05.07.2007 · Der Verband der Prädikatsweingüter (VDP) hat einen neuen Präsidenten: Steffen Christmann führt nun den Verband, der eine der erfolgreichsten Vermarktungsorganisationen der deutschen Landwirtschaft ist.
Er besitzt ein Weingut in einem Dorf, das so aussieht, wie es klingt. Steffen Christmann, der neue Präsident des Verbands der Prädikatsweingüter (VDP), stammt aus Gimmeldingen in der Pfalz. Das Ortsbild der gerade 2600 Einwohner großen Teilgemeinde von Neustadt an der Weinstraße verspricht noch eine heile Welt.
Mitten im Ort liegt das Weingut A. Christmann, das jede Tourismusbroschüre zieren würde: Es ist ein schmuckes Fachwerkhaus mit Weinlaub an den Wänden. Über die Gasse ragt ein schmiedeeisernes Schild.
Prinz Salm zieht sich nach 17 Jahren zurück
Am Mittwoch wählten die Mitglieder des VDP den 42 Jahre alten Winzer zu ihrem neuen Präsidenten. Nach 17 Jahren trat Michael Prinz zu Salm-Salm nicht nochmals an, nachdem er seinen Betrieb seinem ältesten Sohn übergeben hat.
Es ist mehr als ein personeller Wechsel an der Spitze der wohl erfolgreichsten Vermarktungsorganisation in der deutschen Landwirtschaft. Die Wahl Christmanns zeigt auch den Wandel, der sich im qualitätsorientierten deutschen Weinbau vollzog.
Einst ein Club honoriger Weingutsbesitzer
1910 wurde der VDP als Verband deutscher Naturweinversteigerer gegründet und war jahrzehntelang kaum mehr als ein Club honoriger Weingutsbesitzer mit meist adliger Herkunft.
Unter Salm begann ein tiefgreifender Wandel: An die 60 Betriebe verließen den Verband, weil sie die Qualitätsanforderungen schon lange nicht mehr erfüllten. Salm formte aus dem VDP eine Marketingorganisation, die schlagkräftig deutschen Riesling zum internationalen Trendwein machte.
„Die Spitze ist breiter geworden“
Christmanns Wahl dürfte eine neue Etappe einleiten: Heute sind es nicht nur Adelsgüter, die hochwertigen Wein in Deutschland erzeugen. Viele junge Winzer traten in den vergangenen Jahren an, obwohl sie andere Karrierechancen hatten. Sie investieren enorm und betreiben den Weinbau mit hohem Aufwand, oft in biologischer Wirtschaftsweise, und verzeichnen oft große Erfolge damit.
So übernahm Christmann 1996 den elterlichen Betrieb und rangiert heute unter den besten Winzern der Pfalz. Dabei ist Christmann Volljurist mit Anwaltszulassung. "Die Spitze im deutschen Spitzenweinbau ist breiter geworden", sagte Salm einmal.
Ein größeres Präsidium
Obwohl er schon im Gegensatz zu seinem Vorgänger Erwein Graf Matuschka-Greiffenclau als ausgesprochener Mannschaftsspieler galt, beschloss der VDP jetzt, das Präsidium von drei auf sechs Personen zu verbreitern: Neben Michael Graf Adelmann und Reinhard Löwenstein kamen Armin Diel, Paul Fürst, Joachim Heger und Wilhelm Weil hinzu.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.375,64 | −1,33% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2417 | −0,57% |
| Rohöl Brent Crude | 104,38 $ | −2,31% |
| Gold | 1.579,50 $ | 0,00% |
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