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DHL Post will Deutschland mit Paketboxen überziehen

14.01.2008 ·  Die Deutschen sollen bald an vielen Orten rund um die Uhr Pakete einliefern können. Bis zur Jahresmitte plant die Post-Tochter DHL, 1000 neue Paketboxen aufzustellen. Unterdessen bleiben die Konkurrenten nicht untätig.

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Postkunden sollen bis zur Jahresmitte in allen größeren deutschen Städten rund um die Uhr frankierte Päckchen und Pakete aufgeben können. Die Deutsche Post-Expresstochter DHL wolle bis Mitte 2008 im ganzen Bundesgebiet rund 1000 ihrer neuen Paketboxen aufstellen, teilte die Post am Montag mit.

Zunächst sollen rund 500 der Briefkästen für Pakete in der Nähe von Filialen der Tochter Postbank errichtet werden, dann sollen weitere Anlaufpunkte in der Nähe von Bahnhöfen und Supermärkten folgen. Kunden könnten dort Päckchen und Pakete mit einem Gewicht von bis zu 31,5 Kilogramm auf die Reise schicken. Die Höchstmaße für die Pakete betragen aber 50 mal 40 mal 30 Zentimeter.

Den bereits eingeführten Packstationen des Konzerns soll der Service aber nicht Konkurrenz machen. Denn dort können die Kunden ihre Sendungen auch abholen und zudem Päckchen- und Paketmarken kaufen. Die Post hat bereits rund 900 Packstationen in Deutschland aufgestellt. Bis Ende 2009 sollen zusätzliche 1500 Packstationen hinzukommen. Zusammen mit den Post-Filialen soll es künftig insgesamt 17.000 Einlieferungsmöglichkeiten für die Post-Kunden geben.

Pin Group will Post Kunden abjagen

Unterdessen bleibt die Konkurrenz nicht untätig. Die Pin Group hat eine Vertriebsoffensive gestartet, um der Post lukrative Unternehmenskunden abzujagen. Wie das angeschlagene Briefunternehmen mitteilte, hat es „mehrere hundert potentielle Neukunden aus dem gewerblichen Mittelstand“ identifiziert, die nun gezielt auf das Pin-Angebot angesprochen würden. Daneben wirbt die grüne Post intensiv um Banken und Versicherer sowie Großkunden aus der Versorgungsbranche. Die Gespräche und Verhandlungen sollen sehr kurzfristig beginnen, um Klarheit für das Sanierungskonzept zu gewinnen.

Der neue Pin-Vorstandschef Horst Piepenburg will das in der Existenz bedrohte Unternehmen möglichst als Ganzes erhalten und an einen Investor verkaufen. Das Interesse sei groß, sagte er. „Die Anfragen, die uns in den letzten Tagen schon erreicht haben, machen uns und unseren Mitarbeitern Mut, dass die deutsche Wirtschaft sehr wohl an einem fairen Wettbewerb interessiert ist und unsere wettbewerbsfähigen Dienstleistungen schätzt“, so Piepenburg. Die Pin Group war in Schwierigkeiten geraten, nachdem der Haupteigentümer Axel Springer Verlag im Dezember den Geldhahn zugedreht hatte.

Konkurrenz muss erhöhte Post-Rabatte kontern

Wenn die Vertriebsoffensive Erfolg haben soll, wird Pin die von der Deutschen Post zum Jahreswechsel deutlich erhöhten Rabatte für Unternehmenskunden kontern müssen. Auch der zweite große Konkurrent des Bonner Konzerns, TNT Post, dürfte dadurch unter Druck geraten, seine Konditionen zu überdenken. Ein Pin-Sprecher warnte die Kunden, sich auf „Dumping-Preise“ der Deutschen Post einzulassen: „Dann werden sie vielleicht ein Jahr lang Geld sparen, aber anschließend sind sie der Post auf Gedeih und Verderb ausgeliefert.“

Ende Januar kommt für die beiden Post-Konkurrenten die Stunde der Wahrheit: Mit der Monatsabrechnung sollen sie zum ersten Mal den ihrer Meinung nach völlig überhöhten neuen Mindestlohn für Briefzusteller und Sortierer bezahlen. Zwischen 8 und 9,80 Euro in der Stunde würden dann fällig. Ob die Mitarbeiter der Post-Konkurrenz aber tatsächlich mehr in der Lohntüte haben werden, ist noch offen.

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Von Heike Göbel

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