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F.A.Z. exklusiv : Diese deutschen Unternehmen stellen ein

Großmessen ziehen immer mehr Besucher an - als Arbeitgeber müssen die Messegesellschaften aber kämpfen. Bild: STEINBA/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Die gute Konjunktur beflügelt den Arbeitsmarkt. Die große F.A.Z.-Stellenbilanz zeigt, welche Unternehmen in Deutschland neue Arbeitskräfte gut gebrauchen können.

          Es ist wie im Märchen. Von Monat zu Monat sinkt die Zahl der Arbeitslosen. Lange sind die Zeiten vorbei, als man den Chef der Nürnberger Bundesanstalt für Arbeit (bis 2002 hieß die heutige Agentur für Arbeit so) als Unke von Deutschland bezeichnete. Diesen Titel hatte sich Josef Stingl erworben, der in der ersten Rezession nach dem Zweiten Weltkrieg 1968 Chef der Nürnberger Behörde wurde und bis zu seinem Ausscheiden 1984 noch manchen Arbeitslosenrekord zu vermelden hatte.

          Heute brennt sich der Name des neuen obersten Arbeitsamtschefs kaum ein, weil er – Gott sei Dank – keine Horrormeldungen mehr zu verbreiten hat. Der Wirtschaft geht es so gut, dass die Arbeitslosenzahlen von Monat zu Monat sinken. Selbst in Wintermonaten ist der witterungsbedingte Anstieg der Arbeitslosigkeit nur noch minimal.

          Dass dennoch jeder Stellenverlust eine persönliche Katastrophe sein kann, ist davon unbenommen, vor allem dann, wenn es eine strukturschwache Region wie jene um Görlitz trifft, wo Siemens angekündigt hat, sein Werk stillzulegen. Der Elektrokonzern Siemens ist übrigens jener Konzern, in dem in diesem Jahr die größten Veränderungen zu verzeichnen waren – in beide Richtungen. Siemens hat die meisten Stellen gestrichen, bis hin zur Schließung ganzer Werke. Siemens hat an anderen Orten aber auch wieder mehr Stellen geschaffen als jedes andere Unternehmen.

          Der Mangel an qualifizierten Mitarbeitern ist schon heute für 61 Prozent der Unternehmen ein zentrales Investitions- und damit auch ein eindeutiges Wachstumshindernis. Fast die Hälfte der von Fachkräftemangel betroffenen Unternehmen musste schon auf Umsatz verzichten, weil man Aufträge mangels Mitarbeitern nicht annehmen konnte. Das hat eine aktuelle Umfrage der DZBank im deutschen Mittelstand ergeben.

          Lesen Sie im vollständigen Beitrag im E-Paper und in F.A.Z. Plus, welche Unternehmen in Deutschland und auf der ganzen Welt Stellen abgebaut haben.

          In mittelständischen Unternehmen drückt der Schuh am kräftigsten. Großunternehmen und Konzerne mit internationalem Ruf von Microsoft oder Google bis zu Daimler, BMW und Siemens stehen auf der Liste nach dem Wunscharbeitgeber auch bei jungen Leuten ganz oben. Da steht übrigens auch Volkswagen trotz Diesel-Skandal immer noch auf einem vorderen Platz. Aber an das mittelständische Unternehmen denkt kaum ein Hochschulabsolvent.

          Das betrifft nicht nur die mittelständische Wirtschaft auf dem Land, sondern auch die in den Großstädten. „Die Messewirtschaft ist zu klein, um als potentieller Arbeitgeber wahrgenommen zu werden“, beklagt auch Denis Steker, Geschäftsbereichsleiter Internationales der Kölnmesse GmbH. Die Messegesellschaften haben hierzulande zusammen kaum mehr als 10.000 Beschäftigte. Da muss man gar nicht den Vergleich mit Volkswagen (630.000) oder Daimler (280.000) nehmen, um zu erkennen, dass das eine kleine Branche ist. Es gibt auch keinen eigenen Lehrberuf für das Messewesen.

          „Viele unserer Mitarbeiter kommen aus der Industrie“, beschreibt Steker die Herkunft der Beschäftigten. Das sei aber nicht immer einfach. „Quereinsteigern fehlt die typische Messedenke, also das Verständnis für das langfristige Messegeschäft statt der kurzfristigen Optimierung, die in anderen Branchen oft vorrangig ist“, beklagt Steker. Auch in der akademischen Ausbildung kommt die Messe kaum vor, obwohl Messeauftritte zu den wichtigsten und erfolgreichsten Marketinginstrumenten vieler Hersteller gehören.

          Eine Ausnahme in der akademischen Welt bildet das Institut für Messewirtschaft an der Universität zu Köln. Zu einem der ersten Absolventen dieser Einrichtung gehörte auch der noch junge Steker. Die Zahl der Studenten schwankt zwischen 16 und 60; derzeit ist sie mit gut 30 überschaubar. Selbst die Messegesellschaft vor Ort kann sich auf den Nachwuchs der ortsansässigen Universität nicht allein verlassen. „Vor allem im internationalen Bereich haben wir oft lange Vakanzen zwischen 6 und 12 Monaten“, sagt Steker.

          Das ist eine lange Zeit für Messegesellschaften, die zwar eher mittelständisch geprägt (zwischen 200 und 600 Millionen Euro Umsatz), aber für ihre Größe sehr international aufgestellt sind. Alle bauen derzeit gerade ihre Internationalität weiter aus. Hier spüren sie eine Entwicklung, die auch andere Unternehmen schmerzt: „Es fehlt an echter Mobilität. Für ein Jahr geht noch mancher junge Mitarbeiter ins Ausland. Aber eine Führungsposition für längere Zeit will dort niemand übernehmen“, beobachtet auch Steker.

          Es zeichnet sich aber eine Lösung vor Ort ab. „Wenn man sich intensiver umschaut, lassen sich in vielen Ländern der Erde immer häufiger Menschen mit deutschem Hintergrund finden“, sagt Steker. Wenn sie einmal hier studiert haben oder ausgewandert sind, ist ihnen oft auch eine gewisse Flexibilität und Mobilität eigen. „Ein Messemanager muss einerseits Generalist sein (um die verschiedenen Messethemen bearbeiten zu können) und darf andererseits nie die Nähe zur Messepraxis mit so banalen Größen wie Standfläche verlieren. Für Steker wäre es ein Traum, wenn sich viele Bewerber um einen solchen Platz bei der Messegesellschaft bewerben würden.

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