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Veröffentlicht: 02.01.2017, 07:24 Uhr

F.A.Z. exklusiv Für Konzernchefs ist die Macht der Computer das Top-Thema

Ob in Banken, bei der Bahn oder bei der Post: Deutschlands wichtigste Unternehmenslenker nennen gegenüber der F.A.Z. vor allem ein Thema, das dieses Jahr für sie ganz oben steht. Mittelständler setzen einen anderen Schwerpunkt.

von und
© dpa Die Digitalisierung ist für viele Entscheider in der Wirtschaft das wichtigste Thema des neuen Jahres.

Die fortschreitende Digitalisierung wird deutsche Konzerne auch im neuen Jahr mehr beschäftigen als jede andere technische, gesellschaftliche oder politische Entwicklung - das erwarten jedenfalls etliche Vorstandsvorsitzende, die in einer Umfrage der F.A.Z. ihre Erwartungen für das Jahr 2017 genannt haben. Dagegen gaben nur 5 Prozent der befragten Mittelständler und Familienunternehmer in einer Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PWC an, sie wünschten sich an erster Stelle den Durchbruch bei der Digitalisierung ihres Unternehmens. Für 40 Prozent der Befragten steht dagegen, wenig erstaunlich, das Wort „Wachstum“ ganz oben auf der Liste.

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Rüdiger Grube, erster Mann der Deutschen Bahn, erwartet einen „epochalen Umbruch“ für die Mobilität. Im neuen Jahr werde die Digitalisierung „nicht nur für die Deutsche Bahn, sondern den gesamten Verkehrssektor das bestimmende Thema sein“. Flächendeckendes W-Lan und ein neues ICE-Portal sind nur zwei von vielen weiteren Schritten auf dem Weg zu einer digitalisierten Bahn.

In anderen Branchen ist die Entwicklung vergleichbar. Frank Appel etwa, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Post, sagte: „Die Digitalisierung transformiert unser Leben und wird die Logistik entscheidend verändern - 2017 und darüber hinaus.“ Seine Branche - befeuert vom Online-Handel und einem stetig wachsenden Paketgeschäft - steht ohnehin für die Möglichkeiten durch technische Neuerungen. Der Einsatz von Drohnen ist hier nur ein Beispiel. Hinzu kämen nach Appels Einschätzung Veränderungen in der Arbeitswelt durch Roboter, Datenbrillen und Fahrzeuge, die sich autonom durch Lagerhallen bewegen oder Zusteller begleiten.

DT. POST

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Tim Höttges von der Deutschen Telekom traut der künstlichen Intelligenz - gewissermaßen eine Königsdisziplin der Digitalisierung - eine bedeutendere Rolle zu. Lernende und sich selbst steuernde Maschinen machten Fortschritte, und deshalb sagte Höttges: „Künstliche Intelligenz wird auch in unserer Industrie 2017 an Bedeutung gewinnen.“

DT. TELEKOM

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Dass der Anteil der Familienunternehmer, die dieses Thema in der PWC-Studie für das wichtigste hielten, mit 5 Prozent vergleichsweise gering ist, überrascht zunächst. 220 Geschäftsführer und Vorstände von Familienunternehmen und aus mittelständischen Gesellschaften haben die Studienautoren befragt. „Dieser Wert ist niedrig“, wird Peter Bartels, PWC-Vorstandsmitglied und Leiter Familienunternehmen und Mittelstand, in einer Mitteilung zu der Umfrage zitiert. „Denn gerade die Digitalisierung eröffnet Wachstumschancen - wenn es gelingt, sie nicht nur als ein IT-Thema zu betrachten, sondern als umfassende Aufgabe, die das Geschäftsmodell eines Unternehmens grundlegend verändert.“

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Bemerkenswert ist, dass die grundsätzliche Relevanz des Themas durchaus erkannt wird: 90 Prozent der Familienunternehmer sind überzeugt, dass die Digitalisierung der wichtigste Trend im neuen Jahr ist. „Zwischen dieser Erkenntnis und dem Bewusstsein, dass das Auswirkungen auf das eigene Unternehmen hat, scheint aber noch eine Lücke zu herrschen. Zum Teil ist sie sicherlich auf eine große Unsicherheit, wo man am besten ansetzen kann, zurückzuführen“, kommentiert Bartels.

© DW, Deutsche Welle Azubi 4.0: Ausbildung im Zeitalter der Digitalisierung

Wo Mittelständler investieren würden

Dabei sind die befragten Familienunternehmer und Mittelständler durchaus bereit, in neue Technologien zu investieren: Wenn bei ihnen an Weihnachten eine siebenstellige Summe im Geschenkpaket gelegen hätte, würden knapp zwei Drittel der Mittelständler diesen Betrag für die Verbesserung ihrer IT ausgeben. 59 Prozent würden stärker in Innovationen und 58 Prozent in Digitalisierung investieren.

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