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Konkurrenz für Google & Co : Die Japan AG setzt auf Roboter-Taxis

Das Robot Taxi in Yokohama. Bild: Reuters

Während der Olympischen Spiele 2020 im Auto ohne Fahrer durch Tokio rollen – das ist eine Vision der japanischen Regierung für die nahe Zukunft. Schon im kommenden Jahr werden führerlose Taxis getestet.

          Die kalifornischen Computerunternehmen Google und Apple bekommen Konkurrenz bei den selbstfahrenden Autos: Die Japan AG schaltet sich ein. Wer die Olympischen Spiele 2020 in Tokio besucht, soll selbstfahrende Autos auf den Straßen erleben und nutzen können, verkündet Ministerpräsident Shinzo Abe die offizielle Vision.

          Patrick Welter

          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Nun muss man mit den Ankündigungen rund um die Olympischen Spiele 2020 in Japan mittlerweile vorsichtig sein. Der gigantische Stadionentwurf der irakisch-britischen Stararchitektin Zaha Hadid, mit dem Tokio einst prunkte, wird aus Kostengründen nicht gebaut. Und das mit großem Tamtam erst im Sommer vorgestellte Logo, das ein stilisiertes T zeigte, ist schon wieder Geschichte. Ein belgischer Designer warf dem japanischen Logo-Designer vor, eine Idee geklaut zu haben – und das Logo für Olympia 2020 wurde zurückgezogen. In beiden Fällen laufen neue Wettbewerbe. Mit den selbstfahrenden Autos aber könnte es eher was werden. Schließlich hat Abe nach eigenen Worten schon vor zwei Jahren als erster in Japan auf öffentlichen Straßen ein autonom fahrendes Auto bewegt. Die Regierung plant Initiativen mit den Autoherstellern, damit Japan in der Konkurrenz mit Amerika und Europa vorne mitspielt.

          In Fujisawa, einer Stadt südlich von Tokio, soll im kommenden Frühjahr ein Feldversuch mit führerlosen Taxis beginnen. Dabei arbeiten die Regierung, die Präfektur Kanagawa und das Unternehmen Robot Taxi Inc. 50 Kunden sollen vorerst auf einer Strecke von etwa 3 Kilometern mit den Taxis einkaufen fahren. Zur Sicherheit ist vorerst freilich immer noch ein Fahrer dabei. Robot Inc. denkt an eine Markteinführung bis 2020 und peilt als Kunden ältere Menschen an. Das ist im vergreisenden Japan eine große Marktnische. Auch Touristen ohne japanische Sprachkenntnisse könnten von führerlosen Autos profitieren.

          Neben neuen Mitbewerbern wie Robot Taxi investieren schon seit Jahren die großen japanischen Autounternehmen in die Zukunft ohne Fahrer. Carlos Ghosn, der Unternehmenslenker von Nissan, will schon im kommenden Jahr in Japan ein Auto mit Selbstfahrtechnik auf den Markt bringen. Nissan plant dabei stufenweise. Erst sollen die Autos auf Autobahnen allein fahren können, einige Jahre später auch im dichten Stadtverkehr. So will man nicht  nur die Fahrer, sondern auch die Aufseher schrittweise an die neue Technik heranführen. Nissan arbeitet bei der Technik mit der amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA zusammen.

          Auch Marktführer Toyota blickt nicht nur auf die eigene und japanische Robotikforschung, sondern gleichfalls in die Vereinigten Staaten, wenn es um selbstfahrende Fahrzeuge geht. Gerade erst hat Toyota in Kalifornien eine Zusammenarbeit mit der Stanford Universität und dem Massachusetts Institute of Technology (MIT) angekündigt, um beschleunigt künstliche Intelligenz zu erforschen. Das wird auch für selbstfahrende Autos benötig. 50 Millionen Dollar will Toyota dafür ausgeben. Das ist keine Riesensumme, zeigt aber die Richtung, in die Toyota im Zusammenhang mit selbstfahrenden Autos denkt. Es geht um mehr Komfort und mehr Sicherheit durch intelligente Roboter im Auto.

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