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Deutsche Unternehmen Selbstbewusst ins neue Jahr

Illusionslos, aber dennoch positiv: Die Spitzenmanager deutscher Firmen sehen 2010 die Chance, sich mit der richtigen Strategie von den Wettbewerbern abzusetzen - ohne Hilfe vom Staat. Dafür wollen sie hohe Summen für Forschung und Entwicklung ausgeben.

© dpa Vergrößern Kein Wolkenkuckucksheim: Die Führungskräfte glauben 2010 an einen echten Aufstieg für die Wirtschaft

Die eigentliche Bewährungsprobe wird für viele Unternehmen erst in diesem Jahr kommen, dennoch starten Deutschlands Konzernlenker mit einer guten Portion Selbstbewusstsein ins neue Jahr. Zwar geben sich die Vorstandschefs aus verschiedenen Branchen im Gespräch mit der F.A.Z. illusionslos: „Für eine Entwarnung ist es trotz positiver Anzeichen noch zu früh“, sagt Norbert Reithofer, der Vorstandsvorsitzende von BMW, und formuliert das, was auch viele seiner Kollegen denken.

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Und die Spitzenführungskräfte wissen auch, dass sie vom Staat 2010 keine weiteren Geschenke wie die Abwrackprämie erwarten können, und fordern daher allenfalls indirekte Hilfen. So setzt Henning Kreke, Vorstandschef der Douglas-Holding, stellvertretend für den Einzelhandel darauf, dass die angekündigten Steuerentlastungen „soweit vernünftig finanzierbar, auch schnellstmöglich realisiert werden“. Und Jürgen Großmann, der Vorstandsvorsitzende des Energiekonzerns RWE, betont, dass der Ausbau der regenerativen Energien auch weiterhin von den Leistungsträgern Kohle und Kernenergie finanziert werden müsse.

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Viele wird volle Wucht der Krise erst 2010 treffen

Doch unter dem Strich zeigen sich viele Manager sicher, dass ihre Unternehmen 2010 nicht nur überleben, sondern auch zum Ausbau ihrer jeweiligen Marktposition nutzen können. In dem sich abzeichnenden, langsamen Aufschwung der Konkurrenz enteilen, so lautet häufig das Motto für das neue Jahr. Sei es durch die Besetzung neuer Flugstrecken, wie es Air-Berlin-Chef Joachim Hunold anpeilt, oder durch den Ausbau einer weltumspannenden Kooperation mit dem zuvor größten Rivalen aus Japan, wie es der Werkzeugmaschinenbauer Gildemeister vormacht. „Wir werden schneller aus der Krise kommen als andere“, sagt Gildemeister-Chef Rüdiger Kapitza selbstsicher, obwohl gerade im Maschinenbau die Krise noch längere Zeit andauern könnte. „Viele von uns werden die Folgen der Krise erst 2010 mit voller Wucht treffen“, warnt daher der Präsident des Branchenverbands VDMA und Unternehmer, Manfred Wittenstein. „Das Tempo und Ausmaß der Weltwirtschaftskrise werden tiefgreifende Anpassungen notwendig machen.“

Wer dieses Jahr erfolgreich abschließen will, benötigt vor allem Kunden, die sich Investitionen noch leisten können und wollen, sowie neue Produkte und Angebote, die den Abnehmern das Leben nach der Krise leichter machen. Daher sind sich die deutschen Spitzenführungskräfte auch weitgehend einig, dass am Forschungsbudget nicht oder nur wenig gespart werden soll. Der Chemie- und Pharmakonzern Merck KGaA zum Beispiel will auch 2010 mehr als 1 Milliarde Euro in Forschung und Entwicklung stecken. „Wir sind für die Zukunft gut aufgestellt“, betont Karl-Ludwig Kley, der Vorsitzende der Geschäftsleitung.

Ob das auch für eine weitere Schlüsselbranche, die Banken, gilt, wird ebenfalls zu einem entscheidenden Faktor des Jahres 2010 werden. In der Industrie herrscht vielerorts die Sorge, dass die Geldhäuser aufgrund eigener neuer Schwierigkeiten den Kredithahn noch weiter zudrehen könnten. „Das Bankensystem hat sich stabilisiert“, beruhigt Friedrich von Metzler, der persönlich haftende Gesellschafter des Bankhauses Metzler. Aber er gesteht auch ein: „Allerdings bin ich nicht sicher, ob es keine großen negativen Überraschungen infolge der Finanzmarktkrise mehr geben wird.“

Quelle: F.A.Z.

 
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Veröffentlicht: 01.01.2010, 19:30 Uhr

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Von Carsten Knop

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