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Risikoabsicherung

Deutsche Fernseher-Industrie Nur drei Hersteller sind noch übrig

Deutschland war einst eine Wiege der Television. Heute gibt es nur noch drei heimische Fernsehgeräte-Hersteller. Nun kämpft ausgerechnet Loewe gegen die Pleite.

© Loewe Vergrößern Mit ganz besonderem Chic: Loewe-Fernseher aus den 30-er Jahren.

Selbst Skeptiker können nicht bestreiten: Deutschland war einst eine Wiege der Television, Deutschland gehörte zu den wichtigsten Standorten der Branche, und selbst heute werden hierzulande noch Fernsehgeräte produziert. Aber der am Dienstag eingereichte Gläubigerschutzantrag des Traditionsherstellers Loewe zeigt: Der einstige Glanz des Industriesektors ist längst verblasst.

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Heute gibt es nur noch drei heimische Produzenten von Fernsehgeräten - und würde Loewe schließen, blieben mit Metz und Technisat nur noch zwei übrig. Von einer Branche kann man schon jetzt kaum mehr reden: Die Produzenten aus dem oberfränkischen Kronach, aus Zirndorf bei Nürnberg und aus dem Eifelort Daun sind absolute Nischenhersteller neben den asiatischen Elektronikkonzernen Samsung oder Panasonic.

Untergegangen: AEG-Telefunken, Blaupunkt, Nordmende und Saba

Dabei machte die Technik erst durch Entwicklungen in Deutschland Riesenfortschritte, und einen Startschuss gab ausgerechnet das jetzt in größten Schwierigkeiten steckende Unternehmen Loewe AG. „Made in Germany. Seit 1923“ wirbt Loewe stolz für sich und feiert in diesem Jahr unter denkbar prekären Umständen den 90. Geburtstag. Ausgerechnet im Jahr der deutschen Hyperinflation hatten die Brüder Siegmund und David Ludwig Loewe in Berlin ihr Unternehmen gegründet. Acht Jahre später präsentierte der Physiker Manfred von Ardenne auf der Funkausstellung in Berlin mit einem Loewe-Gerät die erste öffentliche elektronische Fernsehübertragung - eine Sensation für die Zuschauer.

Wenige Jahre nach den Loewes startete der Ingenieur Paul Metz. Er gründete sein Unternehmen 1938 in Fürth. Erst Mitte der Fünfziger Jahre stellte Metz dann Fernseher her und tut das bis heute. Helene, die Frau des Gründers, zog sich erst 2010 aus der Geschäftsführung zurück. Technisat wiederum produziert im ehemaligen RFT-Werk in Staßfurt seit 1998 Fernseher in Deutschland. Allerdings feierte das Unternehmen im vergangenen Jahr erst seinen 25. Geburtstag und ist eher als Hersteller von Satellitenempfangsgeräten ein Begriff.

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Die anderen deutschen Fernseh- und Elektronikfirmen sind dagegen längst Historie. Zur Industrie zählten allein in Deutschland rund 80 selbständige Markenunternehmen von AEG-Telefunken bis Blaupunkt, von Nordmende bis Saba. Sie gingen unter, wurden verkauft oder verabschiedeten sich aus dem Geschäft mit den Mattscheiben. Selbst der einstige deutsche Branchenführer konnte dem verschärften Wettbewerb nicht trotzen: Für Grundig war im April 2003 nach rund sechzigjähriger Unternehmensgeschichte zunächst Schluss. Zwar werden unter dem Namen Grundig noch immer Fernseher und Radios verkauft, doch hat inzwischen die türkische Koç-Gruppe das Sagen. Ähnlich läuft es für viele andere einst berühmte Marken: Produziert wird im Ausland, im Inland ist vielleicht noch die Verwaltung übriggeblieben. Für Loewe sind das keine gute Aussichten. 

Quelle: F.A.Z.

 
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