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Zurückgetretener Arconic-Chef : Dieser Brief kostete Klaus Kleinfeld den Chefsessel

  • Aktualisiert am

Klaus Kleinfeld Bild: Reuters

Der Aufsichtsrat und seine Vorstandskollegen hielten monatelang zu ihm. Bis Klaus Kleinfeld einen pikanten Brief an seinen Widersacher Paul Singer schrieb. Dessen Inhalt ist nun bekannt – und überaus lesenswert!

          Warum musste Klaus Kleinfeld als Chef des amerikanischen Metallkonzerns Arconic zurücktreten? Zunächst hieß es, er habe „schlechtes Urteilsvermögen“ gezeigt, als er ohne Abstimmung mit dem Verwaltungsrat einen Brief an einen Topmanager des Hedgefonds Elliott Management geschrieben habe. Der Hedgefonds ist Großaktionär und forderte schon seit Monaten Kleinfelds Rücktritt – monatelang vergeblich. Bis der 59 Jahre alte Deutsche eben jenen Brief abschickte. Was um alles in der Welt hatte Kleinfeld geschrieben?

          Aus seinem Umfeld hieß es dazu, es habe sich um ein „harmloses und freundliches Schreiben“ an Elliott-Chef Paul Singer gehandelt. Der Hedgefonds sah das ganz anders. Kleinfelds Brief habe sich „wie eine Bedrohung“ gelesen, um einen seiner Manager „auf Basis komplett falscher Andeutungen einzuschüchtern oder zu erpressen“, erklärte der Fonds öffentlich. Dies sei ein „höchst unangemessenes Verhalten“ für den Vorstandschef eines börsennotierten Unternehmens.

          Welche Seite hat Recht, welche übertreibt? Darüber kann sich nun jeder selbst ein Bild machen, denn Elliott hat den Brief an diesem Donnerstag veröffentlicht.

          Was sich sofort sagen lässt: Das Schreiben strotzt vor Häme und Süffisanz. Kleinfeld schrieb an Singer, dass wir (bei Arconic) „in den vergangenen 18 Monaten die einzigartige Aufmerksamkeit und das unbegrenzte Vergnügen von vielen Austauschen mit verschiedenen Repräsentanten Ihrer in jeder Hinsicht bemerkenswerten Firma hatten“. Leider aber nicht mit Herrn Singer selbst. Kleinfeld habe sich deshalb „mehr als einmal gefragt, welche besondere Person der Firmengründer sein müsse“. Sehr zu seinem Vergnügen habe er dann aus Berlin erfahren, „was für ein phänomenaler Fußball-Liebhaber“ Singer sei.

          Ein PS, das es in sich hat

          Ein paar Leute, die Singer in Berlin 2006 „während und vor allem nach den Fußballspielen“ begleitet hätten, seien noch immer „voller schillernder Erinnerungen an diese offensichtlich bemerkenswerte Zeit, die in der Tat großes Potential habe, zu einer bleibenden Legende zu werden.“ Als Zeichen seiner Wertschätzung, dass er Singers „andere Seite“ habe erfahren dürfen, schicke er ihm ein kleines Souvenir, das ihm hoffentlich positive Erinnerungen zurückbringe: Den offiziellen Spielball der WM namens „Teamgeist“.

          Es folgen „freundliche Grüße“ und ein „PS“, das es in sich hat: „Falls ich es schaffe, einen indianischen Kopfschmuck zu finden, werde ich Ihnen diesen ebenfalls senden - als zusätzlichen wesentlichen Bestandteil der Erinnerungen. Und nebenbei: ,Singing in the rain' ist in der Tat ein wundervoller Klassiker – auch wenn ich nie versucht habe, ihn in einem Springbrunnen zu singen.“

          So weit das Schreiben, der Rest ist der Phantasie überlassen. Ganz so „harmlos und freundlich“, wie Kleinfelds Umfeld zunächst verlautbaren ließ, dürfte der Brief aber nicht gemeint gewesen sein.

          Quelle: schä.

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