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Abgasaffäre : Fiat Chrysler droht Diesel-Klage in Amerika

  • Aktualisiert am

Die amerikanische Umweltbehörde EPA ermittelt seit Januar auch gegen Fiat Chrysler. Bild: AFP

Auch Fiat Chrysler steht unter dem Verdacht, illegale Abschalteinrichtungen eingesetzt zu haben. Jetzt wird es in Amerika brenzlig für den Autohersteller.

          Das amerikanische Justizministerium bereitet nach Berichten aus informierten Kreisen nun auch gegen den italienisch- amerikanischen Autobauer Fiat Chrysler eine Klage in der Dieselaffäre vor. Sollten in Gesprächen die Streitpunkte rund um mutmaßliche Verstöße gegen Abgasgesetze nicht ausgeräumt werden können, könnte noch diese Woche eine Zivilklage eingereicht werden. Verhandlungen liefen noch und die Parteien könnten auch noch zu einer Vereinbarung kommen, die einen langwierigen Rechtsstreit verhindere, hieß es. Die Fiat- Chrysler-Aktie rutschte im nachbörslichen Handel um 7,5 Prozent ab.

          In einer möglichen Klage würde es demnach um mutmaßlich eingesetzte Abschalteinrichtungen gehen. Der deutsche Autobauer Volkswagen hatte den Einsatz solcher Einrichtungen im Herbst 2015 zugegeben, die ausgehandelten Vergleiche in den Vereinigten Staaten kommen den Konzern bisher mit rund 22,6 Milliarden Euro teuer zu stehen. Abschalteinrichtungen schalten Abgasreinigungssysteme ab, wenn die Autos nicht auf dem Prüfstand stehen - die Fahrzeuge stoßen dann im normalen Fahrbetrieb deutlich mehr Schadstoffe aus als angegeben.

          Fiat Chrysler Automobiles N.V.

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          Im Januar hatte die amerikanische Umweltbehörde EPA bekanntgegeben, dass sie nach dem Skandal bei Volkswagen auch Fiat Chrysler wegen manipulierten Abgaswerten im Verdacht hat. Es geht um die Angaben zum Ausstoß des Schadstoffs Stickoxid bei rund 100.000 Dieselwagen. Das Management weist die Vorwürfe zurück.

          Ein Bundesrichter in Kalifornien hat für den 24. Mai eine Anhörung angesetzt, nachdem von Autobesitzern eine Reihe von Klagen gegen Fiat Chrysler eingereicht wurden. Es wird erwartet, dass das Justizministerium bis dann ebenfalls vor Gericht ziehen wird, wenn eine Einigung ausbleiben sollte. Das Unternehmen erklärte, ein Rechtsstreit wäre kontraproduktiv für die aktuellen Gespräche mit EPA und der kalifornischen Umweltbehörde Carb. Fiat Chrysler werde sich gegebenenfalls vor Gericht entschlossen zur Wehr setzen gegen die Vorwürfe.

          Auch in Europa haben die Behörden den Konzern ins Visier genommen. Die Wettbewerbshüter der EU-Kommission gehen in dem Fall nun gegen Italien vor. Ihrer Ansicht nach hat das Land gegen EU-Recht verstoßen, indem es die Abschalteinrichtungen in der Abgasreinigung bestimmter Fiat-Modelle zuließ.

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