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Veröffentlicht: 09.10.2016, 00:01 Uhr

Deutsche Bank Wohl keine Einigung über Strafzahlungen

Beim Treffen mit ranghohen Vertretern der amerikanischen Justiz hat Deutsche-Bank-Chef Cryan angeblich keine Einigung über die Strafzahlungen erzielt. Derweil prüft die Bank weiterhin Schadenersatzansprüche gegen frühere Vorstände.

© dpa Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt am Main

Ohne Einigung endete das Spitzengespräch von Deutsche-Bank-Chef John Cryan mit ranghohen Vertretern des amerikanischen Justizministeriums am Freitagabend, berichtet „Bild am Sonntag“. Cryan hatte sich in Washington mit den Topbeamten zu Verhandlungen über die möglichen Milliardenstrafen getroffen, die der Bank wegen ihrer Rolle in der amerikanischen Immobilienkrise und mutmaßlicher Beihilfe zur Geldwäsche im Russlandgeschäft drohen.

Zuvor hatte es in Medienberichten geheißen, die Bank habe sich wegen der Immobilienkreditgeschäfte auf eine Strafe von 5,4 Milliarden Dollar statt der ursprünglich geforderten 14 Milliarden verständigt, eine Bestätigung für die Einigung gibt es aber nach wie vor nicht. Eine Banksprecherin wollte sich auf Anfrage nicht zum Ergebnis der Gespräche von Cryan mit den amerikanischen Behörden äußern.

Gespräche auf Regierungsebene

Nach Informationen der Zeitung prüft die Deutsche Bank weiterhin Schadenersatzansprüche gegen frühere Vorstände, darunter die Ex-Chefs Anshu Jain und Josef Ackermann. Wie aus Bankenkreisen zu hören ist, sei noch nicht absehbar, wann das Untersuchungsergebnis vorliegen wird. Teile der Millionen-Boni von Jain und anderen Ex-Vorständen seien aber nach wie vor eingefroren. Auch hierzu äußerte sich die Bank-Sprecherin nicht.

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Unterdessen wurde ebenfalls bekannt, dass die Strafzahlung gegen die Deutsche Bank nun offenbar auch auf Regierungsebene zum Thema zwischen Berlin und Washington wird. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters und beruft sich auf Berliner Regierungskreise, die diese „diskreten“ Gespräche erstmals bestätigen.

Die vom amerikanischen Justizministerium angedrohte Strafe in Höhe von 14 Milliarden Dollar würde die von der Deutschen Bank zu diesem Zweck gebildeten Rücklagen deutlich übersteigen. Die Aktie der größten deutschen Bank befindet sich ohnehin auf Talfahrt. Gerüchte über Notfallpläne der Bundesregierung für eine Rettung der Deutschen Bank beschleunigten diese in der vergangenen Woche zusätzlich. Das Finanzministerium dementierte solche Pläne jedoch.

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