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F.A.S. exklusiv : Deutsche Bank zahlt mehr als eine Milliarde Boni

Die Doppeltürme der Deutschen Bank in Frankfurt. Bild: Maria Klenner

Die Geschäfte laufen mäßig, dennoch zahlt die Deutsche Bank ihren Investmentbankern hohe Boni. Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung berichtet, wie im Vorstand darum gerungen wurde.

          Die Deutsche Bank zahlt nach einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung für das Jahr 2017 trotz eines Verlustes mehr als eine Milliarde Euro Boni. Wie die F.A.S. weiter berichtet, hatte es im Vorstand der Bank zuvor eine kontroverse Debatte um die variable Vergütung gegeben.

          Georg Meck

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Durchgesetzt haben sich am Ende die Investmentbanker, die argumentiert hatten, dass die besten Leute Reißaus nehmen, sollte der Bonus ein weiteres Mal gekürzt werden: „Dann könnten wir den Laden dicht machen“, zitiert die F.A.S. einen Top-Banker.

          In den vergangenen Monaten hatte die Deutsche Bank etliche Banker an die Konkurrenz verloren, weswegen das Geldinstitut viele Positionen für Spitzenkräfte besetzen muss. Als ermutigendes Zeichen wird im Konzern gewertet, dass die Investmentbanker im letzten Quartal des vergangenen Jahres immerhin weltweit auf Platz drei für alle angekündigten M&A-Aktivitäten (Fusionen und Übernahmen) lagen.

          Die Milliarde im Bonus-Topf müsse deshalb als Investition in die Zukunft gesehen werden, argumentiert nun der Vorstand, während die Aktionäre, die kurz gehalten werden, unruhig werden. „Die Deutsche Bank ist noch immer ein Sanierungsfall, 2018 muss die Bank positive Signale senden, sonst wird es eng. Der Kapitalmarkt ist sehr ungeduldig“, fordert Fondsmanager Ingo Speich (Union Investment) in der F.A.S.. „Bisher fehlt der Beweis, dass die Strategie der Deutschen Bank jemals zum Erfolg führt.“

          Zumindest die Abspaltung der Vermögensverwaltung (Deutsche Asset) läuft nach Plan, berichtet die F.A.S. weiter. Spätestens im März, noch vor Ostern, will die Deutsche Bank demnach den milliardenschweren Börsengang über die Bühne bringen.

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