Home
http://www.faz.net/-gqi-14vaw
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
easyfolio

Deutsche Unternehmen Selbstbewusst ins neue Jahr

Illusionslos, aber dennoch positiv: Die Spitzenmanager deutscher Firmen sehen 2010 die Chance, sich mit der richtigen Strategie von den Wettbewerbern abzusetzen - ohne Hilfe vom Staat. Dafür wollen sie hohe Summen für Forschung und Entwicklung ausgeben.

© dpa Vergrößern Kein Wolkenkuckucksheim: Die Führungskräfte glauben 2010 an einen echten Aufstieg für die Wirtschaft

Die eigentliche Bewährungsprobe wird für viele Unternehmen erst in diesem Jahr kommen, dennoch starten Deutschlands Konzernlenker mit einer guten Portion Selbstbewusstsein ins neue Jahr. Zwar geben sich die Vorstandschefs aus verschiedenen Branchen im Gespräch mit der F.A.Z. illusionslos: „Für eine Entwarnung ist es trotz positiver Anzeichen noch zu früh“, sagt Norbert Reithofer, der Vorstandsvorsitzende von BMW, und formuliert das, was auch viele seiner Kollegen denken.

Holger Paul Folgen:    

Und die Spitzenführungskräfte wissen auch, dass sie vom Staat 2010 keine weiteren Geschenke wie die Abwrackprämie erwarten können, und fordern daher allenfalls indirekte Hilfen. So setzt Henning Kreke, Vorstandschef der Douglas-Holding, stellvertretend für den Einzelhandel darauf, dass die angekündigten Steuerentlastungen „soweit vernünftig finanzierbar, auch schnellstmöglich realisiert werden“. Und Jürgen Großmann, der Vorstandsvorsitzende des Energiekonzerns RWE, betont, dass der Ausbau der regenerativen Energien auch weiterhin von den Leistungsträgern Kohle und Kernenergie finanziert werden müsse.

Mehr zum Thema

Viele wird volle Wucht der Krise erst 2010 treffen

Doch unter dem Strich zeigen sich viele Manager sicher, dass ihre Unternehmen 2010 nicht nur überleben, sondern auch zum Ausbau ihrer jeweiligen Marktposition nutzen können. In dem sich abzeichnenden, langsamen Aufschwung der Konkurrenz enteilen, so lautet häufig das Motto für das neue Jahr. Sei es durch die Besetzung neuer Flugstrecken, wie es Air-Berlin-Chef Joachim Hunold anpeilt, oder durch den Ausbau einer weltumspannenden Kooperation mit dem zuvor größten Rivalen aus Japan, wie es der Werkzeugmaschinenbauer Gildemeister vormacht. „Wir werden schneller aus der Krise kommen als andere“, sagt Gildemeister-Chef Rüdiger Kapitza selbstsicher, obwohl gerade im Maschinenbau die Krise noch längere Zeit andauern könnte. „Viele von uns werden die Folgen der Krise erst 2010 mit voller Wucht treffen“, warnt daher der Präsident des Branchenverbands VDMA und Unternehmer, Manfred Wittenstein. „Das Tempo und Ausmaß der Weltwirtschaftskrise werden tiefgreifende Anpassungen notwendig machen.“

Wer dieses Jahr erfolgreich abschließen will, benötigt vor allem Kunden, die sich Investitionen noch leisten können und wollen, sowie neue Produkte und Angebote, die den Abnehmern das Leben nach der Krise leichter machen. Daher sind sich die deutschen Spitzenführungskräfte auch weitgehend einig, dass am Forschungsbudget nicht oder nur wenig gespart werden soll. Der Chemie- und Pharmakonzern Merck KGaA zum Beispiel will auch 2010 mehr als 1 Milliarde Euro in Forschung und Entwicklung stecken. „Wir sind für die Zukunft gut aufgestellt“, betont Karl-Ludwig Kley, der Vorsitzende der Geschäftsleitung.

Ob das auch für eine weitere Schlüsselbranche, die Banken, gilt, wird ebenfalls zu einem entscheidenden Faktor des Jahres 2010 werden. In der Industrie herrscht vielerorts die Sorge, dass die Geldhäuser aufgrund eigener neuer Schwierigkeiten den Kredithahn noch weiter zudrehen könnten. „Das Bankensystem hat sich stabilisiert“, beruhigt Friedrich von Metzler, der persönlich haftende Gesellschafter des Bankhauses Metzler. Aber er gesteht auch ein: „Allerdings bin ich nicht sicher, ob es keine großen negativen Überraschungen infolge der Finanzmarktkrise mehr geben wird.“

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
BMW-Chef geht Neue Vorstände für VW und BMW

Alles neu bei BMW: Der langjährige Vorstandschef Norbert Reithofer gibt seinen Posten vorzeitig ab. Und Entwicklungschef Harald Diess geht in den VW-Vorstand. Mehr

09.12.2014, 12:35 Uhr | Wirtschaft
Angst vor erneutem Vulkanausbruch auf Island

In der Region des Bardarbunga-Vulkans wurde am Montag das stärkste Erdbeben seit Mitte der 1990er gemessen. Der isländische Vulkan könnte demnächst ausbrechen, vielleicht mit ähnlichen Folgen für die internationale Luftfahrt wie im Jahr 2010, als Eyjafjalla Europa zum Stillstand brachte. Mehr

20.08.2014, 12:40 Uhr | Gesellschaft
Kaderschmiede bei BMW Masterplan für den Spitzenjob

Bei der Schulung ihres Spitzenpersonals überlassen die großen Konzerne nichts dem Zufall. Der Münchner Autohersteller BMW beherrscht dieses Geschäft besonders professionell. Mehr Von Georg Meck

20.12.2014, 08:00 Uhr | Beruf-Chance
Gottfried, der Habenichts

Auf zehn Hektar Land produziert Gottfried Stollwerk alles, was er zum Leben braucht. Seine Nachbarn halten ihn für weltfremd. Der F.A.Z.-Fotograf Henning Bode hat Stollwerk 2009 begleitet – jetzt wurde seine Arbeit mit dem Alfred Fried Fotopreis 2013 geehrt. Eine Slideshow. Mehr Von Jan Grossarth, Henning Bode und Andreas Brand

28.07.2014, 10:52 Uhr | Gesellschaft
Krüger folgt Reithofer BMW tauscht Vorstandsvorsitzenden aus

Überraschung bei BMW: Norbert Reithofer gibt seinen Chefposten schon im Frühjahr ab. Ab Mitte Mai 2015 wird ein Manager aus den eigenen Reihen an der Spitze des Autokonzerns stehen. Mehr

09.12.2014, 10:18 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 01.01.2010, 19:30 Uhr

Bescherung im Bundesrat

Von Heike Göbel

Die jüngsten Beschlüsse im Bundesrat bringen den Ländern mehr Geld. Für den Bund ist das nicht so gut. Mehr 2


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Grafik des Tages Lehrer und Schüler sind zufrieden mit der Computerausstattung an Schulen

Lehrer und Schüler sind eigentlich zufrieden mit ihrer Internet- und Computer. Doch welche Gruppe ist kritischer mit der Ausstattung? Mehr 1

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden