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Vorstand Werner Steinmüller : Die Deutsche Bank setzt auf China

Für die Deutsche Bank in Hongkong: Werner Steinmüller. Bild: Mario Andreya / Deutsche Bank AG

Erstmals hat die Deutsche Bank einen eigenen Vorstand in Asien. Vor allem in der weiteren Öffnung der chinesischen Finanzmärkte sieht Werner Steinmüller große Chancen.

          Dass Werner Steinmüller in Frankfurt arbeitet, ist eine Seltenheit geworden. Als erstes Vorstandsmitglied der Deutschen Bank ist er seit gut einem Jahr nicht nur ausschließlich für Asien zuständig, sondern hat auch Hongkong als Dienstsitz auf seiner Visitenkarte stehen. 20000 Mitarbeiter in 15 Ländern sind ihm unterstellt. Seine Mission: mehr Erträge aus den aufstrebenden Märkten Asiens für die Bank herausholen und sie damit weniger abhängig von dem zuletzt schwächelnden und von Skandalen gebeutelten Geschäft in den Vereinigten Staaten zu machen.

          Tim  Kanning

          Redakteur in der Wirtschaft.

          „Die Region Asien-Pazifik trägt rund eine Milliarde Euro zum Konzerngewinn vor Steuern bei und wir wollen diesen Beitrag weiter steigern“, sagt Steinmüller im Gespräch mit dieser Zeitung. Asien sei für die Bank einer der wichtigsten Wachstumsmärkte. Deshalb sei es wichtig, dort nun auf Vorstandsebene vertreten zu sein. „Nur so können wir schnell vor Ort wichtige Entscheidungen treffen“, sagt Steinmüller.

          Chinesische Währung wird internationaler

          Vor allem in China will die Bank mehr Geschäft machen. Gerade erst hat sie mit der staatlichen Förderbank China Development Bank vereinbart, gemeinsam drei Milliarden Dollar (2,7 Milliarden Euro) für Projekte zur Verfügung zu stellen, die entlang des chinesischen Prestigeprojekts „Neue Seidenstraße“ entstehen sollen. Das Geld soll zum Beispiel über eine gemeinsame Kreditvergabe und Projektfinanzierungen an die Kunden beider Banken zur Verfügung gestellt werden.

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          Und auch auf eine weitere Öffnung der chinesischen Finanzmärkte und die Internationalisierung der Währung Renminbi setzt die Bank. „Wir haben die Lizenz zur Ausgabe von Panda-Bonds beantragt und hoffen auf eine sehr baldige Genehmigung“, sagt Steinmüller. Mit den Anleihen, die auf Renminbi laufen, hätten internationale Unternehmen eine zusätzliche Möglichkeit, Kapital in der chinesischen Währung aufzunehmen. Für Geschäfte mit dem Land wird der Renminbi schließlich immer wichtiger. „Früher wurden Kontrakte etwa über die Beschaffung von Autoteilen immer in Euro oder Dollar abgeschlossen; inzwischen passiert das oft in Renminbi“, berichtet Steinmüller und verweist darauf, dass inzwischen 10 Prozent des Handels zwischen Deutschland und China in der Währung abgewickelt wird.

          Aktien werden in Schwellenländer-Index aufgenommen

          „Auch beim Aktienhandel und der Organisation von Börsengängen hoffen wir, sie bald auch innerhalb Chinas machen zu können“, sagt Steinmüller und gibt sich zuversichtlich, dass die Kommunistische Partei schon bald weitere Weichen stellen wird. Bislang sind solche Geschäfte nur offshore, also zum Beispiel in Hongkong, möglich. „Durch eine weitere Öffnung der chinesischen Börsen würde sich der Handel dort mit Sicherheit stabilisieren – schon weil es dann mehr internationale Banken und Analysten gäbe.“

          Erst vor zwei Wochen hat der amerikanische Index-Anbieter MSCI entschieden, chinesische Festland-Aktien in seinen vielbeachteten Schwellenländer-Index aufzunehmen, was an den internationalen Finanzmärkten als Ritterschlag für die dortigen Aktienmärkte wahrgenommen wurde. Aus Sicht von Steinmüller ist die Entscheidung ein wichtiger Schritt auf dem Weg, Chinas große und wachsende Finanzmärkte mit dem Rest der Welt zu verbinden. „Wir erwarten in der nächsten Zeit signifikant wachsende Zuflüsse in das Land und die Region von Investoren aus aller Welt und sehen das als wichtigen Katalysator für die Entwicklung und zunehmende Reife der chinesischen Aktienmärkte.“ Dies sei erst der Anfang, sagt Steinmüller.

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