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Veröffentlicht: 03.01.2016, 16:04 Uhr

Deutsche Wirtschaft Goldgräber-Stimmung in Iran

Sollte der Westen die Sanktionen gegen die islamische Republik aufheben, könnten beide Seiten profitieren. Die deutschen Unternehmen jedenfalls hoffen auf ein kräftiges Exportplus.

© dpa Fischer in Iran: Wenn der Westen die Sanktionen aufhebt, könnten beide Seiten profitieren.

Der Westen könnte seine Sanktionen gegen die islamische Republik schrittweise aufheben. Die deutschen Unternehmen wollen davon profitieren und hoffen auf deutliche Zuwächse im Geschäft mit Iran. „Alle sitzen in den Startlöchern“, sagte der Außenwirtschaftschef beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK), Volker Treier.

Die Sanktionen gegen Iran könnten im ersten Quartal 2016 fallen, eventuell schon Ende Februar. „Wir sind eher hoffnungsvoll, dass es mit Schwung losgeht und wir locker zweistellige Zuwachsraten bei den deutschen Exporten schon 2016 erreichen“, sagte Treier. „Wenn der Finanzsektor mitzieht, wären 2016 starke Zuwächse machbar.“

Wenn das Sanktionsregime jetzt falle, könnte sich das deutsch-iranische Handelsvolumen in den nächsten drei Jahren auf 5 Milliarden Euro verdoppeln. In den nächsten fünf bis sieben Jahren sei ein Anstieg auf 10 Milliarden Euro möglich.

Der Westen will seine Sanktionen gegen Iran schrittweise aufheben, wenn das Land die Vereinbarungen zum Atomprogramm erfüllt. Die Internationale Atomenergiebehörde hatte kürzlich ihre Ermittlungen zum mutmaßlichen Atomwaffenprogramm des Irans eingestellt. Neben einer ausgeprägten Industriekultur verfügt das Land über enorme Rohstoffvorkommen - bei Erdgasreserven rangiert der Iran weltweit auf Platz 2, bei Erdölreserven auf Rang 4.

Iran interessiert an „Made in Germany“

Der Iran war in den 1970er Jahren laut DIHK für die deutsche Wirtschaft der zweitwichtigste Exportmarkt außerhalb Europas hinter den Vereinigten Staaten. Das zeigt laut Treier, wie bedeutend Iran potentiell sein könne. „Das ist ein Land mit industrieller Tradition.“ Die Maschinen seien veraltet, Kontakte seien aber noch vorhanden. „Iran ist sehr interessiert an Maschinen und Technologien 'Made in Germany'“, sagte Treier.

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Im Jahr 2014 lag das deutsche Exportvolumen nach Angaben des DIHK bei rund 2,4 Milliarden Euro. 2015 seien die Exporte rückläufig gewesen, da sich das Land in einer wirtschaftlichen Stagnation befindet. Aufgrund des knappen Güterangebotes liege die Inflation bei mehr als 12 Prozent. Daher seien die Zinsen angehoben worden, was Investitionen verteuere. Das deutsch-iranische Handelsvolumen insgesamt - also Ex- und Importe - belief sich 2014 auf 2,69 Milliarden Euro.

Treier verwies allerdings auf noch bestehende Unsicherheiten durch Sanktionen der Vereinigten Staaten gegen ausländische Firmen, Personen und Branchen im Zusammenhang mit Irangeschäften. Vor allem Banken befänden sich in einer rechtlich unsicheren Phase. Nötig seien Zusicherungen, dass Kreditinstitute nicht in den Vereinigten Staaten belangt werden, wenn sie jetzt Irangeschäfte finanziell begleiten. Faktisch gebe es aktuell keine namhafte europäische Bank, die Exportgeschäfte mit Iran finanziere. Eine Frage sei auch das Vorgehen, wenn sich der Iran nicht an Vereinbarungen halte. Zuletzt hatten die Vereinigten Staaten aber mit neuen Sanktionen gedroht. Grund sind das iranische Raketenprogramm und der erfolgreiche Test einer Mittelstreckenrakete im Oktober.

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