Home
http://www.faz.net/-gqi-6y2dq
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Deutsche Post Netzagentur eröffnet Verfahren

 ·  Wettbewerber können mit den preisgünstigen Angeboten der Deutschen Post nicht mithalten. Ein Prüfungsverfahren soll den Dumpingvorwürfen der Konkurrenz jetzt nachgehen. Vor allem der Infobrief steht in der Kritik.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (1)
© dpa Die Deutsche Post steht wegen der günstigen Preise für Briefsendungen aktuell in der Kritik

Die Deutsche Post hat neuen Ärger mit der Bundesnetzagentur: Die Aufsichtsbehörde hat ein Prüfungsverfahren eingeleitet, in dem sie Dumpingvorwürfen nachgeht. Zahlreiche Briefdienste haben sich darüber beschwert, dass die Post Rechnungen und andere persönliche Mitteilungen bis hin zu Schreiben der Finanzämter als preiswerte „Infopost“ befördert. Diese Versandart ist eigentlich nur für adressierte Werbebriefe mit gleichem Inhalt vorgesehen.

Während vergleichbare Massensendungen die Großkunden mindestens 34 Cent pro Stück kosten, beträgt das Porto für einen als Infopost deklarierten Brief zum Teil nur 25 Cent. Konkurrenten beschuldigen die Post seit Monaten, die Preise zu niedrig anzusetzen, um sie aus dem Markt drängen zu wollen. Dazu würden Großkunden gezielt mit fragwürdigen Konditionen geködert. Der Ex-Monopolist hat das wiederholt bestritten.

Die Bundesnetzagentur kündigte eine genaue Untersuchung an. Die vorliegenden Beschwerden gäben „Anlass zur Sorge, dass die Grenzen zwischen Infopost und anderen Sendungen nicht präzise verlaufen“, sagte Präsident Matthias Kurth. Bis Ende April soll entschieden werden. In dem Streit geht es um lukrative Kunden wie den ADAC, der seine Mitgliederrechnungen als Infopost verschicken lässt. Sogar Versicherungskarten werden auf diese Weise zugestellt.

Manche Infopost-Versender müssen sich auch unangenehme Fragen nach dem Datenschutz gefallen lassen. Denn sie müssen akzeptieren, dass Postmitarbeiter ihre Mitteilungen stichprobenweise öffnen dürfen, um zu kontrollieren, ob die Bedingungen für das niedrigere Entgelt eingehalten werden. So ist es in den Geschäftsbedingungen der Post festgelegt.

Dennoch haben Finanzämter aus mehreren Bundesländern nach der Einführung der elektronischen Lohnsteuerkarte die Steuerpflichtigen per Infopost über die gespeicherten persönlichen Daten wie Religionszugehörigkeit, Zahl der Kinderfreibeträge und Pauschbeträge informiert.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Jahrgang 1957, Wirtschaftskorrespondent in Bonn.

Jüngste Beiträge

Privates Kapital für die Peripherie

Von Gerald Braunberger

Gerade in den südeuropäischen Ländern ist die Bedeutung der kleinen und mittelgroßen Unternehmen für das Wohlergehen der Gesamtwirtschaft erheblich. Aber nur wenn der Rahmen stimmt, wird dort investiert. Mehr 1

Wichtigste Werte
Name Wert Änderung
  F.A.Z.-Index --  --
  Dax --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  F.A.Z.-Anleih… --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --
  Bund Future --  --