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Buchverlage im Internet : Deutsche E-Books für China

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Das Internet rüttelt die Buchverlage auf - sie finden Antworten. Bild: dpa

Flatrates gegen Piraterie, E-Books für Millionen Chinesen und das Computerspiel zum Buch: So reagieren deutsche Buchverlage auf das Internet. Nicht nur Bastei Lübbe.

          Das Internet hat die Musikindustrie auf den Kopf gestellt und es erschüttert die Welt der Buchverlage: E-Books, Lese-Flatrates und Self-Publishing-Plattformen für Autoren verändern die Spielregeln in der Branche. „Wir glauben schon, dass in vier bis fünf Jahren der digitale Bereich mindestens 50 Prozent unseres Umsatzes ausmacht“, sagte der Chef des Bastei Lübbe-Verlages, Thomas Schierack.

          Der nach eigenen Angaben viertgrößte deutsche Publikumsverlag gilt als einer der Vorreiter der Digitalisierung der Branche. Zum Bastei-Lübbe-Reich gehören inzwischen unter anderem ein eigener Internet-Buchhändler, ein Computerspiele-Entwickler und eine Self-Publishing-Plattform für Nachwuchsautoren.

          Schierack sieht den Umbruch als Chance für den lange Zeit vor allem für seine Jerry-Cotton-Heftromane bekannten Verlag „international zu werden“. Bastei Lübbe verkauft inzwischen E-Books nicht nur auf Deutsch, sondern auch auf Englisch und Mandarin, bald wohl auch auf Spanisch und Portugiesisch.

          Das Spiel zum Buch

          Wenn Schierack über seine Arbeit spricht, dann hat das wenig zu tun mit dem traditionellen Bild des Verlegers. „Unser Kerngeschäft ist es, Inhalte zu vermarkten und zu verwerten - und das so breit wie möglich“, sagt der Manager. Ein Beispiel: Zum Start des neuen Romans des Bestsellerautors Ken Follett im Herbst 2017, der an den Welterfolg „Die Säulen der Erde“ anknüpft, wird der konzerneigene Spiele-Entwickler Daedalic ein Computerspiel herausbringen, das auf dem ersten Teil der Saga basiert.

          Die hauseigene Self-Publishing-Plattform Bookrix, auf der Nachwuchsautoren ihre Bücher veröffentlichen können, sieht Schierack vor allem als Chance, Autoren und gute Stoffe zu entdecken. „Der strategische Ansatz ist, dass wir frühzeitig Zugriff auf Inhalte haben, die dann schon von zigtausend Lesern getestet worden sind.“

          Schierack sieht Bastei Lübbe gerade wegen der Vergangenheit als Groschenroman-Produzent gut vorbereitet auf die neue Digital-Ära. „Wir glauben, dass wir mit unserem Jerry-Cotton-Ansatz, unseren Romanheften, auch jetzt wieder den Zeitgeist treffen.“ Gefragt seien kürzere Inhalte und Serien zum kleinen Preis zum Konsum auf dem Smartphone in der U-Bahn.

          Mit der Flatrate gegen Piraterie

          Doch natürlich ist Bastei Lübbe bei weitem nicht der einzige Verlag, der die digitale Welt für sich entdeckt hat. Auch Unternehmen wie Droemer Knaur oder die Holtzbrinck-Gruppe betreiben mit neobooks und epubli eigene Self-Publishing-Plattformen

          Deutschlands größter Publikumsverlag Random House hat inzwischen im deutschsprachigen Raum 11.000 E-Books im Angebot. Der Umsatzanteil der Digitalbücher liegt nach Unternehmensangaben im zweistelligen Bereich. „Die Bedeutung des digitalen Geschäfts wird weiter zunehmen“, ist auch Random House überzeugt.

          Das zum Bertelsmann-Konzern gehörende Unternehmen ist auch am Flatrate-Anbieter Skoobe beteiligt. Lese-Flatrates, wie sie auch von Amazon oder readfy angeboten werden, sind vielleicht das revolutionärste Element in der neuen Medienwelt. So viele E-Books lesen, wie man will, für einen Preis von 9,99 Euro oder 14,99 Euro - oder auch umsonst, wenn man bereit ist, dafür Werbeeinblendungen hinzunehmen. Das ist ein Traum für Leseratten. Aber rechnet sich das auch für Autoren und Verlage?

          Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels zumindest sieht in Flatrates für E-Books „durchaus ein sinnvolles Vertriebsmodell und eine legale Antwort auf Piraterie-Plattformen“. Bei etlichen Konsumenten stehe der Besitz von Medien nicht mehr im Vordergrund, wichtiger sei die schnelle und direkte Verfügbarkeit der Inhalte.

          Allerdings dürften Flatrate-Nutzer nach Titeln aus der aktuellen Bestseller-Liste häufig vergeblich suchen. Das rechne sich für die Autoren und die Verlage nicht, zu gering seien die Streaming-Einnahmen im Vergleich zu den Erlösen aus Buchverkäufen, erläutert Schierack.

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