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Deutsche Bank Überschätzte Investmentbanker

Stellt die Deutsche Bank ihre Ertragslage zu günstig dar? Das wirft der Bankanalyst Dieter Hein dem Institut in einem Gastbeitrag für die F.A.Z. vor. Die Bank verbuche vor allem die Boni für ihre Investmentbanker zu langsam.

© dpa Vergrößern Die Deutsche Bank hat seit Jahresanfang das Investmentbanking mit deutlich mehr Kapital ausgestattet

Die Deutsche Bank verbucht ihre Vergütungskosten nicht periodengerecht und stellt damit die Ertragslage im Investmentbanking zu günstig dar. In einem Gastbeitrag für die F.A.Z. zieht Dieter Hein, Bankanalyst des unabhängigen Analysehauses Fairesearch, den Schluss, dass der Bereich seit 1999 nicht einmal die Kapitalkosten verdient habe. Trotzdem hätten die Investmentbanker üppige Boni erhalten. Hein verweist auf den hohen Bestand an noch nicht in der Erfolgsrechnung verbuchten Boni, die sich nach seinen Berechnungen auf 4 Milliarden Euro belaufen. Dabei handelt es sich um Zusagen, die noch verfallen können.

Personalvorstand Stephan Leithner hat diese Summe auf dem Investorentag Mitte September auf 2,4 Milliarden Euro beziffert. In ihren Geschäftsberichten hat die Bank bislang noch keine Summe für die aufgeschobenen Kosten ausgewiesen - im Gegensatz etwa zu den Schweizer Großbanken UBS und Credit Suisse. Eine Berücksichtigung in der Erfolgsrechnung findet erst ab dem Zeitpunkt statt, ab dem die Bonizusagen nicht mehr verfallen können. Würden diese aber berücksichtigt, wäre der Konzerngewinn der Deutschen Bank 2011 um 42 Prozent niedriger ausgefallen, schätzt Hein. Da die Zusagen größtenteils die Investmentbanker betreffen, wäre nach seiner Schätzung der Gewinn dieser Sparte sogar um zwei Drittel geringer gewesen.

Am Dienstag werden die Zahlen für das dritte Quartal vorgelegt

Seinen Berechnungen zufolge haben die Aktionäre der Bank zwischen 1999 und 2011 über Dividenden und Aktienrückkäufe 19,6 Milliarden Euro erhalten, während sie 27 Milliarden Euro für Kapitalerhöhungen aufwenden mussten. In diesem Zeitraum seien aber auch 23 Milliarden Euro an Gewinnen einbehalten worden. Zudem seien seit 1997 in einem Zeitraum von zehn Jahren Industriebeteiligungen verkauft worden, deren stille Reserven Ende 1998 noch mit 19,3 Milliarden Euro ausgewiesen worden seien. Seiner Ansicht nach sind die Eigenkapitalrenditen des Investmentbankings zwischen 1998 und 2011 überzeichnet dargestellt worden. Er weist in diesem Zeitraum das Eigenkapital anhand der für die Segmente ausgewiesenen Risiken zu. Demnach wäre eine höhere Eigenkapitalunterlegung im Investmentbanking nötig gewesen, wodurch sich die Renditen verringert hätten. Umgekehrt wären sie in anderen Bereichen wie dem Privatkundengeschäft höher ausgefallen. Dabei ordnet Hein auch die Gewinne aus den Beteiligungsverkäufen anteilig den einzelnen Bereichen zu.

Die Deutsche Bank, die am Dienstag ihre Zahlen für das dritte Quartal vorlegen wird, hat seit Jahresanfang das Investmentbanking mit deutlich mehr Kapital ausgestattet. Sie weist nun auch für Ende 2011 ein um 25 Prozent höheres Eigenkapital für diesen Bereich aus, was mit einer Anpassung an die aufsichtsrechtlichen Kapitalanforderungen begründet wird. Auf dieser Basis reduziert sich die Eigenkapitalrendite im Investmentbanking für 2011 auf 13 Prozent. Ursprünglich waren es 16 Prozent.

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Nach den Angaben im Geschäftsbericht arbeiten für die Deutsche Bank in der Corporate & Investment Bank (CIB), die auch das auf Zahlungsverkehr und Handelsfinanzierung ausgerichtete Global Transaction Banking umfasst, rund 15.000 Mitarbeiter, davon 10.000 im Investmentbanking. Hier baut die Deutsche Bank 1500 Stellen ab, vor allem im Ausland. Die wichtigsten Standorte der Sparte sind London und New York. Doch dürfte ein weiterer Stellenabbau im Investmentbanking auch für die Frankfurter Konzernzentrale Folgen haben. In ihrem Institutsvergütungsbericht ordnet die Deutsche Bank der CIB-Sparte knapp 40.000 Mitarbeiter zu. Darin sind auch Mitarbeiter in den nachgelagerten Bereichen, die zum Beispiel in der Verwaltung oder der Abwicklung beschäftigt sind, enthalten. Diese arbeiten vor allem in Frankfurt.

Quelle: F.A.Z.

 
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