüchtet mit Milliarden ins Ausland - und jede griechische Regierung lässt sie gewähren. In den Geberländern wächst die Wut der Steuerzahler. Mehr 6 77

28.05.2012 17:45 Uhr
  Vortag
Dax 6.323,19 −0,26%
 OK
NameKursProzent
FAZ-INDEX 1.376,76 −0,07%
Dow Jones 12.454,80 −0,60%
EUR/USD 1,2527 −0,11%
Rohöl Brent Crude 107,03 $ −0,21%
Gold 1.574,60 $ +0,32%
Umfrage

Anonym bewerben? Ist das gut?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.